Militär rettet 200 Fischer von Eisschollen

29. März 2013, 17:18 Uhr

Raue See und Tauwetter: Gut 200 Eisfischer mussten in der lettischen Ostsee stundenlang auf ihre Rettung warten. Zuvor hatten sich zwei Schollen gelöst und trieben aufs offene Meer hinaus.

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Gerettet: Von abgetriebenen Schollen gerettete Eisfischer erreichen den Hafen von Riga©

Spektakuläre Rettungsaktion auf der Ostsee: 223 Eisfischer sind vor Lettland mit Hilfe des Militärs von zwei abgetriebenen Eisschollen gerettet worden. Hubschrauber, aber auch Eisbrecher und Schleppschiffe brachten die Menschen wieder zurück an die Küste des baltischen EU-Landes, wie das Internetportal Delfi unter Berufung auf die Rettungskräfte berichtete. Zunächst war von mehr als 540 abgetriebenen Eisfischern die Rede gewesen.

Der Abbruch des Eisstückes sei zunächst nicht bemerkt worden, sagte ein per Helikopter geretteter Mann der Agentur BNS. Der Riss habe sich dann sehr schnell erweitert. Mehrere Fischer, die nahe an der Bruchstelle standen, hätten sich noch mit einem Sprung retten können. Eine Person sei mit leichten Erfrierungen ins Krankenhaus gebracht worden, meldete das lettische Radio.

180 Menschen auf einer Scholle

Das Eis sei dick genug gewesen, um die Eisfischer zu tragen, teilten die Behörden mit. Raue See hatte stundenlang die Bergung vor der Stadt Jurmala erschwert. Die lettische Armee veröffentlichte bei Twitter ein unscharfes Foto, das zeigte, wie Schiffe mehrere Menschen am Strand absetzten.

Nach Angaben der Feuerwehr saßen 180 Menschen auf einer Scholle in der Nähe der Stadt Vakarbulli fest, 43 weitere trieben auf der Höhe der Ortschaft Majori in der Bucht. Ernsthafte Verletzungen zog sich demnach niemand zu. Starker Wind hatte die Eisflächen auf die Rigaer Bucht hinausgetrieben.

Eisfischen ist in Ex-Sowjetrepubliken ein verbreitetes Hobby und vor allem in Russland Volkssport. Dabei kommt es vor allem in der Tauwetterperiode immer wieder zu solchen Notfällen. So retteten russische Helfer im Februar 2012 etwa 900 Fischer in Südrussland von Eisschollen aus dem Asowschen Meer.

lin/AFP/DPA
 
 
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