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OSZE untersucht Absturzort erstmals mehrere Stunden lang

Nach dem Abschuss der Passagiermaschine MH17 wird weiter nach den Schuldigen gesucht. Die OSZE kann den Unfallort erstmals über längere Zeit untersuchen, trotzdem bleiben viele Fragen offen.

  OSZE-Mitarbeiter sprechen an der Absturzstelle mit einem prorussischen Separatisten

OSZE-Mitarbeiter sprechen an der Absturzstelle mit einem prorussischen Separatisten

+++ 21.37 Uhr: OSZE-Expertenteam kann Absturzort drei Stunden lang untersuchen +++

Im Osten der Ukraine hat eine OSZE-Expertengruppe erstmals über längere Zeit den Unfallort untersuchen können. "Wir waren drei Stunden lang an der Absturzstelle und konnten uns freier bewegen als gestern", berichtet eine OSZE-Sprecherin. Zuvor hatten sich die Experten über massive Einschränkungen durch bewaffnete Kämpfer der prorussischen Separatisten beschwert.

Dennoch wird der Einsatz der internationalen Expertengruppe von Gefechten zwischen ukrainischer Armee und den Aufständischen in der Region überschattet. "Wir haben Explosionen in der Umgebung gehört", so die Sprecherin. Es seien in der Nähe aber keine Schüsse zu hören. "Wenn die Sicherheitslage es zulässt, wollen wir am Sonntag wieder versuchen, Zugang zur Absturzstelle zu bekommen."

+++ 21.25 Uhr: Russland wirft Westen Stimmungsmache vor +++

Angesichts des internationalen Drucks auf Moskau wirft der russische Vizeaußenminister Sergej Riabkow den USA und dem Westen Stimmungsmache gegen Russland vor. "Die Mitteilungen der Vertreter der amerikanischen Verwaltung sind ein Beweis für eine völlig abwegige Wahrnehmung Washingtons dessen, was in der Ukraine vor sich geht", erklärt Riabkow gegenüber russischen Nachrichtenagenturen. "Trotz des eindeutigen und unbestreitbaren Charakters der von den Rebellen und von Moskau vorgebrachten Argumenten, verfolgt die amerikanische Verwaltung ihre eigenen Ziele."

Riabkow wirft den "offiziellen Vertretern einiger Staaten" in der Erklärung zudem vor, "sich eifrig zu bemühen, ihre Versionen der Katastrophe zu verbreiten und damit sogar den Ablauf der Untersuchung zu beeinflussen". Der russische Vizeregierungschef Dmitri Rogosin kritisiert im Kurznachrichtendienst Twitter, dass Washington bereits festgestellt habe, wer "schuldig ist, bevor die Untersuchung der Katastrophe beginnt".

+++ 19.39 Uhr: Leichen-Abtransport von Separatisten bestätigt +++

Die Separatisten bestätigen den Abtransport sterblicher Überreste von der Absturzstelle der Passagiermaschine. "Einige Dutzend Leichen", die mitten in der Ortschaft Grabowo gelegen hätten, seien "in Anwesenheit von OSZE-Beobachtern" nach Donezk gebracht worden, sagt der Rebellensprecher Sergej Kawtaradse.

"Es war aus hygienischen Gründen unmöglich, sie weiter dort liegen zu lassen", so Kawtaradse. Die Leichen würden in Donezk ausländischen Experten übergeben. Zuvor hatte die ukrainische Führung den Aufständischen vorgeworfen, Beweismaterial vom Absturzort zu entwenden.

+++ 19.23 Uhr: Separatisten sichern OSZE Zusammenarbeit zu +++

Die prorussischen Separatisten weisen Vorwürfe zurück, sie würden eine Untersuchung des Absturzes massiv behindern. "Wir haben der OSZE zugesagt, weder die Flugschreiber zu entfernen noch Leichen abzutransportieren", sagt einer der Sprecher der Aufständischen in Donezk. Die Regierung in Kiew setze offenbar auf eine Verzögerungstaktik. "Die internationalen Experten sollen jetzt doch erst an diesem Sonntag zum Wrack kommen. Wertvolle Zeit geht verloren - Zeit, in der Spuren völlig zerstört sein können", kritisiert der Sprecher.

