. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
10. April 2009, 14:09 Uhr

Kapitän wollte Piraten davonschwimmen

Fluchtversuch auf hoher See: Der von Piraten gekidnappte Kapitän des Frachters "Maersk Alabama" hat offenbar erfolglos versucht, schwimmend aus der Gewalt seiner Entführer zu entkommen. Unterdessen schicken die US-Streitkräfte Verstärkung in die Region.

Piraten, Somalia, Maersk Alabama, Kapitän, Bainbridge, Richard Phillips,

Seit Mittwoch in der Hand von Seeräubern: Der Kapitän der "Maersk Alabama", Richard Phillips© Reuters

Der vor Somalia verschleppte amerikanische Kapitän Richard Phillips hat offenbar vergeblich versucht, aus der Gewalt der Piraten fliehen. Wie der US-Fernsehsender CNN berichtete, wollte der 53-Jährige am Freitag seinen Kidnappern davonschwimmen. Den Piraten sei es aber gelungen, ihn wieder in das Rettungsboot zu schaffen. "Der Kapitän ist unverletzt", berichtete der Sender. Ohne den Kapitän des Containerschiffs "Maersk Alabama" wären die Seeräuber nach ihrem gescheiterten Überfall vom Mittwoch ohne jedes Faustpfand auf hoher See.

Die Piraten hatten die "Maersk Alabama" am Mittwochmorgen 500 Kilometer vor der somalischen Küste zunächst gekapert, ihr eigenes Schiff war dabei gesunken. Die 20-köpfige US-Crew brachte das Schiff jedoch wieder in ihre Gewalt. Die vier Seeräuber flohen mit Kapitän Philipps auf ein Beiboot, das inzwischen ohne Benzin in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem US-Zerstörer "USS Bainbridge" im Indischen Ozean dümpelt. Nach Informationen des britischen Rundfunksenders BBC haben die Piraten an Bord des Beibootes Wasser und Lebensmittel für eine Woche.

Die vier Seeräuber verlangen Lösegeld für die Freilassung des Kapitäns, sagte der Zweite Offizier der "Maersk Alabama", Ken Quinn, in einem Telefongespräch mit dem US-Nachrichtensender CNN. Während der Frachter wieder Kurs auf seinen kenianischen Zielhafen Mombasa genommen hat, verhandeln FBI-Experten mit den Piraten über die Freilassung des Kapitäns. Unterdessen verstärken die US-Streitkräfte ihre militärische Präsenz am Horn von Afrika. Die USA wollten sicherstellen, dass für die nächsten Tagen alle möglicherweise gebrauchten Ressourcen vorhanden seien, erklärte der Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte im Mittleren und Nahen Osten, General David Petraeus. Möglicherweise bekommen auch die Seeräuber Verstärkung. Angeblich wollen andere Piraten ihren Kollegen zu Hilfe eilen, sagte Andrew Mwangura vom Ostafrikanischen Seefahrerprogramm.

Befreiung der "Hansa Stavanger" durch GSG 9 offenbar geplatzt

Im Fall des ebenfalls von Piraten gekaperten Frachters "Hansa Stavanger" mit fünf deutschen Seeleuten an Bord hatte die Bundesregierung Medienberichten zufolge eine Befreiungsaktion durch die Eliteeinheit GSG 9 erwogen. Dies sei aber daran gescheitert, dass die Seeräuber das Containerschiff zu schnell zu ihrem Stützpunkt in der Bucht von Harardere an der somalischen Küste gebracht hätten, berichtete der "Spiegel". Laut "Focus" kam die Aktion wegen eines Zuständigkeitsstreits zwischen dem Bundesinnenministerium und dem Verteidigungsministerium nicht zustande.

Beide Nachrichtenmagazine berichteten, dass ein Kommando der Anti-Terror-Einheit der Bundespolizei bereits auf dem Weg nach Kenia gewesen sei beziehungsweise bereitgestanden habe. Das Auswärtige Amt, in dem ein Krisenstab an der Freilassung der Entführten arbeitet, wollte zu den Berichten keine Stellungnahme abgeben. Eine Sprecherin sagte am Freitag auf Anfrage lediglich: "Der Krisenstab bemüht sich weiter intensiv um eine Lösung des Falles."

Das Containerschiff mit insgesamt 24 Besatzungsmitgliedern war am 4. April rund 400 Seemeilen vor der somalischen Küste von Seeräubern gekapert worden. Es fährt für die Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg. Das Schiff wurde 1997 gebaut, ist 170 Meter lang und kann 1550 Standardcontainer laden.

Ruf nach Gerichtshof für Piraterie

Hamburgs Justizsenators Till Steffen (Grüne) forderte am Freitag, einen internationalen Gerichtshof zur Verfolgung von Piraterie einzurichten. Deutschland hat bislang in zwei Fällen festgenommene Piraten an Kenia überstellt, wo ihnen der Prozess gemacht werden soll. "Auf Dauer ist es keine Lösung, das Problem bei der kenianischen Justiz abzuladen", sagte Steffen. "Besonders die Idee des Verbandes Deutscher Reeder, diesen Gerichtshof in Hamburg beim Internationalen Seegerichtshof aufzubauen, sollten wir zügig prüfen."

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
chatahootchee (10.04.2009, 18:08 Uhr)
ZUSTAENDIGKEITSSTREIT?
Blamabel. Zum anderen stand ueberall in den Medien, dass die GSG9 eingreifen will. War dies eine Info der Deutschen an die Piraten und diese konnten entsprechend reagieren?
djchrisi (10.04.2009, 17:25 Uhr)
beschämend
Die Amerikaner machens vor. Die machen was für ihre Freiheit. Der Rest der Welt kneift den Schwanz ein und wartet auf Zahlung eines Lösegeld.
MEHR ZUM ARTIKEL
"Maersk Alabama" FBI verhandelt mit Piraten über entführten Kapitän

Das Ringen um den von Piraten gekidnappten Kapitän des Frachters "Maersk Alabama" hält an. Inzwischen hat sich die US-Bundespolizei FBI in die Lösegeld-Verhandlungen mit den vier Piraten eingeschaltet. Ein US-Zerstörer überwacht die Situation, die für die Kidnapper auch aus einem anderen Grund immer ungemütlicher wird. mehr...

Angriff auf "Maersk Alabama" Vier Piraten gegen US-Kriegsschiff

Machtprobe vor der Küste Somalias. Nachdem Piraten den Frachter "Maersk Alabama" angegriffen und den Kapitän in einem Beiboot verschleppt haben, ist ein US-Zerstörer der Crew zu Hilfe geeilt. Die Besatzung der "USS Bainbridge" verhandelt mit den Seeräubern über die Freilassung der Geisel. mehr...

Angriff auf Frachter "Maersk Alabama" US-Besatzung schlägt Piraten zurück

Offenbar nur kurz gelang es somalischen Piraten, den Frachter "Maersk Alabama" in ihre Gewalt zu bringen, dann wehrten sich die 21 amerikanischen Seeleute und schlugen die Entführer in die Flucht. Ein Pirat befindet sich laut Medienberichten im Gewahrsam der Besatzung, die übrigen drei seien mit dem Kapitän als Geisel geflüchtet. mehr...

Piraten-Überfall Deutsche Seeleute auf gekapertem Frachter

Überfall im Indischen Ozean: Piraten haben etwa 740 Kilometer vor der Küste Somalias ein deutsches Schiff gekapert. An Bord des 20.000-Tonnen-Frachters befinden sich 24 Seeleute, darunter auch mehrere Deutsche. Im Auswärtigen Amt wurde ein Krisenstab zusammengestellt mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe