Lage in Fukushima stabil

18. März 2011, 16:20 Uhr

Die Lage in Fukushima bleibt dramatisch, aber nicht hoffnungslos. Laut IAEA hat sich die Situation seit Mittwoch immerhin nicht gravierend verschlechtert. Die Ereignisse im Liveticker.

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+++17:54 Uhr: Situation in Fukushima stabil++++

Die Situation im und um das Atomkraftwerk Fukushima hat sich nach Einschätzung der IAEA weiter stabilisiert. "Ich würde es so beschreiben, dass es sich hin zu einer stabilen Lage entwickelt - was positiv ist", sagt der IAEA-Experte Graham Andrew bei einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag. Dass dies Grund für Optimismus sein könnte, wollte Andrew jedoch nicht bestätigen: "Es ist weiterhin sehr ernst, aber es ist nicht bedeutend schlimmer geworden." Nach den der IAEA vorliegenden Daten hat sich die Lage seit Mittwoch nicht schwerwiegend verschlechtert. Die Radioaktivitätswerte in der Umgebung seien nicht gesundheitsschädlich. Druck und Wasserstand in den ersten drei Reaktoren blieben ziemlich stabil.

+++16:17 Uhr: Tsunami-Welle laut Studie 23 Meter hoch+++

Die Tsunami-Welle, die vor einer Woche die Nordost-Küste Japans verwüstete, war einer Untersuchung zufolge mindestens 23 Meter hoch. Dies habe am Freitag eine Studie des Forschungsinstituts der Hafenbehörde unter Auswertung von eigenen Messungen und GPS-Daten ergeben, berichtete die Tageszeitung "Yomiuri". Konkret sei die Wellenhöhe in Ofunato in der Präfektur Iwate gemessen worden, wo das Wasser ganze Siedlungen mitriss. Die höchste jemals registrierte Tsunami-Welle in Japan gab es alten Aufzeichnungen zufolge 1896 mit 38 Metern.

+++15:21 Uhr: In Reaktor 4 sammelt sich wieder Wasserstoff+++

Im havarierten Reaktor 4 des japanischen Katastrophen-AKW Fukushima sammelt sich seit Freitag erneut explosiver Wasserstoff. Dies geht aus der aktuellsten Analyse des Japan Atomic Industrial Forum (JAIF) hervor. Das Risiko für eine weitere verheerende Wasserstoff-Explosion ist nach Expertenmeinung aber gering.

+++14:27 Uhr: Finnland verlegt Botschaft+++

Finnland verlegt seine Botschaft von Tokio nach Hiroshima. Die Situation sei durch das havarierte Kernkraftwerk Fukushima sehr unsicher, teilt das finnische Außenministerium mit. Die Verlegung sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, um die Arbeit der finnischen Vertretung unter allen Umständen aufrecht zu erhalten.

+++13:44 Uhr: WHO sieht keine Gefahren bei Japan-Reisen+++

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht derzeit grundsätzlich keine Gefahr bei Reisen nach Japan. Dies gelte aber nicht für die Regionen im Norden, wo die havarierten Atommeiler stünden und wo es wegen des Erdbebens und des Tsunami heftige Verwüstungen gebe, sagte ein WHO-Sprecher am Freitag in Genf.

Die von den Atommeilern ausgehende radioaktive Strahlung liege dagegen außerhalb der Sperrzonen weiterhin unterhalb des Bereichs, der als gesundheitsgefährdend gilt. "Außerhalb dieser Zonen gibt es keine gesundheitlichen Gründe, nicht zu reisen", sagte der Sprecher. Dies gelte auch für Tokio.

+++13.30 Uhr: Strahlencheck für Japan-Rückkehrer in Frankfurt+++

Reisende aus Japan können sich an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt auf radioaktive Strahlung untersuchen lassen. Für Passagiere von Direktflügen aus dem Land gebe es von 15.00 Uhr an ein entsprechendes Angebot, kündigte Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) am Freitag in Wiesbaden an. Bereits seit Anfang der Woche werden Lieferungen aus Japan auf eine Strahlenbelastung getestet. Seit Mittwoch werden auch alle pflanzlichen und tierischen Lebensmittel aus Japan untersucht.