Auch Separatistenanführer Alexander Boradaj sichert den Experten eine Zusammenarbeit zu. "Die Flugschreiber können zum Beispiel dem Internationalen Roten Kreuz übergeben werden, kein Problem", so Borodaj. Er weist Berichte zurück, denen zufolge ein Team der OSZE am Freitag mit Warnschüssen empfangen worden sei. "Vielleicht war naher Kampflärm zu hören. Aber von uns hat niemand geschossen", betont er.

+++ 18.58 Uhr: Cameron: Haltung gegenüber Russland überdenken +++

Großbritannien fordert die EU auf, ihre Haltung gegenüber Russland nach dem Abschuss des Passagierjets zu überprüfen. Darin sei sich Premierminister David Cameron mit seinem niederländischen Amtskollegen Mark Rutte einig, teilt die Regierung nach einem Telefonat der Regierungschefs mit, ohne weitere Details zu nennen. Es gebe zunehmend Hinweise darauf, dass prorussische Separatisten für den Abschuss verantwortlich seien.

+++ 18.38 Uhr: Berichte über gestohlene Kreditkarten der MH17-Opfer +++

Niederländische Banken leiten Vorsichtsmaßnahmen gegen möglichen Kreditkarten-Betrug ein. Es gebe Berichte, wonach Kreditkarten von Absturz-Opfern vom Trümmerfeld "gestohlen" worden sein, teilt der niederländische Bankenverband mit. Mögliche illegale Abbuchungen würden den Angehörigen ersetzt, hieß es in der Erklärung.

+++ 17.45 Uhr: Niederlande sammelt DNA-Vergleichsmaterial +++

Niederländische Ermittler haben mit dem Sammeln von DNA-Vergleichsmaterial begonnen. Insgesamt 80 Beamte hätten seit Samstagmorgen in den Niederlanden "40 Adressen" aufgesucht, um Angehörige der Passagiere um Proben zu bitten, sagt ein Sprecher der forensischen Abteilung der niederländischen Polizei. In den kommenden Tagen sollten Angehörige aller 192 bei dem Absturz getöteten niederländischen Staatsbürger von den Experten besucht werden. Benötigt würden neben den DNA-Proben auch Informationen etwa über Operationsnarben, Tattoos oder die Haarfarbe der zu Identifizierenden.

+++ 17.31 Uhr: Malaysia Airlines veröffentlicht Passagierliste +++

Die Fluggesellschaft Malaysia Airlines veröffentlicht die Namen der Passagiere des Fluges MH17. Zugleich werden die Angehörigen und Freunde der Opfer aufgefordert, sich mit der Airline in Verbindung zu setzen. Zwar arbeite man mit den jeweiligen Botschaften zusammen, doch sei es noch nicht in allen Fällen möglich gewesen, Familienangehörige ausfindig zu machen, teilt die Fluggesellschaft mit.

+++ 17.24 Uhr: Kerry und Lawrow fordern Offenlegung aller Beweise +++

Der russische Außenminister Sergei Lawrow und sein US-Kollege John Kerry fordern, dass alle Beweise im Fall des abgestürzten Flugzeugs den internationalen Ermittlern zugänglich gemacht werden müssen. Darüber seien sich beide Minister in einem Telefonat einig gewesen, teilt das Außenministerium in Moskau mit. Beide würden ihren Einfluss auf die Konfliktparteien nutzen, um die Gewalt zu beenden.

Zuvor hatte Russland die ukrainische Regierung und die prorussischen Rebellen aufgefordert, internationalen Experten Zugang zur Absturzstelle des Flugzeugs zu gewähren. Dies sei für die Ermittlungen nötig, so das Außenministerium in Moskau.

+++ 17.15 Uhr: Niederländischer Außenminister in Ukraine gelandet +++

Der niederländische Außenminister Frans Timmermans ist in der Ukraine eingetroffen. "Meine erste Priorität ist, unsere Leute nach Hause zu holen. Die Familien möchten ihre Verwandten begraben", sagt er bei einem Treffen mit Präsident Petro Poroschenko in Kiew.

