Vorhersagen, wann so etwas wie die "Jahrhundertflut" wieder eintritt, ließen sich nicht machen, sagen Meteorologen. Manche Maßnahmen könnten aber zur Entspannung von Hochwasserlagen beitragen.

Die im Sommer 2002 überflutete Dreiflüssestadt Passau: "keinerlei Vorhersagen möglich"© dpa
Eine Jahrhundertflut wie im vergangenen Sommer kann nach den Worten des Potsdamer Klimaforschers Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe jederzeit wiederkehren. ""Jahrhunderthochwasser" ist ein statistischer Begriff. Er bedeutet nicht, dass wir jetzt 99 Jahre Ruhe haben", erläuterte der Experte vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung in einem dpa-Gespräch. Gleichwohl seien solche Hochwasser sehr seltene Einzelereignisse. "Es lassen sich keinerlei Vorhersagen machen, wann so etwas wieder eintritt."
Ob Elbefluten wie die des vergangenen Sommers durch den globalen Klimawandel häufiger werden könnten, ist nach Gerstengarbes Worten nicht geklärt. "Wir wissen, dass durch den Klimawandel generell Extremereignisse wie Dürre, Stürme und Hochwasser zunehmen." Ein Zusammenhang mit dem Sommerhochwasser der Elbe sei jedoch nicht belegt. "Anders ist es beim Winterhochwasser des Rheins", betonte Gerstengarbe. "Dort ist der Zusammenhang mit den milderen Wintern der vergangenen 30 Jahre eindeutig." Die dem Klimawandel zugeschriebenen wärmeren Wintertemperaturen ließen durch stärkere Niederschläge die Pegel häufiger steigen.
Vermeiden lassen sich extreme Hochwasserereignisse nicht, betonte der Meteorologe. "Durch Rückbaumaßnahmen in gefährdeten Gebieten lassen sich die Folgen mildern, aber das Hochwasser tritt natürlich trotzdem auf." Durch entsprechende Maßnahmen, die dem Wasser mehr Raum geben, ließe sich die Hochwasserlage entspannen. "Und man muss sich wirklich überlegen, ob man in potenziellen Hochwassergebieten baut."