Die Flugzeuge aus Japan werden ebenfalls auf Radioaktivität getestet. Während in Frankfurt bisher an den gelandeten Maschinen keine erhöhte Radioaktivität gemessen wurde, war in München am Mittwoch an einem der Flugzeuge aus Japan eine leicht erhöhte Strahlung an der Außenhaut festgestellt worden. "Allerdings sagen uns die Experten, dass vergleichbare Phänomene bei vielen Flugzeugen auftreten. Gerade bei Langstreckenflügen", sagte ein Flughafensprecher mit Verweis auf die Höhenstrahlung.

+++12:50 Uhr: Ministerpräsident: Tränen vor der Kamera +++

Trotz der dramatischen Lage im Atomkraftwerk Fukushima 1 hat der japanische Regierungschef Naoto Kan versucht, Zuversicht zu demonstrieren. Zwar gebe es in der vom Erdbeben stark beschädigten Anlage nach wie vor "enorme Schwierigkeiten", sagte Kan am Freitag in einer Fernsehansprache. Seine Regierung werde aber "entschlossen" die dortige Lage unter Kontrolle bekommen. Eine Woche nach dem schweren Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami sagte Kan, Japan werde diese "Tragödie" überstehen. "Wir befinden uns in einer Krisensituation, die unser Volk auf die Probe stellt", sagte er. Bereits nach dem Zweiten Weltkrieg habe sich Japan wieder aufgerichtet. Kan sagte mit Tränen in den Augen, obwohl Japan ein kleines Land sei, habe es ein großes Wirtschaftswachstum erreicht. Dieses Land sei mit der Kraft aller Menschen aufgebaut worden. Es werde sich von dieser Katastrophe nicht unterkriegen lassen. Die Menschen dürften nicht pessimistisch sein: "Wir werden Japan neu aufbauen."

+++ 12:46 Uhr: Ministerpräsident Kan hält Pressekonferenz ab +++

Ministerpräsident Kan betont, er wünsche sich, dass jeder Einzelne überlege, was er beitragen könne, um Japan wiederaufzubauen. Auch er selbst werde alle seine Kraft aufwenden, versichert er während einer live im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Zu der Lage im Krisen-AKW Fukushima befragt, spricht er von einer weiterhin sehr ernsten Situation: Die Lage werde aber "in nicht weiter Ferne" unter Kontrolle gebracht und die jetzige Situation überwunden

+++ 12:32 Uhr: Erhöhte Radioaktivät außerhalb der Evakuierungszone gemessen +++

Noch mehr als 30 Kilometer vom Katastrophen-AKW Fukushima entfernt ist eine deutlich erhöhte Strahlenbelastung festgestellt worden. Die Verstrahlung nordwestlich der havarierten Anlage lag bei 170 Microsievert am Donnerstag und 150 Microsievert am Freitag, wie das japanische Wissenschaftsministerium mitteilte. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Die höchste Belastung habe dabei in einer Zone gelegen, die bisher nicht evakuiert worden ist. Die Menschen hier wurden lediglich aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Nach Expertenmeinung nehmen Menschen bei der gemessenen Belastung innerhalb von sechs bis sieben Stunden so viel Strahlung auf, wie sonst innerhalb eines Jahres gerade noch verträglich wäre.

+++ 11:37 Uhr: Keine schädliche Strahlung in Tokio +++

Die Strahlenbelastung in Tokio ist nach den Worten des Chefs der Internationalen Atomenergiebehörde, Yukiya Amano, nicht schädlich. Zudem ist es nach Angaben der japanischen Atomaufsicht zum jetzigen Zeitpunkt nicht nötig, die Evakuierung auszuweiten. Diese beläuft sich derzeit auf 30 Kilometer im Umkreis des AKW Fukushima.

+++ 11:22 Uhr: Wind dreht ab Montag seine Richtung +++

Der Wind am japanischen Unglücksreaktor soll zu Beginn kommender Woche wieder in Richtung der Mega-Metropole Tokio drehen. "Wie weit sich die Radioaktivität dann ausbreitet, kann man aber noch nicht sagen", sagte Christina Speicher vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Am Dienstag soll der Wind voraussichtlich erneut seine Richtung ändern und wieder auf Nord/Nordwest umschwenken. Zunächst wehe er bis zum Wochenende weiter auf den Pazifik hinaus, wobei er am Samstag auffrische, sagte Speicher. Die am Atomkraftwerk Fukushima freigesetzten radioaktiven Partikel würden so nordostwärts aufs Meer getragen. In der Nacht zum Montag werde der Wind allerdings drehen.