Sobald Beweise vorliegen würden, "werden wir nicht stoppen, bis die Schuldigen vor Gericht stehen", so Timmermans weiter. Dies schließe "nicht nur die ein, die auf den Knopf drückten, sondern auch jene, die das möglich machten".

+++ 17.08 Uhr: Briten fordern mehr Unterstützung von Russland +++

Die britische Regierung wirft Russland vor, zu wenig zur Aufklärung beizutragen. "Wir bekommen nicht genug Unterstützung von den Russen", sagt der neue Außenminister Philip Hammond. Russland nutze seinen Einfluss auf die Separatisten nicht ausreichend, um sie dazu zu bringen, die Absturzstelle zugänglich zu machen.

"Die Augen der Welt werden auf Russland schauen um zu sehen, ob es seinen Verpflichtungen in den kommenden Stunden gerecht wird", so Hammond. Er kündigt an, den russischen Botschafter in London ins Außenministerium einzuberufen, um ihm diese Ansicht mitzuteilen. Unter den fast 300 Menschen, die bei dem Absturz starben, waren zehn Briten.

+++ 16.37 Uhr: OSZE-Experten weiterhin von Separatisten behindert +++

Den OSZE-Beobachtern wird erneut der vollständige Zugang zur Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs in der Ukraine verwehrt. Bewaffnete Separatisten behindern die Arbeit der etwa 20 OSZE-Vertreter, wie ein Sprecher mitteilt. Die Gruppe habe jedoch zumindest mehr Bewegungsfreiheit als am Vortag bekommen. Am Freitag konnten sich die Beobachter lediglich etwa 70 Minuten lang an der Absturzstelle aufhalten.

Die OSZE-Mitarbeiter hätten beobachtet, wie Leichen der 298 ums Leben gekommenen Passagiere des Flugs MH17 von Unbekannten in Plastiksäcke gepackt und an den Straßenrand geräumt wurden, so der Sprecher weiter. Erklärungen dafür erhielten die OSZE-Vertreter nicht. Das gesamte Absturzgebiet sei nach wie vor scharf bewacht. "Wir wurden von Schwerbewaffneten streng beobachtet und mussten uns vorsichtig bewegen", sagt der Sprecher.

  Wer die Leichen in die Plastiksäcke gepackt hat und warum, wurde den OSZE-Mitarbeitern nicht erklärt

Wer die Leichen in die Plastiksäcke gepackt hat und warum, wurde den OSZE-Mitarbeitern nicht erklärt

+++ 15.47 Uhr: Hinterbliebene warten in Amsterdam auf Reisestart in Ukraine +++

Hinterbliebene der Insassen des abgestürzten Flugzeugs haben sich am Flughafen Amsterdam-Schiphol versammelt, um zum Absturzort zu reisen. Es sei aber "unklar", wann die Reise in das Konfliktgebiet starten könne, so eine Sprecherin der Fluggesellschaft Malaysia Airlines. Eine Maschine stehe zum Abflug bereit, aber der Zugang zum Absturzort sei nicht geklärt.

+++ 15.40 Uhr: BKA-Experten reisen in Ukraine +++

Zwei Fachleute des Bundeskriminalamtes (BKA) sind zur Bergung und Identifizierung der Absturzopfer in die Ukraine gereist. Ein BKA-Sprecher sagt, die Mitglieder der Identifizierungskommission seiner Behörde seien um kurz nach 14 Uhr von Deutschland aus nach Kiew geflogen. Dort wollen sich die Deutschen mit einem größeren Team von Identifizierungsexperten aus den Niederlanden und voraussichtlich auch aus der Ukraine treffen und die Vorgehensweise besprechen. Die Lage sei recht unübersichtlich. Sowohl der genaue Einsatzort als auch die Führung der Mission müssten noch geklärt werden.

