Tote und Verletzte auf vereisten Straßen

17. Februar 2009, 07:39 Uhr

Kein Ende des Winters in Sicht: Vor allem im Süden und im Osten des Landes verursachten schwere Schneefälle und Eisglätte ein Chaos auf den Straßen. Allein im Südwesten der Republik ereigneten sich im Berufsverkehr rund 200 Unfälle. Auf bayerischen Landstraßen kamen zwei Menschen ums Leben.

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Wieder vielerorts im Einsatz: Schneepflug bei Neustadt im Schwarzwald©

Umgestürzte Lastwagen, gesperrte Straßen und zwei Tote: In einigen Regionen Deutschlands haben heftige Schneefälle und Straßenglätte in der Nacht zum Dienstag zu starken Verkehrsbehinderungen und Unfällen geführt. Betroffen waren insbesondere der Süden und Osten. Im Norden und Westen entspannte sich durch höhere Temperaturen die Verkehrslage hingegen ein wenig.

Auf der Bundesstraße 12 bei Haag in Oberbayern wurde bei einem Frontalzusammenstoß von einem Kleintransporter und einem Lastwagen ein Fahrer getötet und ein weiterer schwer verletzt. Aus unbekannter Ursache waren beide Fahrzeuge am frühen Dienstagmorgen auf schneeglatter Straße kollidiert. Bei einem Zusammenstoß mit einem Linienbus starb ein Autofahrer im bayerischen Deisenhausen. Der 25-Jährige war am späten Montagabend mit seinem Wagen auf spiegelglatter Fahrbahn in den Gegenverkehr geraten und dort gegen den Bus geprallt, wie die Polizei in Kempten mitteilte. Das Auto wurde wieder nach rechts geschleudert und stieß gegen einen Baum. Der Mann war sofort tot.

200 Unfälle im Südwesten

Im Südwesten waren vor allem die höheren Lagen von den Behinderungen betroffen, etwa auf der Schwäbischen Alb und im Schwarzwald. Straßen mussten zeitweise gesperrt werden, Streufahrzeuge waren im Dauereinsatz. Bei knapp 200 Unfällen am Morgen in Baden-Württemberg wurden drei Menschen schwer verletzt, 31 leicht.

In weiten Teilen Thüringens und im Süden Sachsen-Anhalts kam es in der Nacht und am Morgen wegen Schneeglätte und überfrierender Nässe ebenfalls zu Verkehrsbehinderungen. Auf der Autobahn 71 brach ein Lastwagen am Morgen nahe dem Dreieck Suhl durch die Mittelleitplanke und blockierte beide Fahrtrichtungen, teilte die Polizei mit. Verletzt wurde dabei niemand. Bereits in der Nacht waren wegen der Glätte auf Autobahnen und Landstraßen Lastwagen liegen geblieben. Auch im Südwesten Sachsens führte der Schneefall zu Dutzenden Unfällen.

Störungen gab es auch im Flugverkehr. Wegen starker Schneefälle fielen am Dienstag auf dem Münchner Flughafen zahlreiche Flüge aus. Mindestens 30 Starts und Landungen mussten annulliert werden. Die Verspätungen lagen zwischen einer halben und einer Stunde. Die anhaltenden Schneefälle hätten es nötig gemacht, die Start- und Landebahnen ständig zu räumen und die Maschinen zu enteisen. Die Flugsicherung verlängerte zudem aus Sicherheitsgründen zeitweise die Abstände zwischen den Starts und Landungen.

Lawinengefahr deutlich gestiegen

Meteorologen erwarteten noch bis zu einem halben Meter Neuschnee und danach eine frostige Nacht zum Mittwoch. Örtlich sollen die Temperaturen unter minus 20 Grad fallen. Oberhalb der Baumgrenze herrscht inzwischen große Lawinengefahr, heißt es weiter. Nach Angaben des Lawinenwarndienstes drohen vor allem Schneebrett-Lawinen. Besonders gefährlich seien eingewehte Hangzonen in nordwestlicher Lage. Bereits geringe Belastungen könnten dort zu Lawinen führen.

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KOMMENTARE (3 von 3)
 
susiwolf (17.02.2009, 10:22 Uhr)
Die Krallen kreischen ...
Wie in den sechziger Jahren ... so sollte es noch heute schallen. Das Krächzen, Krallen, Kreischen und Kratzen von 'spikes' - bewehrten Autos. Die Überlebensstrategie der Skandinavier hat was. Für Leute, die dort mit reinen Gummis unterwegs sind, hat man im Winter nur ein müdes Lächeln übrig. Hier greift man zu. Von November bis Ende Februar Pflicht und davor und danach toleriert. Spikes-Räder sind die Zauberformel.
Nur: von Ostern bis Mitte Oktober eines Jahres ist Sommer. Dann auch Sommerreifen.
Aber wir haben ja den 'climate-change' ...
Der macht einen Wintereinbruch in Deutschland nur noch zum Überraschungsei. Das überrascht dann wirklich ... und ist überraschend.
RBrunnerHH (17.02.2009, 09:44 Uhr)
WINTERREIFENPFLICHT
sofort!
kohlenss (17.02.2009, 09:25 Uhr)
Liebe Ökos
offensichtlich wirkt die Erderwärmung noch nicht so richtig. Tipp: Versucht das doch mit Hilfe von ein paar Forschungsmillionen herauszubekommen. Bin gespannt, was Ihr dann alle uns predigen werdet.
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