+++ 10:54 Uhr: Diesel-Generator hilft bei Kühlung +++

Neben Wasserwerfern und Hubschraubern ist zur Kühlung der Reaktoren im Atomkraftwerk Fukushima 1 jetzt auch ein Diesel-Generator im Einsatz. Der Generator sorge von Reaktor 6 aus für die Wasserzufuhr in die Abklingbecken mit gebrauchten Brennstäben der Reaktoren 5 und 6, berichtet die Internationale Atomenergiebehörde IAEO unter Berufung auf japanische Behörden.

+++ 10:03 Uhr: Atombehörde stuft Unglückskategorie hoch +++

Die japanische Atombehörde stuft die Vorkommnisse an den Reaktoren 1, 2 und 3 des AKW Fukushima 1 als Störfall der Kategorie fünf (zuvor vier) ein, den Zwischenfenfall im Reaktor 4 als Kategorie drei. Damit werden die Ereignisse nicht mehr als "Unfall", sondern als "ernster Unfall" bewertet. Die Bewertungsskala hat insgesamt sieben Stufen.

+++ 9:30 Uhr: "Fukushima 50" bekommen Verstärkung +++

Sie werden die "Fukushima 50" genannt - jetzt bekommen die Männer, die im havarierten Atomkraftwerk in Japan gegen den Super-GAU kämpfen, Verstärkung. Mehr als 120 Männer seien inzwischen am Ort des Geschehens im Einsatz, darunter auch Spezialisten anderer Atomkonzerne, sagt ein Sprecher der Betreibergesellschaft Tepco. Japanische Medien berichten, es seien rund 140 Feuerwehrleute auf dem Weg zum Kraftwerk, um die Armee zu unterstützen.

+++ 9:25 Uhr: Kühlversuche an Block 3 scheinen erfolgreich +++

Die erneuten Kühlversuche am Reaktor 3 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1 sind erfolgreich. Das sagt Regierungssprecher Yukio Edano auf einer Pressekonferenz. Gezeigt wird auch ein Armeesprecher, der berichtet: "Wir haben das Ziel getroffen". Seit dem Nachmittag spritzen Wasserwerfer erneut auf den Reaktor. Das Wasser soll die Kernschmelze verhindern. Die Brennelemente im Block 3 enthalten hochgiftiges Plutonium.

+++ 8:43 Uhr: Tepco erwägt Einsatz von Sand und Beton +++

Der Betreiber des japanischen Unglücksreaktors Fukushima 1 erwägt erstmals öffentlich, das Kraftwerk unter einer Schicht aus Sand und Beton zu begraben. "Es ist nicht unmöglich, die Reaktoren mit Beton zu überziehen", teilt Tokyo Electric Power (Tepco) mit. Zunächst solle aber versucht werden, den Reaktor abzukühlen. Nach der Katastrophe in Tschernobyl wurde ebenfalls mit Sand und Beton eine Deckschicht geschaffen. Vielleicht sei es die einzige Möglichkeit, eine katastrophale Ausbreitung von Strahlung zu verhindern, sagen japanische Ingenieure.

+++ 8:34 Uhr: AKW-Angestellte offenbar zum Bleiben gezwungen +++

Die japanische Regierung hat den Betreibern des Atomkraftwerks Fukushima 1 einem Bericht zufolge verboten, seine Mitarbeiter von der Anlage abzuziehen. Wie die Zeitung "Mainichi Shimbun" berichtet, äußerte der Energieversorger Tepco am Montag gegenüber der Regierung Sorge über die Sicherheit seiner Angestellten. Demnach kam das Unternehmen zu dem Schluss, dass es "schwierig" sein werde, das Kraftwerk nach den Explosionen und Bränden an den Reaktoren wieder unter Kontrolle zu bringen. Regierungschef Naoto Kan habe aber die Bitte, die Mitarbeiter abziehen zu dürfen, zurückgewiesen.

"Eine Abberufung ist unmöglich", zitiert die Zeitung Kan. "Es geht nicht darum, ob Tepco kollabiert, es geht darum, ob Japan zusammenbricht", soll er demnach entgegnet haben. Ein namentlich nicht genannter Vertreter der Betreibergesellschaft sagt dem Blatt, dies bedeute, die Arbeiter sollten sich der Strahlung aussetzen und "sterben".

+++ 8:03 Uhr: Stromversorgung für Samstag geplant +++

Der AKW-Betreiber Tepco hofft, die Reaktoren 1 und 2 am Samstag mit der wiederhergestellten Stromverbindung versorgen zu können. Das berichtet der Sender NHK. Am havarierten Atomkraftwerk Fukushima 1 seien seit dem Erdbeben vor einer Woche die Kühlsysteme dreier Reaktoren defekt. In einem Gebäude neben Block 1 sei bereits ein Stromverteiler installiert worden, meldet NHK weiter unter Berufung auf Tepco. Nun werde an einer Verbindung zum Transformator am Block 2 gearbeitet.