+++ 14.15 Uhr: Schauspieler entschuldigt sich für Scherz +++

Jason Biggs (36) entschuldigt sich für einen nach später Selbsteinschätzung "taktlosen Witz". Der Schauspieler ("American Pie", "Orange Is the New Black") hatte nach dem Absturz getwittert: "Möchte jemand meine Bonusmeilen von Malaysia Airlines kaufen?" Nach ein paar Stunden löschte er den Tweet und entschuldigte sich gleich viermal für seinen "taktlosen und unpassenden Kommentar" nach einer Tragödie, "die jeden traurig und wütend macht, auch mich". Er habe die Hinterbliebenen nicht kränken wollen.

+++ 14.10 Uhr: Airline dementiert Gerüchte über Kurswechsel +++

Malaysias Transportminister weist Medienberichte zurück, das abgestürzte Flugzeug sei womöglich vom Kurs abgewichen. "Die Flugroute war so etwas wie eine Autobahn am Himmel", so Liow Toing Lai in Kuala Lumpur. "Es war eine Route, die die internationalen Luftfahrtbehörden festgelegt haben. ... Die Maschine ist nie in gesperrtem Luftraum geflogen", versichert er. Alle Beteiligten hätten alle Regeln eingehalten. "Aber am Boden sind die Gepflogenheiten der Kriegsführung gebrochen worden. Es sieht so aus, als sei MH17 abgeschossen worden, ein inakzeptabler Akt der Aggression."

+++ 13.43 Uhr: Merkel telefoniert mit Putin +++

Merkel und Putin haben sich für ein schnelles Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe mit den prorussischen Separatisten eingesetzt. Beide Politiker seien sich einig, dass es rasch ein direktes Treffen der Gruppe aus Vertretern der Ukraine, Russlands und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit den Separatisten geben müsse, um eine Waffenruhe zu vereinbaren, teilt der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter in Berlin nach einem Telefonat der Kanzlerin mit Putin am Vormittag mit.

+++ 13.40 Uhr: Russland-Koordinator gegen Blauhelm-Einsatz +++

Der Russland-Koordinator der Bundesregierung, Gernot Erler (SPD), hält Überlegungen in der Union für einen UN-Einsatz in der Ukraine für voreilig. "Solange die Konfliktparteien noch nicht einmal kontinuierlich verhandeln, geschweige denn sich auf einen Friedensplan verständigt haben, machen Blauhelme keinen Sinn", so Erler gegenüber der "Welt am Sonntag". Alle Kraft müsse sich jetzt darauf richten, nach der "Tragödie alle Beteiligten im Ukraine-Konflikt auf eine dauerhafte Feuerpause und einen nachhaltigen Verhandlungsprozess zu verpflichten".

+++ 13.16 Uhr: Bislang 186 Leichen gefunden +++

Ukrainische Rettungskräfte haben bislang 186 Leichen entdeckt. Ein Großteil der rund 25 Quadratkilometer großen Absturzfläche sei bereits abgesucht worden, teilt ein Sprecher des Katastrophenschutzministeriums in Kiew mit. Die prorussischen Rebellen hätten den Rettungskräften erlaubt, nach den Opfern zu suchen. "Aber sie haben nicht gestattet, dass irgendetwas aus dem Gebiet weggebracht wurde", so der Sprecher. "Die Rebellen haben alles weggebracht, was sie gefunden haben."

+++ 12.45 Uhr: Russland sieht Kiew in der Verantwortung +++

Russland verlangt Aufklärung von der Regierung in Kiew. Die entscheidende Frage sei: "Was geschah im Luftraum über der Ukraine und was müssen wir tun, damit so etwas nicht noch einem passiert", so Vize-Verteidigungsminister Anatoli Antonow im russischen Fernsehen. Kiew müsse unter anderem erklären, wieso die ukrainische Armee in der Ostukraine Luftabwehrsysteme mit Raketen vom Typ Buk betreibe, obwohl die Separatisten gar keine Flugzeuge besitzen.

