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Das weiß die Weltraumbehörde über den Lichtball

Videos der rätselhaften Lichtkugel tauchen auf, Nutzer spekulieren auf sozialen Netzwerken: Die Weltraumagentur Esa klärt nun auf, was am Sonntagabend durch den süddeutschen Nachthimmel flog.

Gelbgrünlich leuchtend flog die Feuerkugel am Sonntagabend über Süddeutschland und den Alpenraum. Über der Schweiz soll sie explodiert sein.

Gelbgrünlich leuchtend flog die Feuerkugel am Sonntagabend über Süddeutschland und den Alpenraum. Über der Schweiz soll sie explodiert sein.

Das plötzliche Auftauchen einer Feuerkugel über Süddeutschland und dem Alpenraum hat am Sonntagabend zahlreiche Augenzeugen vorübergehend in Angst versetzt. Allein in Unterfranken wurden innerhalb kurzer Zeit sieben Sichtungen der Leuchterscheinung am Abendhimmel gemeldet, wie die Polizei in Würzburg mitteilte. Entgegen ersten Befürchtungen von Zeugen handelt es sich laut der Europäischen Weltraumagentur Esa aber nicht um den Absturzs eines Flugkörpers.

Die am Nachthimmel entdeckte Feuerkugel sei ein kleiner Asteroid oder Meteor gewesen, der über der Schweiz explodierte, so die Esa weiter. "Dort ist ein Knall wahrgenommen worden", sagte Gerhard Drolshagen, der bei der Esa im niederländischen Noordwijk auf erdnahe Objekte spezialisiert ist. Astronomen nennen diese imposanten Lichterscheinungen Boliden.

Am Montag wurden im Internet Bilder veröffentlicht, die das Himmelsphänomen zeigen sollen. Zugleich spekulierten Nutzer in sozialen Netzwerken über die Größe des Meteors und über die Wahrscheinlichkeit, dass der kleine Himmelskörper oder Bruchstücke von ihm auf der Erde eingeschlagen sein könnten.

Leuchtkugel ist seltene Erscheinung

Die Weltraumagentur erklärt, der Himmelskörper sei vom Raum Stuttgart bis etwa 20 Kilometer südöstlich von Zürich geflogen, also von Norden nach Süden. Die Größe dürfte zwischen minimal 30 Zentimetern und maximal einem Meter gelegen haben. Ob kleine Teile niedergegangen sind, sei weiterhin unbekannt. Solche Boliden gelten unter Forschern als vergleichsweise selten.

Die Feuerkugel vom Sonntagabend ruft jedoch Erinnerungen an einen ungewöhnlichen hellen Boliden hervor, der im April 2002 über Bayern gesichtet worden war. Später fand man mehrere Bruchstücke dieses gut sechs Kilo schweren Brockens, der nach dem Ort seines Auftauchens Neuschwanstein-Meteorit getauft wurde. Durch den Einschlag damals kam niemand zu Schaden.

Wesentlich größer als der Neuschwanstein-Meteorit war der Himmelskörper, dessen Explosion über der russischen Stadt Tscheljabinsk im Februar 2013 weltweit Schlagzeilen machte. Bei dem Tscheljabinsk-Meteroriten dürfte es sich nach neueren Schätzungen um einen 19-Meter-Brocken gehandelt haben. Durch die Druckwelle bei der Explosion des Himmelskörpers wurden etwa 1200 Menschen verletzt und zahlreiche Gebäude beschädigt.

awö/DPA/AFP/DPA

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