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10. Dezember 2009, 20:00 Uhr

Feinstaub entsteht erst in der Atmosphäre

Wer Feinstaub vermeiden will, muss seine Quelle kennen. Laut einer neuen Studie entsteht ein Gros des gesundheitsschädlichen Stoffs nicht etwa direkt bei der Verbrennung, sondern erst durch chemische Reaktionen in der Atmosphäre. Eine wichtige Erkenntnis, um Feinstaub wirksam zu bekämpfen.

Feinstaub, Entstehung, Science, Klimamodelle, Abgase

Autos als Feinstaubschleudern? Nach neuen Erkenntnissen entsteht hier nur ein kleiner Teil der gesundheitsschädlichen Partikel© Theo Heimann/DDP

Ein internationales Forscherteam hat das Rätsel um die Entstehung des gesundheitsgefährdenden Feinstaubs in der Luft gelöst. Die im Magazin "Science" veröffentlichten Ergebnisse der Studie sollen die gezielte Vermeidung von Feinstaub fördern und in künftige Klimamodelle einfließen.

Nur ein Teil des Feinstaubs entsteht der Untersuchung zufolge unmittelbar bei der Verbrennung von Treibstoffen oder Holz. Der Rest bildet sich erst in der Atmosphäre aus unterschiedlichen Substanzen, die zum Teil aus Abgasen, aber auch aus natürlichen Quellen wie zum Beispiel Wäldern, stammen. Die stete chemische Umwandlung in der Atmosphäre führt dazu, dass der Feinstaub in fast allen Weltregionen ähnlich aufgebaut ist, unabhängig von den genauen Ausgangsstoffen.

Experten des Schweizer Paul Scherrer Instituts (PSI), der University of Colorado und 29 weiterer Forschungseinrichtungen aus verschiedenen Ländern untersuchten für ihre Studie die Zusammensetzung der organischen Anteile des Feinstaubs für verschiedene Regionen der Welt und bestimmten, aus welchen Quellen er stammt. Urs Baltensperger, der Leiter des PSI-Labors für Atmosphärenchemie, nannte es verblüffend, wie ähnlich die Befunde in Bezug auf das Verhalten von Feinstaub an den verschiedenen Orten waren. So werde die Mehrheit des Feinstaubs nicht direkt als Partikel bei der Quelle emittiert, sondern bilde sich erst in der Atmosphäre. Diese Versuche seien auch im Labor mit kontrollierten Experimenten in der PSI-Smogkammer nachvollzogen worden.

Feinstaubbildung gezielt vermeiden

Wie das PSI am Donnerstag mitteilte, konnte erstmals geklärt werden, welche Rolle einzelne Bestandteile der Abgase für die Feinstaubbildung spielen. Die Untersuchungen dürften helfen, in Zukunft gezielt die Feinstaubbildung zu vermeiden und dadurch unter anderem zu besserer Luft in den Innenstädten beizutragen. Sie würden auch eine wichtige Rolle für zukünftige Klimamodelle spielen. Für zusätzliche Lufthygieneregulationen sollte nicht nur der primäre, sondern auch der sekundäre Feinstaub in Betracht gezogen werden, sagte Baltensperger.

Eine große Vielfalt an chemischen Vorgängen, bei denen größere Moleküle in kleinere zerfallen können oder sich kleine Moleküle zu größeren zusammenschließen und an Feinstaubkörnchen anlagern können, findet laufend in der Atmosphäre statt. Um die wesentlichen Veränderungen der organischen Materie in der Atmosphäre zu verstehen, ist es aber nicht nötig, jede Einzelne der vielen Tausend Substanzen zu verfolgen, die in der Luft enthalten sind.

Nur wenige Substanzen entscheidend

Wie die Forscher zeigen konnten, reichte es, wenige bestimmte chemische Eigenheiten der Substanzen zu untersuchen, die für das Verhalten in der Atmosphäre entscheidend sind. Zum Beispiel sei das Verhältnis von Sauerstoff- zu Kohlenstoffgehalt in einer Substanz wesentlich dafür, ob diese Wasser aufnimmt und damit, ob die Feinstaubkörnchen Keime für die Wolkenbildung sein können, wird Andre Prevot zitiert, der das Projekt federführend am PSI betreut.

Die detaillierten Untersuchungen der Feinstaubzusammensetzung machte dem Institut zufolge ein neuartiges Gerät möglich, ein spezielles Massenspektrometer, mit dem minutengenau die Luftzusammensetzung bestimmt werden kann. Insgesamt nahmen die Forscher an 26 verschiedenen Orten der Nordhalbkugel Messungen vor.