+++ 7:43 Uhr: Mehr Tote als beim Kobe-Beben +++

Bei dem Erdbeben und dem Tsunami im Nordosten Japans sind mehr Menschen ums Leben gekommen als bei dem Beben in der japanischen Hafenstadt Kobe im Jahr 1995. Nach neuesten Angaben stieg die Zahl der Toten auf 6539, berichtet der japanische Fernsehsender NHK unter Berufung auf die Polizei. Es wird allerdings befürchtet, das weit mehr Menschen der Katastrophe zum Opfer fielen. Bei dem Beben im Raum Kobe kamen 6434 Menschen ums Leben.

+++ 7:32 Uhr: Kühlversuche mit Wasserwerfer jetzt auch an Reaktor 1 +++

Die Kühlversuche per Wasserwerfer sollen nun auch auf Reaktor 1 des Atomkraftwerks Fukushima 1 ausgeweitet werden. Das sagt Regierungssprecher Yukio Edano nach Angaben des Fernsehsenders NHK. Zuvor war der Einsatz der Wasserwerfer nur für die Blöcke 3 und 4 geplant gewesen. Um die Situation zu entschärfen war geprüft worden, ob auch Reaktor 1 auf diese Weise gekühlt werden könne. Edano betont laut NHK, dass die Lage an Reaktor 1 nicht so dramatisch sei wie an den Blöcken 3 und 4. Die Kühlung des Reaktorbehälters in Block 1 könne aber einer weiteren Krise vorbeugen.

+++ 7:21 Uhr: Ministerpräsident Naoto Kan: Japan tut alles, um Krise zu überwinden +++

Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan sagt, Japan tue alles, um die aktuelle Krise zu überwinden. Das meldet die Nachrichtenagentur Kyodo nach einem Treffen Kans mit mit IAEO-Chef Yukiya Amano. Mitarbeiter der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO sind auf dem Weg zum Unglücksmeiler Fukushima 1, um sich ein Bild vom Ausmaß der Schäden zu machen und dort die radioaktive Strahlung zu messen. Über die Strahlenbelastung hatte es in den vergangenen Tagen häufiger widersprüchliche Angaben von japanischer Seite gegeben.

+++ 6:46 Uhr: Schweigeminute in Japan +++

Genau eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami gedenkt Japan der Opfer der Naturkatastrophe. Im am schwersten betroffenen Nordosten des Landes wird um 14.26 Uhr (06.46 Uhr MEZ) eine Schweigeminute abgehalten. Der Fernsehsender NHK zeigt Bilder aus einer Notunterkunft in Yamada in der verwüsteten Provinz Iwate, wo sich ältere Überlebende Hand in Hand symbolisch vor den Opfern verbeugen.

+++ 6:40 Uhr: Erneut Wasserwerfer an Reaktor 3 im Einsatz +++

Am havarierten Atomkraftwerk Fukushima 1 beginnen Soldaten und Feuerwehrleute mit einem zweiten Kühlversuch. Einsatzfahrzeuge der Armee richten ihre Wasserfontänen auf die strahlenden Reaktoren. Der Fernsehsender NHK zeigt Live-Bilder vom Start der Aktion, deren Ziel zunächst der Block 3 war. Ein TV-Kommentator berichtet, dass sich anfangs sieben Armeefahrzeuge bei dem Kühleinsatz abwechseln sollen. Nach einigen Minuten steigt weißer Dampf von Block drei auf.

Später sollen den Plänen zufolge auch Feuerwehrmänner aus Tokio beim Kühlen der überhitzenden Reaktoren helfen. Rund 140 Helfer gehen in der Stadt Iwaki südlich der Anlage in Fukushima in Stellung, berichtet NHK am Morgen. Der Sender zeigt Aufnahmen von nebeneinander aufgereihten roten Einsatzwagen.

+++ 6:33 Uhr: Amano fordert mehr Informationen von Japan +++

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO, Yukiya Amano, fordert den japanischen Ministerpräsidenten Naoto Kan auf, mehr spezifische Informationen über die Situation in den Reaktoren des Kernkraftwerks Fukushima bereitzustellen. Amano wird bei seinem Besuch des Landes das schwer beschädigte Kernkraftwerk Fukushima nicht besichtigen.

