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21. August 2007, 21:17 Uhr

Die Opfer regelrecht hingerichtet

Wehrlos und unbewaffnet: Die Opfer der Mafia-Morde in Duisburg haben nach ersten Ermittlungen der Polizei keine Gegenwehr geleistet. Aus dem Auto, in sie sich befanden, wurde nicht geschossen. Erstmals ist zudem ein Überwachungsvideo aufgetaucht.

Auf dem Überwachungsvideo ist nicht viel zu erkennen

Die sechs Opfer der Mafia-Morde von Duisburg haben bei dem Anschlag keinerlei Gegenwehr geleistet. Die Mordkommission berichtete nach Auswertung der Spuren, dass mindestens zwei Täter von Außen in die beiden Fahrzeuge mit den Opfern geschossen hätten. Aus den Fahrzeugen heraus sei nicht geschossen worden. Die Männer hatten keine Schmauchspuren an den Händen. Es wurden bei ihnen auch keine Waffen gefunden.

Erstmals veröffentlichte die Polizei auch Videobilder einer Überwachungskamera von den mutmaßlichen Tätern im Internet . Die Bilder zeigen schemenhaft wie zwei Männer über ein Tankstellengelände in Tatortnähe flüchten. Die angewinkelten Arme deuten auf das Tragen von Schusswaffen hin. Die Videos wurden vom Bundeskriminalamt aufbereitet. Die Qualität sei bis auf die etwa vier Sekunden lange Sequenz aber kaum brauchbar, erklärte die Polizei.

In Berlin haben italienische Restaurantbesitzer unterdessen zum Kampf gegen Schutzgelderpressung und andere Umtriebe der Mafia aufgerufen. "Wir sagen Nein zur Mafia", sagte Laura Garavini, Koordinatorin der Union der Italiener in der Welt (UIM). "Wir können nicht einfach zugucken. Wir Italiener sind erschüttert über die Bluttat" Es bestehe nun die Gefahr, dass Vorurteile gegen Italiener genährt würden.

Die Killer hatten die Männer in der Nacht nach einer Geburtstagsfeier vor einer Duisburger Pizzeria getötet. "Die Getöteten weisen eine Vielzahl von Einschüssen im Kopf und im Oberkörperbereich auf", so die Ermittler. Sie gehen von einer Blutfehde im Mafiamilieu der kalabrischen 'Ndrangheta aus. Drei der Opfer sollen in San Luca beerdigt werden, zwei weitere in der kalabrischen Ortschaft Siderno, eines in Deutschland. Wann die Beerdigungen stattfinden ist noch unklar.

Die Fahnder gehen inzwischen 250 Hinweisen auf die Täter nach. Die Hinweise sollen bis nach Paraguay reichen. Rund 100 Polizisten seien mit den Ermittlungen beschäftigt. Als Zeugen sucht die Polizei weiter nach zwei Radfahrern, die etwa zur Tatzeit in der Nähe der Pizzeria gewesen sein sollen.

Deutschland durch die Mafia "ernsthaft bedroht"

Der nordrhein-westfälische Innenminister Ingo Wolf (FDP) will jetzt den Innenausschuss des Landtages über die Mafia-Morde und die Ermittlungsarbeit der Polizei informieren. Wolfs bayerischer Amtskollege Günther Beckstein (CSU) sieht Deutschland durch Mafia-Organisationen und organisierte Kriminalität "ernsthaft bedroht". Die Mafia-Morde von Duisburg hätten gezeigt, dass die Gefahren nicht unterschätzt werden dürften, sagte Beckstein. In Bayern laufe derzeit noch ein Ermittlungsverfahren mit einem möglichen Bezug zur kalabrischen Mafia 'Ndrangheta. Dabei gehe es um Rauschgiftdelikte.

DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
Countryjoe (22.08.2007, 07:48 Uhr)
Deutschland ist bedroht!
Also wieder eine gute Gelegenheit die persönlichen Freiheiten der Deutschen weiter zu beschneiden.
Die Mafia wird sich totlachen.
tagora-sagittara (21.08.2007, 23:29 Uhr)
Nein Laura,...
wir wissen alle das Italiener soo nicht sind,...wir wissen aber, daß euer eigenes Rechtssystem die Mafia bis heute nicht ausmetzen konnte,...und ich glaube WIR ALLE wissen warum...
Bennington (21.08.2007, 22:44 Uhr)
Oh man!
Fantastisches Video! Jetzt kann es sich nur noch um Stunden handeln bis die Täter gefasst sind...
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