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4. Juni 2008, 11:40 Uhr

Italienisches Pärchen zelebriert Sexmesse

Sex, heißt es, kann durchaus einen spirituellen Charakter haben. Übertrieben hat es diesbezüglich aber ein Pärchen im italienischen Cesena. Es liebte sich im Beichtstuhl - während der Sonntagsmesse. Der örtliche Bischof will diese Verunglimpfung mit einer ganz besonderen Messe wettmachen. Von Luisa Brandl, Rom

In einem Beichtstuhl wie diesem hatte ein Pärchen Sex, während in der Kirche die Sonntagsmesse zelebriert wurde© Picture Alliance

In der kleinen Stadt Cesena, westlich von Rimini, gibt es nur noch ein Gesprächsthema. Ob beim Espresso an der Bar, beim Friseur, am Zeitungskiosk, oder im Milch-und-Butter-Laden - ganz Cesena rätselt: Welcher Teufel hat dieses tolldreiste Liebespaar geritten? Eine 32-jährige Erzieherin und ein um ein Jahr jüngerer Arbeiter sollen sich indes nicht mehr trauen, ihre Wohnungen zu verlassen; offensichtlich fürchten sie, dass man sie auf offener Straße erkennt.

Die Missetat geschah am Sonntag um sieben Uhr früh. Während der Morgenmesse im vollbesetzten Dom trieben es die beiden Sexbesessenen im Beichtstuhl. Das penetrante Stöhnen und Ächzen hinter dem Vorhang der Holzkabine riss einige der anwesenden Gläubigen jäh aus dem Gebet. Doch offenbar wagte keiner der Gläubigen, den Vorhang zu lüften. Erst als die herbeigerufenen Karabinieri angerückt waren, wurde dem Spektakel Einhalt geboten. Die Missetäter wurden eilig abgeführt, während der Pfarrer ungerührt die Messe weiter las und so tat, als sei nichts gewesen.

Ausgerechnet in der Stadt der drei Päpste

Natürlich hatte das respektlose Treiben Folgen. Die unerlaubten Sexspiele brachten dem Paar gleich drei Anzeigen ein - wegen obszöner Handlungen in der Öffentlichkeit, Störung der religiösen Funktionen und Erregung öffentlichen Ärgernisses. "Für uns ist es das Gleiche, ob wir Sex in der Kirche haben oder an einem anderen Ort, " sollen sich die beiden erklärten Atheisten laut "Corriere della Sera" gerechtfertigt haben. Die Erzieherin mit einem Hang zu gruftiger Mode und Musik soll dem Lokalblatt "Corriere di Romagna" gesagt haben, dass sie vor dem besagten Sonntag nur einmal in ihrem Leben in der Kirche gewesen sei. Eine Tatsache, die in der Kleinstadt, die in ihrer Geschichte drei Päpste hervorgebracht hat, allein für sich genommen schon fast einen Skandal darstellt.

Der zuständige Bischof von Cesena, Antonio Lanfranchi, zeigte sich "sehr verärgert" und keineswegs bereit, die Schande auf sich beruhen zu lassen. Mit dem Rat eines Experten für Kirchenrecht fand die Diözese heraus, dass die Möglichkeit zu einer Wiedergutmachungs-Messe besteht, wenn die Verunglimpfung als besonders schwerwiegend einzustufen ist. Der Bischof lässt keinen Zweifel daran, dass hier der Fall zutrifft. Er hat alle Gläubigen von Cesena dringend aufgefordert, gemeinsam zu beten, um die Beleidigung wettzumachen.