+++ 6:28 Uhr: Stromkabel noch nicht verlegt +++

Techniker arbeiten weiter mit Hochdruck an der Verlegung eines Starkstromkabels, um den drohenden Super-GAU zu verhindern. Mit Hilfe des Kabels sollen die Kühlpumpen von wenigstens zwei der sechs Reaktoren wieder in Gang gesetzt werden. Ob die Pumpen aber überhaupt funktionstüchtig sind oder bei dem Erdbeben und dem Tsunami vor einer Woche beschädigt wurden ist unklar. Mit den Vorbereitungen sei man noch nicht so weit wie gehofft, sagt ein Sprecher der Betreibergesellschaft Tepco. Die Arbeiten müssten zudem unterbrochen werden, um die Reaktoren über Feuerlöschfahrzeuge erneut zu kühlen. Der Versuch für die neue Stromanbindung der beiden Blöcke 1 und 2 solle noch am Freitag starten, berichtet ein Sprecher der japanischen Atomsicherheitsbehörde Nisa im Fernsehsender NHK. Für Sonntag sei auch ein Anschluss der Reaktoren 3 und 4 geplant.

+++ 5:45 Uhr: Zunächst keine Hubschrauber-Einsätze mehr +++

Zumindest am Freitag werden die Armee-Helikopter nicht erneut zum Einsatz kommen, um die Reaktoren am Unglücks-Atomkraftwerk zu kühlen. Das berichtet der Fernsehsender NHK unter Berufung auf Verteidigungsminister Toshimi Kitazawa. Zunächst sollen Armee und Feuerwehr vom Boden aus mit Wasserwerfern arbeiten. Die Aktion aus der Luft war am Donnerstag sehr heikel, weil die Hubschrauber wegen hoher Radioaktivität nicht über den Ruinen kreisen durften. Sie mussten ihr Wasser im Vorbeifliegen abwerfen, was ein präzises Zielen unmöglich machte. Auch kam es nur zu vier Abwürfen.

+++ 4:07 Uhr: Handelsminister ruft zum Stromsparen auf +++

Der japanische Handelsminister ruft die Bevölkerung und die Industrie zum Stromsparen auf. Zudem habe er Firmen im Westen des Landes gebeten, ihre Produktion zu erhöhen, um damit die Ausfälle aus der vom Erdbeben betroffenen Region zu kompensieren, sagt Banri Kaeida.

+++ 3:37 Uhr: Platzmangel in Notunterkünften +++

Die Flüchtlinge in der Unglücksprovinz Miyagi werden von den Behörden aufgefordert, auf die benachbarten Präfekturen auszuweichen. Grund sei der akute Platzmangel in den Notunterkünften, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet. Eine ähnliche Anweisung hatte es bereits in der Provinz Fukushima gegeben. Sie liegt südlich von Miyagi. In den Katastrophengebieten im Nordosten Japans herrscht derzeit Eiseskälte.

+++ 3:14 Uhr: Japan setzt auf US-Hilfe +++

Regierungssprecher Yukio Edano unterstreicht, dass Japan weiterhin auf die Hilfe der US-Regierung setze. Es werde laufend besprochen, wie die USA das Land am besten unterstützen könnten. Damit widerspricht Edano Medienberichten, wonach US-Hilfe abgelehnt worden sei. "Wir haben nie gesagt, wir bräuchten das nicht", stellt er klar.

Zuvor hatte beim Sicherheitsradius um das Krisen-AKW Uneinigkeit zwischen den beiden Nationen bestanden - Japan hält 30 Kilometer für angemessen. Die USA hingegen hatten ihren Bürger nahegelegt, das Gebiet im Umkreis von 80 Kilometern zu verlassen.

+++ 3:05 Uhr: Kühlung von außen vielleicht auch für Block 1 +++

Die japanische Regierung prüft, ob auch Reaktor 1 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1 von außen mit Wasser gekühlt werden kann. Regierungssprecher Yukio Edano sagt, wenn das gelinge, würde die Situation weniger gefährlich. Bislang war nur vorgesehen, das Kühlsystem an Block 1 mittels einer neuen Stromleitung wieder in Gang zu bringen.

