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23. Juli 2008, 13:20 Uhr

Brandkatastrophe bleibt ungeklärt

Die Brandkatastrophe von Ludwigshafen mit neun Todesopfern wird wohl nie aufgeklärt: Nach monatelanger Arbeit hat die Staatsanwaltschaft Frankenthal ihre Ermittlungen eingestellt. Über die Ursache des Feuers können die Beamten lediglich Spekulationen anbieten.

Ein Bild, das die Öffentlichkeit erschütterte: Während des Feuers in dem Haus in Ludwigsburg hatte eine Familie ihr Kleinkind aus dem Fenster geworfen. Ein Polizist konnte es auffangen© Rene Werse/DDP (Archiv)

Die Ursache der Brandkatastrophe von Ludwigshafen, die neun Menschen das leben kostete, bleibt ein Rätsel. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hat ihre Ermittlungen nach eigenen Angaben eingestellt, weil keine weiteren Ansätze vorliegen. Deutlich geworden sei lediglich, dass der Brand am Fuß der hölzernen Kellertreppe durch "eine bislang unbekannte, eng begrenzte Wärmequelle" ausgelöst worden sei.

Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Lothar Liebig erklärte, entstand zunächst ein Schwelbrand, der nach maximal drei Stunden zu einem offenen Feuer wurde, als in der Kellertür eine Öffnung entstand und so Sauerstoff in den Keller strömte. Da das Treppenhaus in dem ausschließlich von Türken bewohnten Mehrfamilienhaus wie ein Kamin wirkte, konnte sich das Feuer schnell nach oben ausbreiten. Zudem wurde den Bewohnern der einzige Fluchtweg abgeschnitten.

Die Staatsanwaltschaft schloss als Brandursache erneut einen technischen Defekt, etwa durch Überlastung des Stromnetzes, aus. Auch sei eine vorsätzliche Brandstiftung oder gar ein Brandanschlag mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen. Als Ursache müsse vielmehr ein bisher nicht geklärtes fahrlässiges Verhalten angenommen werden. Staatsanwaltschaft und Polizei hatten nach dem Brand am 3. Februar mehr als 200 Spuren ausgewertet und 120 Zeugen vernommen.

Der Fall hatte kontroverse Diskussionen ausgelöst, da schnell über ein fremdenfeindliches Motiv spekuliert worden war. Vor allem in der Türkei hatte der Brand tagelang die Titelseiten der Boulevard-Presse beherrscht.

AP
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
ecomoc4u (24.07.2008, 13:52 Uhr)
@Ralatino
gut gesagt.
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hoyerswerda war ein eigentor. durch die fahrlässigkeit der regierung stellung zu beziehen, wurde hier das bild des nazi deutschen sichtbar für unsere nachbarn, und auch viele deutsche.
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selbst schuld brd regierung. da ist gepennt worden, und hier haben die türken volles recht, solche falschen rückschlüsse zu ziehen.
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keiner kann hier einem ausländer vorwerfen brücken zu hoyerswerda zu unrecht zu spinnen.
Countryjoe (24.07.2008, 08:22 Uhr)
Aufgeklärt
Der Fall wurde doch schon durch die Boulevardmedien aufgeklärt und die Deutschen als Schuldige ausgemacht. In diesem Kontext wird wohl die Veröffentlichung der wahren Ursache zensiert werden um keine Gefühle von Menschen zu verletzen die für wichtiger als Deutsche angesehen werden.
Ralatino (23.07.2008, 18:46 Uhr)
Ungeklärt?
Die Staatsanwaltschaft schließt Brandstiftung aus. Das ist letztlich das entscheidende Faktum. Immerhin ging auch dieses Unglück unter der Überschrift "Fremdenfeindlicher Mordanschlag in Deutschland" um die ganze Welt. Kanzlerin und türkischer Ministerpräsident sahen sich veranlasst, die Wogen zu glätten.
Das Attentat von Hoyerswerda war eine Katastrophe für die Opfer. Aber es war auch ein Debakel für das Ansehen Deutschlands in der Welt. Seit Hoyerswerda wurde bei vielen Brandunglücken vorschnell öffentlich Fremdenfeindlichkeit als Ursache vermutet. Die Ermittlungen konnten das jedoch in keinem Fall bestätigen. Trotzdem legte die Berichterstattung solche Überlegungen nahe. Dank Hürriyet leben inzwischen tatsächlich viele Türken in der Türkei (vielleicht auch hier?) im Glauben, in Deutschland wären mittlerweile Tausende (!) von Türken verbrannt worden. Aber auch viele Deutsche glauben, derartige Verbrechen seien schon oft verübt worden. Sogar auf die Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland blieben diese "Fantasien" nicht ohne Einfluss. Vielleicht nehmen einige Journalisten dieses Ergebnis endlich zum Anlass, in Zukunft verantwortlicher mit ihren Spekulationen umzugehen.
ecomoc4u (23.07.2008, 16:41 Uhr)
moment, nicht so schnell.
1. wieso konnte der grund nicht ermittelt werden. (wieviel % an häuser bränden bleiben in deutschland ungelöst).
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2. warum wurden aussagen von bewohnern nicht verwertet.
Latze (23.07.2008, 15:08 Uhr)
Mit Sicherheit,
hat der Besitzer des Hauses (der auch die beiden Mädchen zur Falschaussage zwang)"warm" abgerissen. Aber das darf man natürlich nicht laut sagen, weil Fatima Roth sonst ganz böse wird. Auch ärgert es mich ganz gewaltig, dass sich unsere türkischen "Mitbürger" immer noch nicht offiziel bei den Feuerwehrleuten Entschuldigt haben, die sie während der Rettungdarbeiten bespukt haben.
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