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27. Juli 2010, 07:12 Uhr

Stadt plant große Trauerfeier am Samstag

Der Bundespräsident will kommen, und die Kanzlerin ihren Urlaub unterbrechen: Am Samstag will Duisburg der Loveparade-Opfer gedenken. Derweil wird im Streit um die Schuldfrage der Ton schärfer.

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Herzen aus Kerzen am Unglücksort: Mit einer großen Gedenkveranstaltung soll Samstag in Duisburg an die Opfer erinnert werden© Roland Weihrauch/DPA

In Duisburg soll am Samstag auf einer zentralen Trauerfeier der Opfer der Love-Parade-Katastrophe gedacht werden. Die Zeremonie sei in einer Kirche geplant, sagte eine Sprecherin der Stadt am Dienstag. Die Details würden noch geklärt. An der Feier will unter anderem Bundespräsident Christian Wulff teilnehmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird nach Angaben von "Bild.de" ihren Urlaub für einen Tag unterbrechen und ebenfalls nach Duisburg kommen. Zudem werden zahlreiche Gäste aus dem Ausland erwartet.

Im Duisburger Rathaus liegt inzwischen ein Kondolenzbuch für die Opfer der Massenpanik aus. Ministerpräsidentin Kraft wollte sich am Dienstagmittag in ein weiteres Trauerbuch im Düsseldorfer Landtag eintragen. Auch an der Unglücksstelle gibt es ein Kondolenzbuch.

"Die neuen Schuldzuweisungen sind eine Frechheit"

In der Debatte über die Schuldfrage wird unterdessen der Ton schärfer: Die Deutsche Polizeigewerkschaft in Nordrhein-Westfalen reagierte empört auf die Kritik von Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller an ihrem Vorgehen vor der Katastrophe. "Die neuen Schuldzuweisungen gegen die Polizei durch die Veranstalter sind eine Frechheit", wetterte die Gewerkschaft am Dienstag. "Er meldete 500.000 Teilnehmer an, erhielt eine Genehmigung der Stadt für 250.000 Teilnehmer und feierte bereits mittags öffentlich über eine Million Teilnehmer."

Mehrere Medien hatten Schaller mit Kritik am Einsatz der Polizei zitiert. "Die Einsatzleitung hat die Anweisung gegeben, alle Schleusen vor dem westlichen Tunneleingang an der Düsseldorfer Straße zu öffnen", sagte der Unternehmer demnach. Dadurch sei der Hauptstrom der Besucher unkontrolliert in den Tunnel gelangt. Warum die Polizei diese Anweisung gegeben habe, wisse er nicht. "Für den Fall der Überfüllung sollten die Schleusen geschlossen werden."

Genehmigung erst nach der Tragödie bei Polizei?

Das Kölner Radio Erft berichtet derweil von einer Ungereimtheit im Zusammenhang mit der Loveparade-Genehmigung. Demnach lag die offizielle Erlaubnis der Bauaufsicht der Stadt Duisburg für die Megaparty der Polizei erst am Tag nach dem Unglück vor. Radio Erft beruft sich dabei auf Informationen der FDP in Nordrhein-Westfalen. Ihr innenpolitischer Fraktionssprecher Horst Engel habe diese von Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) erhalten. "Die Genehmigung der Bauaufsicht, der Bauverordnung, der Bauverwaltung der Stadt Duisburg ist vom 21. Juli. Und die hat erst die Polizei erreicht am Sonntag, also (...) direkt nach der Veranstaltung."

Zuvor hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet, Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) habe die ordnungsbehördliche Erlaubnis für die Loveparade erst kurz vor Beginn der Veranstaltung um 9 Uhr unterschrieben. Noch am Freitag sei in verschiedenen Sitzungen über das Sicherheitskonzept debattiert worden, wobei die Duisburger Berufsfeuerwehr und Polizisten nochmals deutlich gemacht hätten, dass die Großveranstaltung so nicht stattfinden könne.

Bei einer Massenpanik waren am Samstag auf der Techno-Party 20 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 500 verletzt worden. Unter den Todesopfern sind acht Raver aus dem Ausland. Sie stammen aus Australien, den Niederlanden, China, Italien, Bosnien-Herzegowina und Spanien.

mad/DPA/Reuters
 
 
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