+++ 2:11 Uhr: Kampf an zwei Fronten ++++

Mit einem Kampf an zwei Fronten wollen die Techniker im havarierten Atomkraftwerk Fukushima 1 die Kontrolle über die vier beschädigten Reaktoren zurückgewinnen. Einerseits soll an den Blöcken 1 und 2 eine neu verlegte Stromleitung das Kühlsystem wieder zum Laufen bringen. An Front Nummer 2 soll bei den Reaktoren 3 und 4 die Kühlung mit Löschhubschraubern und Wasserwerfern weitergehen. Die übrigen zwei Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima 1, die Blöcke 5 und 6, sind noch weitgehend stabil. Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO vom Donnerstag gibt es dort "keine unmittelbaren Bedenken". Die Kerne und Brennstäbe seien nicht beschädigt und die Temperatur in den Abklingbecken steige nur leicht.

+++ 1:40 Uhr: Weißer Rauch über den drei Reaktoren +++

Aus den Reaktorblöcken 2, 3 und 4 steigt nach Angaben der japanischen Atombehörde weißer Rauch oder Dampf auf. Die Versorgung der Reaktoren 1 und 2 mit Strom könnte am Freitag erfolgen. Die Reaktoren 3 bis 6 sollten bis Sonntag wieder an Strom angeschlossen werden. Außerdem erhöhte AKW-Betreiber Tepco den Grenzwert der Strahlenbelastung für die Arbeiter auf 100 Millisievert pro Stunde.

+++ 1:27 Uhr: Radioaktivität am AKW leicht gesunken +++

Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldet, dass die Strahlenwerte um das Unglücks-AKW Fukushimna leicht gesunken seien. Das sei das Ergebnis der Kühlungsaktionen mit Wasserwerfern, habe die japanische Atombehörde bekannt gegeben. Die Radioaktivität betrage 279,4 Mikrosievert pro Stunde einen Kilometer westlich des AKW. Der Wert sei um 5 Uhr am Freitagmorgen gemessen worden (Ortszeit). Am Abend zuvor war die Strahlung bereits auf einen einen Wert von 292, 2 gesunken.

+++ 0:45 Uhr: Flüchtlinge zittern in der Kälte +++

Erdbeben, Wasserwalze, Atom-Gefahr und nun auch noch die Kälte: Die Lage der nach der Naturkatastrophe obdachlosen Japaner wird angesichts eines Wintereinbruchs immer dramatischer. In Turnhallen ohne Heizung kauern Menschen eng aneinander, um sich gegenseitig Wärme zu spenden, wie der TV-Sender NHK mit Aufnahmen aus dem stark verwüsteten Nordosten zeigt. Etwa eine halbe Million Menschen soll derzeit obdachlos sein. NHK zufolge sind mindestens 25 Flüchtlinge in den Lagern schon gestorben.

+++ 23:24 Uhr: Tepco twittert jetzt +++

Der japanische AKW-Betreiber Tepco hat am Donnerstag ein Konto bei dem Online-Kurznachrichtendienst Twitter eröffnet. Bereits wenige Stunden nach dessen Start hatte Tepco bereits fast 180.000 sogenannte Follower, Internetnutzer, die den Dienst verfolgen. "Wir entschuldigen uns aufrichtig für die Sorgen und Probleme im Zusammenhang mit dem Unfall im Werk Fukushima 1", hieß es in dem auf Japanisch gehaltenen Profil. Tepco will über den Internetdienst über den möglichen Austritt von Radioaktivität aus dem schwer beschädigten Akw Fukushima 1 sowie über Stromausfälle aufklären.

+++ 22:32 Uhr: Wasserwerfer und Hubschrauber weiter im Einsatz +++

Die Arbeiten zur Verlegung eines Stromkabels zum Reaktor 2 wurden nach Angaben der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) erfolgreich abgeschlossen. Die Stromversorgung soll aber erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Maßnahmen zur Wasserkühlung des Reaktors 3 von außen abgeschlossen seien, teilten die japanischen Behörden der IAEO mit. Hubschrauber und Wasserwerfer versuchten am Donnerstag, den teils zerstörten Reaktor vom Boden und aus der Luft mit Wasser zu kühlen. Dies soll am Freitag fortgesetzt werden.

+++18.35 Uhr: Stromkabel zu Reaktor 2 verlegt +++

Ingenieuren soll es gelungen sein, ein externes Stromkabel an den Reaktor 2 des AKW Fukushima zu legen. Das teilt die Internationale Atomenergiebehörde mit. Die Japaner planen den Stromanschluss, sobald das Besprühen mit Wasser beendet ist.

Zum Nachlesen: So lief Tag 7 der Katastrophe

ben/ukl/mlr/DPA/AFP/Reuters
 
 
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