Von Luisa Brandl, Rom
 
 
KOMMENTARE (10 von 16)
 
heiner5362 (05.06.2008, 19:40 Uhr)
der junge messdiener
war bestimmt froh, diesesmal nicht opfer zu sein.
und was solls, was da getrieben wurde nennt sich schöpfung.
seied fruchtbar und mehret euch !!!
echt geil.
aber bei den religiösen hat man zum lesen der bibel wohl das licht abgestellt.
Borrible (05.06.2008, 14:24 Uhr)
Burn that bitch!
Wenn es der Priester mit dem minderjährigen Meßdiener gewesen wäre, hätte die Gemeinde sicher beide Augen zu gedrückt.
MichaF (05.06.2008, 13:17 Uhr)
In der Moschee...
... wäre das denen ziemlich schwer gefallen, denn da gibt es normalerweise keine Beichtstühle.
.
Während des muslimischen Gottesdienst Sex zu haben wäre damit nicht nur unverschämt sondern ziemlich pervers.
12Cartman (05.06.2008, 13:11 Uhr)
Daaaaaaaaaaaas
haetten die beiden Liebenden mal in einer Moschee machen sollen .......
MichaF (05.06.2008, 12:53 Uhr)
Klarstellung
Mit meinem letzten Kommentar wollte ich die Absurditäten des katholischen Moralempfindens auf die Spitze trieben.
.
Selbstverständlich finde ich es nicht in Ordnung wenn man die Öffentlichkeit wider deren Willen an seinem Sexualleben derart direkt teilhaben lässt. Für so etwas gibt es Swingerclubs.
MichaF (05.06.2008, 12:39 Uhr)
Wäre noch ein Priester im Beichstuhl gewesen ...
... hätte er dem Pärchen nach vollzogenem Geschlechtsakt die Absolution erteilen können und alles wäre gut gewesen.
Frei_Talk (05.06.2008, 12:32 Uhr)
schlotti
Doch Respekt, ganz einfach. Menschen die zu nichts gehören, keiner politischen Richtung, keiner Kirche oder Religion zeigen immer mit dem Finger auf diese Institutionen und sagen DIE da sind respektlos...ich bin frei. Respektieren sie einfach das die Kirche und gerade die katholische einen einen Kodex hat. In einer Welt in der Respekt und Würde nur noch aus finaziellen oder poitischen Erwägungen gelebt wird. Die Ziele der außenstehenden sind nur immer die weiterer Tabubrüche, Schmutz und Geilheit. Ich habe Respekt vor Menschen die sich diesem Totentanz entziehen. Keinen vor denen die nur lachend dabei stehen und ihre eigene Dummheit im Spiegel betrachten. Und lachen.
Administrator (05.06.2008, 11:57 Uhr)
Liebe User,
vielen Dank für Ihre Beiträge. Bitte debattieren Sie sachlich und zum Thema. Persönliche Beleidigungen haben hier nichts zu suchen.
Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
Albimonte (05.06.2008, 09:00 Uhr)
Gemeindames Beten...
hilft hier auf jeden Fall. Wenn wirlklich alle Katholiken der Stadt intensiv genug beten, wird die Schmach bestimmt getilgt. Eine Wiedergutmachungsmesse ist allerdings auch vonnöten, die Scharte muß schließlich für Gott offiziell ausgewetzt werden. Muß der Beichtstuhl eigentlich rituell gereinigt werden?
schlotti (04.06.2008, 21:53 Uhr)
Respektlos?
Ich bin ebenfalls der Ansicht, dass dieses Paar sich den anwesenden Gläubigen gegenüber respektlos verhalten hat.
Aber respektlos gegenüber der katholischen Kirche?
Respekt kann man doch nur Leuten verweigern, die Respekt verdienen. Die katholische Kirche, deren Vertreter sich ständig und systematisch respektlos gegenüber Menschen mit anderen als katholischen Moral- und Sexualvorstellungen zeigen, hat einen solchen Respekt sicher nicht verdient! Man denke nur an den Umgang mit den eigenen Leuten, die sich gerne mal an Kindern vergehen.
Das jetzt noch eine "Wiedergutmachungsmesse" gefeiert werden soll gibt dem Ganzen allerdings eine - wie ich finde - witzige Note.
Realsatire at it's best.
MfG,
Schlotti
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