+++ 10.57 Uhr: Kiew wirft Separatisten Zerstörung von Beweisen vor +++

Die ukrainische Regierung wirft den prorussischen Separatisten vor, mit Hilfe Russlands Beweismaterial zum Absturz der malaysischen Passagiermaschine zerstören zu wollen. Die Rebellen hätten 38 Leichen vom Absturzort weggeschafft und hinderten ukrainische Ermittler am Zugang zu dem Gebiet, heißt es in einer verbreiteten offiziellen Erklärung.

+++ 10.53 Uhr: Heftige Kämpfe bei Lugansk +++

Auch nach dem Flugzeugabsturz haben sich Regierungseinheiten und prorussische Separatisten erbitterte Gefechte geliefert. Dem Militär sei es gelungen, den Südosten der Großstadt Lugansk einzunehmen, teilt Verteidigungsminister Waleri Geletej in Kiew mit. Die Armee rücke nun auf den Flughafen vor, sagte der Generaloberst. Die Aufständischen räumten Gebietsgewinne der Sicherheitskräfte an dem Airport ein. Die Offensive des Militärs im Südosten der Stadt sei aber zurückgeschlagen worden, teilt die "Volkswehr" mit. Der Stadtverwaltung von Lugansk zufolge kamen bei den Kämpfen erneut zahlreiche Zivilisten ums Leben.

+++ 10.30 Uhr: Großbritannien schickt Spezialisten +++

Großbritannien schickt Spezialisten für Flugzeugabstürze in die Ostukraine, um bei der Untersuchung der Wrackteile zu helfen. Das sechsköpfige Team solle am Samstag in Kiew eintreffen, teilte die Regierung mit. Das Außenministerium entsendet zusätzliches Konsulatspersonal in die Ukraine, außerdem sollen britische Polizisten bei der Bergung, Identifizierung und dem Heimtransport der getöteten Passagiere helfen. Unter den fast 300 Verstorbenen waren zehn Briten.

+++ 9.50 Uhr: Einigung auf Sicherheitszone +++

Am Ort des Absturzes im Osten der Ukraine ist eine Sicherheitszone vereinbart worden. Wie der Chef der ukrainischen Sicherheitsbehörden, Valentin Naliwaitschenko, in Kiew mitteilt, wurde die Vereinbarung über die weiträumige Sicherheitszone zwischen der Ukraine, Russland, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und den prorussischen Separatisten getroffen, die das Gebiet kontrollieren. Die "wichtigste Aufgabe" bestehe zunächst darin, die Leichen zu identifizieren und die Toten den Hinterbliebenen zu übergeben, so Naliwaitschenko.

+++ 9.40 Uhr: Russland fordert Offenlegung der Flugabwehr +++

Russland fordert die Führung in Kiew auf, alle Dokumente über ihre Luftabwehr im Konfliktgebiet offenzulegen. Die Ukraine müsse einer Untersuchungskommission detailliert Einblick gewähren, wie sie ihre Raketen verwende, so Vizeverteidigungsminister Anatoli Antonow gegenüber dem Fernsehsender Rossija-24. Es stelle sich die Frage, auf welcher Grundlage die Führung in Kiew schon kurz nach dem Absturz der Maschine die Separatisten dafür verantwortlich gemacht habe, so Antonow. Das ukrainische Militär habe Flugabwehrsysteme in dem Konfliktgebiet stationiert, obwohl die Aufständischen keine Flugzeuge hätten, behauptet er.

+++ 9.10 Uhr: Sechs Delegierte der Aids-Konferenz abgestürzt +++

Bei dem Flugzeugabsturz sind mindestens sechs Delegierte der Welt-Aids-Konferenz in Melbourne ums Leben gekommen. Das berichtet die Internationale Aids-Gesellschaft einen Tag vor Eröffnung des Kongresses. In Medienberichten war zuvor von rund 100 Menschen die Rede. Unter den Delegierten waren nach Angaben der Gesellschaft neben dem bekannten Aids-Forscher Joep Lange aus den Niederlanden, dessen Frau Jacqueline van Tongeren und Glenn Thomas, einem Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO), auch die Direktorin von "Aids Action Europe", Lucie van Mens, ihre Kollegin Maria Adriana de Schutter sowie Pim de Kuijer von der Organisation "Stop Aids Now".

