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26. Juli 2010, 12:00 Uhr

Gefängnisdirektorin setzt Häftlinge als Auftragskiller ein

Sie bekamen Ausgang, Dienstfahrzeuge und die Waffen ihrer Wärter: Die Insassen einer Haftanstalt im Norden Mexikos haben offenbar bei mehreren Massakern 35 Menschen ermordet - im Auftrag ihrer Gefängnisdirektorin.

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Blutflecken und umgestürzte Stühle zeugen von dem Überfall auf eine Party in Torreón: Das Massaker soll auf das Konto der jetzt festgenommenen Häftlinge gehen© AP

Eine mexikanische Gefängnisdirektorin hat Insassen ihrer Anstalt bewaffnet und als Auftragsmörder eingesetzt. Die Häftlinge hätten seit Februar wahrscheinlich 35 Menschen getötet, teilte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft mit. Die Gefängnisdirektorin und drei weitere Personen seien unter Hausarrest gestellt worden.

"Die Täter sind vermutlich eine Gruppe von Gefangenen des Gomez Palacios Rehabilitationszentrums, die aus dem Gefängnis gelassen wurden, um mit den Waffen der Wärter diese Hinrichtungen auszuführen", sagte der Sprecher. Die Häftlinge hätten die Anstalt über Nacht verlassen dürfen, "um Auftragsrachemorde zu verüben, dabei fuhren sie mit Dienstfahrzeugen und benutzten Waffen der Wärter". Anschließend seien die Täter in die Haftanstalt zurückgekehrt.

Die Auftragsmörder sollen für drei Massaker in Torreón, einer Industriestadt im nördlichen Bundesstaat Durango, verantwortlich sein: Im Februar waren dort mehrere Menschen erschossen worden, im Mai wurden 15 Besucher einer Bar niedergemetzelt, und vor gut einer Woche tötete ein Killerkommando 17 Gäste einer Geburtstagsfeier und verletzte 18 weitere zum Teil schwer.

Patronen verraten die Auftraggeber

Auf die Spur zum Gefängnis Gomez Palacios kamen die Ermittler durch Munition, die an den Tatorten gefunden worden war. Die Patronen waren nachweislich aus vier AR-15-Gewehren der Gefängniswärter abgefeuert worden. Die Überfälle sind Teil eines brutalen Kampfes zwischen rivalisierenden Drogenbanden in Mexiko, durch den seit Dezember 2006 rund 25.000 Menschen starben. Damals entsandte Präsident Felipe Calderón rund 50.000 Soldaten in die nördliche Region.

Die mexikanische Bundespolizei meldete unterdessen die Festnahme eines Führungsmitglieds der Drogenbande La Linea, die unter anderem für einen Autobombenanschlag in der Stadt Ciudad Juarez am 15. Juli verantwortlich gemacht wird. Bei dem Festgenommenen handele es sich um den mutmaßlichen Kassenwart der Gang, Luis Vazquez Barragan.

mad/APN/AFP
 
 
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