AP
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
paladin09 (16.12.2009, 06:38 Uhr)
Feinstaub entsteht in der
Atmosphäre. Danach wären alle bisherigen Verlautbahrungen - Vermutungen - Erkenntnisse zum Feinstaub grundlegend falsch. Feinstaub kann somit auch grenzüberschreitend zu uns kommen und auf uns niedergehen und transportieren wir bei uns entstehenden Feinstaub global in andere Regionen. Kein Wunder, das die Umweltzonen in den Städten so wenig bis garnichts bisher gebracht haben.
soondecember (12.12.2009, 18:03 Uhr)
die wirklichen Verursacher
Feinstaub der die menschliche Lunge erreicht entsteht massiv: durch Raucher, am schlimmsten in Wohnräumen und in Familienräumen mit Kindern.
Weiter entsteht in Feinstaub-Problem-Städten wie Stuttgart insbesondere Feinstaub durch Heizungsanlagen.
Wenn man also ärmere Mitbürger mit älteren Autos diskriminiert bis enteignet,
dann müsste man konsequenterweise auch das Heizen in Stuttgart einschränken, zumal die Plaketten am Auto kaum messbare Veränderungen brachten. Wenn man die EU-Gesetze konsequent durchhalten muss, wäre auch die Industrie ein weiterer Verursacher, das Abschalten industrieller Anlagen wäre nur folgerichtig. Entweder konsequent oder gar nicht. Aber laut auszusprechen, dass das Feinstaubgesetz totaler Stuss ist, darf man nicht. Obwohl es nachweisbar ist, dass der "Feind" Auto nicht in relevaner Weise der Täter ist (siehe FAZ, nur 3 Prozent Reduktion durch Feinstaub, 3 Prozent entsprechen der Messungenauigkeit)
Watschdog39 (12.12.2009, 15:06 Uhr)
Holzfeuerung ?!?
Es kann nicht mehr raus kommen als drinnen ist !!!!!
Co² wurde vom Holz (Der Pflanze) aufgenommen; teilweise verarbeitet und der Rest gespeichert. Der Geruch des brennenden Holzes ist kein Indiz für unsaubere Verbrennung oder Schadstoffausstoß. Städter beurteilen vieles nur mit der Nase; ohne Hintergrundwissen.
Feinstaubplaketten sind nur ein weiterer Irrweg in dem Klimagezeter.
Waldsterben?? die Bäume stehen alle noch!!!
Erderwärmung?? Schneestürme und längere Heizperioden sind Fakten!!!!
Alles nur Geldmacherei.
Gallagher (11.12.2009, 13:52 Uhr)
Dr. Marlboro
ZITAT:
Nur ein Teil des Feinstaubs entsteht der Untersuchung zufolge unmittelbar bei der Verbrennung von Treibstoffen oder Holz. Der Rest bildet sich erst in der Atmosphäre aus unterschiedlichen Substanzen, die zum Teil aus Abgasen, aber auch aus natürlichen Quellen wie zum Beispiel Wäldern, stammen.


Muss wieder einen alten Running Gag der 60-er Jahre ausgraben:

Übrigens, rauchen soll doch nicht gesundheitsschädlich sein.
gez. Dr. Marlboro
deholgi (11.12.2009, 11:58 Uhr)
Das ist gewollt
Vorher kommen den diese Belastungen der Umwelt durch Feinstaub. Sicher nicht durch Erdgas und CO2. Aber man subventioniert Diesel oder Holzfeuerung?!?
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Gerade letztgenannte trägt ja stark zu der Feinstaubbelastung bei. Man kann es jeden Winter in ländlichen Gegend mit der eigenen Nase einschnaufen. Aber wir sind ja Klimaneutral, ob nebenbei die Menschen immer mehr an Asthma leiden, ist völlig Wurscht.
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Und bevor man die Innenstädte durch Plaketten Autofrei macht, damit nur noch die Elite in die Stadt fahren kann/darf, sollte man mal auf den Autobahnen endlich eine Geschwindigkeitsbeschränkung einführen.
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Ich denke diese Studie (so glaubwürdig sie auch immer ist wenn ich mir die letzten Studien über den Klimawandel anschaue), kann vielleicht mal etwas in diese Richtung bewirken. Denn die Kernaussage ist wohl, dass nicht nur dort wo die Abgase entstehen auch zwangsläufig der Feinstaub entsteht.
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Also raus aus dem Auto und rein in den Zug, wo immer es geht. Dann haben wir auch bald mal wieder saubere Luft. Und verdonnert endlich die Hausbesitzer mit Holzfeuerung zu effektiven Filtern bei den Abgasen. Technisch schon möglich.

Holgi
apollo23 (11.12.2009, 10:37 Uhr)
... und was bringt uns diese Erkenntnis?
Wohl kaum die Rücknahme der Umweltzonen!

Es wird in absehbarer Zeit eine zusätzliche Feinstaub-Steuer geben. Die Gelder fließen aber nicht in die Erforschung und Techniken zur Vemeidung - dazu wird die Industrie einfach durch neue Gesetzgebungen gezwungen - und auch nicht in das Gesundheitssystem, sondern in die Rentenkasse.
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