+++ 9.00 Uhr: Australien schließt G20-Ausladung für Putin nicht aus +++

Australien droht indirekt mit einer Ausladung für Putin zum G20-Gipfel in Australien. Premierminister Abbott, dessen Schuldzuweisungen an die Adresse Russlands Moskau am Freitag verärgert zurückwies, sagt: "Wir müssen abwarten, aber eins kann ich versichern: Australien ist ein anständiges Land. Wir wollen natürlich sicherstellen, dass Besucher unserem Land Wohlwollen entgegenbringen. Besucher müssen sich Australien gegenüber richtig verhalten. Wir können nur hoffen, dass dies in den kommenden Wochen und Monaten passiert."

+++ 8.40 Uhr: Malaysia Airlines erstattet Geld für stornierte Tickets +++

Die Fluggesellschaft Malaysia-Airlines erstattet stornierte Tickets. Das gelte auch für Billig-Tickets, die normalerweise nicht umgetauscht werden können, teilte die Airline am Samstag in Kuala Lumpur mit. Flüge könnten auch kostenlos umgebucht werden. Das Unternehmen erlebt innerhalb von vier Monaten die zweite Tragödie: Am 8. März verschwand bereits eine Boeing mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg nach Peking unter bislang ungeklärten Umständen.

+++ 8.35 Uhr: Malaysisches Ermittlerteam erwartet +++

Im Laufe des Tages wird ein Ermittlerteam aus Malaysia in Kiew erwartet. Dies bestätigte Malaysias Regierungschef Najib Razak nach einem Telefonat mit Russlands Staatschef Wladimir Putin am späten Freitag. In dem Gespräch habe er Putin aufgefordert, dafür zu sorgen, dass unabhängige Ermittlungen möglich seien, wurde der Ministerpräsident von der malaysischen Nachrichtenagentur Bernama zitiert. Nach Angabenvon Malaysia Airlines sollen insgesamt 62 Ermittler anreisen.

+++ 8.25 Uhr: Röttgen fordert weitere Sanktionen +++

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), stellt weitere Sanktionen gegen Russland in Aussicht. Er "fürchte, weitergehende wirtschaftliche Sanktionen lassen sich nicht mehr verhindern", so Röttgen gegenüber der Zeitung "Welt am Sonntag". Zugleich kritisiert er, es seien Gelegenheiten versäumt worden, Russlands Staatschef Wladimir Putin den Ernst der Lage und die Entschlossenheit der Europäischen Union vor Augen zu führen.

+++ 8.10 Uhr: Union schlägt Blauhelm-Mission vor +++

Die Union schlägt einen UN-Blauhelmeinsatz für die Region vor. "Wir brauchen jetzt schnellstmöglich einen international überwachten Waffenstillstand", so Unionsfraktionsvize Andreas Schockenhoff gegenüber der "Rheinischen Post". "Wir sind jetzt in einer Phase, in der wir über einen Blauhelmeinsatz unter dem Dach der Vereinten Nationen mit einem entsprechenden Mandat nachdenken müssen." Eine Beteiligung der Bundeswehr in der Ukraine schließt der CDU-Außenexperte nicht aus. "Wenn eine solche Mission zustande kommen sollte, würde auch Deutschland gefragt sein."

+++ 8.00 Uhr: Obama spricht mit Merkel, Cameron und Abbott +++

Nach dem wahrscheinlichen Abschuss eines malaysischen Passagierflugzeugs im Osten der Ukraine hat US-Präsident Barack Obama am Freitag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) telefoniert. Wie das Weiße Haus weiter mitteilte, führte Obama zudem Telefonate mit dem britischen Premierminister David Cameron und dem australischen Regierungschef Tony Abbott. In den Gesprächen habe Einigkeit darüber bestanden, dass "umgehend Zugang für internationale Ermittler zur Absturzstelle" gewährleistet werden müsse. US-Vizepräsident Joe Biden telefonierte laut Weißem Haus erneut mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko und Polens Regierungschef Donald Tusk.

mod/fme/DPA/AFP/Reuters/DPA/Reuters
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