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Rekonstruktion eines grauenhaften Verbrechens

Noch keine Woche ist die vergewaltigte Inderin tot, nun soll bereits das Verfahren gegen ihre mutmaßlichen Peiniger eröffnet werden. Die Anklageschrift ist ein Protokoll des Grauens.

  Wie dieses indische Schulmädchen fordern viele Demonstranten nach dem Tod einer in Delhi vergewaltigten Studentin die Todesstrafe für Vergewaltiger.

Wie dieses indische Schulmädchen fordern viele Demonstranten nach dem Tod einer in Delhi vergewaltigten Studentin die Todesstrafe für Vergewaltiger.

Indiens Justiz ist für gewöhnlich äußerst behäbig. So zieht sich etwa der Fall eines Vergewaltigungsopfers aus dem südlichen Bundesstaat Kerala seit 16 Jahren hin. Doch nach dem Tod der 23-Jährigen, die in der Hauptstadt Neu Delhi vor Weihnachten vergewaltigt und gefoltert wurde, soll es nun schnell gehen - die Tat war zu bestialisch, das öffentliche Entsetzen ist zu gewaltig, als dass das Volk Verzögerungen dulden würde. Fünf Tage nachdem die junge Frau an ihren Verletzungen starb, sollen die Beschuldigten an diesem Donnerstag des Mordes angeklagt werden.

Die 1000 Seiten starke Anklageschrift, das ist schon vor Veröffentlichung klar, wird ein Dokument des Schreckens sein. Immer mehr Details darüber, was an jenem verhängnisvollen 16. Dezember passiert ist, sind in den vergangenen Tagen an die Öffentlichkeit gelangt. Mit Hilfe von Aussagen des Opfers - das nach der Tat zwischenzeitlich bei Bewusstsein war - und eines Freundes, aus Polizei- und Medienberichten lässt sich die Tat grob rekonstruieren.

Studentin kommt geradewegs aus dem Kino

Demnach verbringen die sechs mutmaßlichen Täter ihren freien Sonntag zunächst damit, Alkohol zu trinken. Dann sollen sie beschlossen haben, mit einem Bus eine Spritztour zu machen. Der 33-jährige Hauptverdächtige und mutmaßliche Drahtzieher des Verbrechens ist nach übereinstimmenden Medienberichten werktags der Fahrer des Busses, der einem Fuhrunternehmer gehört, und transportiert vor allem Schulkinder.

Während der Busfahrer, sein Bruder und vier Bekannte angetrunken aufbrechen, gehen die 23-Jährige und ein fünf Jahre älterer Freund ins Kino. In einem der neuen Einkaufszentren im Süden der Hauptstadt sehen die Studentin und der Ingenieur "Schiffbruch mit Tiger", wie der Nachrichtensender NDTV berichtet.

Es ist nach 21 Uhr, als sie sich auf den Weg nach Hause machen wollen. An einer Haltestelle habe der Bus mit getönten Scheiben und dem Kennzeichen DL-1PC-0149 gewartet, teilt die Polizei später mit. Einer der Insassen, er soll erst 17 Jahre alt und der einzige Minderjährige der Gruppe sein, habe sich als Busschaffner ausgegeben. Er habe die beiden in das Fahrzeug gelockt, habe behauptet, man fahre das gewünschte Ziel an, und habe 20 Rupien (30 Cent) kassiert. Am Steuer soll der Bruder des Busfahrers gesessen haben.

Opfer wehrt sich mit Bissen

Das Fahrzeug setzt sich in Bewegung, neben den sechs Männern sind nach Polizeiangaben nur die Frau und der Freund an Bord. Dann beginnt der Horror: Die Zeitung "The Hindu" schreibt unter Berufung auf Opferaussagen, zunächst habe der Freund protestiert, weil der Bus von der Route abgewichen sei. Dem Polizeibericht zufolge beginnen die Männer daraufhin, ihn mit einer Eisenstange auf Kopf, Arme und Beine zu schlagen. Als die Frau einschreitet, ist ihr Schicksal besiegelt.

Die "Times of India" berichtet unter Berufung auf die Vernehmung des Hauptverdächtigen, dass es der Frau zunächst gelungen sei, den Mann zu beißen. "Er sagt, als sie sich wehrte und seine Hand biss, sei er sehr wütend geworden", erzählt ein Ermittler der Zeitung aus dem Verhör. "Alkohol und der Widerstand des Opfers haben ihn durchdrehen lassen." Freunde des 33-Jährigen hätten den Mann als "verrückt" und streitsüchtig beschrieben.

Während der Bus ziellos durch die Stadt fährt, wird die 23-Jährige auf unbeschreibliche Art und Weise vergewaltigt und misshandelt. Mit der Eisenstange fügen ihre Peiniger ihr so schwere innere Verletzungen zu, dass Ärzte später laut NDTV einen Teil des gerissenen Darms entfernen müssen. "The Hindu" zitiert Polizeiquellen, wonach es für den Ermittler schon "psychologisch verheerend" gewesen sei, die Wunden des Opfers nur zu protokollieren.

Martyrium dauert eine Stunde

Nach rund einer Stunde Fahrt sollen die Täter ihren Opfern Geld und Handys abgenommen, sie nackt ausgezogen und an einer Schnellstraße aus dem Bus geworfen haben. Die Nachrichtenagentur IANS berichtet, die Männer hätten dann noch versucht, die beiden zu überfahren. Dem 28-Jährigen sei es gelungen, die Freundin zur Seite zu ziehen. Er überlebt verletzt. Sie kämpft 13 Tage lang um ihr Leben - dann verliert sie den Kampf am vergangenen Samstag in einem Spezialkrankenhaus in Singapur. Indien ist geschockt. Am Neujahrstag wird ihre Asche in den für Hindus heiligen Fluss Ganges gestreut.

Die Beschuldigten versuchen nach Darstellung der Polizei, ihre Spuren zu verwischen - erfolglos. Sie werden festgenommen und nun vor ein Schnellgericht gestellt. Bei dem angeblich 17-Jährigen wird laut Polizei noch geprüft, ob er tatsächlich minderjährig ist - dann würde gegen ihn nach Jugendstrafrecht verhandelt. Sollte sich erweisen, dass er doch schon volljährig ist, droht ihm dieselbe Strafe wie seinen mutmaßlichen Komplizen: Der Tod durch den Strang.

Can Merey, DPA/DPA

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