. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
3. August 2009, 12:53 Uhr

"Hansa Stavanger" nimmt Kurs auf die Freiheit

Das Entführungsdrama um das deutsche Schiff "Hansa Stavanger" ist glücklich zu Ende gegangen. Nach Zahlung eines Millionen-Lösegeldes haben die Piraten den gekaperten Frachter vor Somalia freigegeben. Das Schiff hat seinen Ankerplatz verlassen und fährt mitsamt der Besatzung Richtung Norden.

Piraten, Somalia, Hansa Stavanger

Die Besatzung der "Hansa Stavanger" könnte schon bald endlich wieder frei sein© Dietmar Hasenpusch/DDP

Vier Monate nach der Entführung des deutschen Frachters "Hansa Stavanger" vor der somalischen Küste haben die Seeräuber das Schiff am Montag wieder freigegeben. Ein Sprecher der EU-Operation Atalanta bestätigte, das Schiff habe am Montagabend (Ortszeit) seinen Ankerplatz bei der Küstenstadt Haradhere verlassen und fahre mitsamt seiner Besatzung Richtung Norden. Die "Hansa Stavanger" werde von Kriegsschiffen aus EU-Staaten begleitet.

Die Bundesregierung reagierte mit großer Erleichterung auf die Freilassung. Den Besatzungsmitgliedern gehe es den Umständen entsprechend gut. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hoffe, "dass die freigelassenen Besatzungsmitglieder und ihre Angehörigen sich von den Strapazen und seelischen Belastungen der letzten Wochen möglichst schnell erholen", erklärte am Montagabend eine Regierungssprecherin in Berlin. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte: "Ich freue mich mit den Freigelassenen und ihren Angehörigen und wünsche Ihnen Kraft, gemeinsam die Strapazen zu verarbeiten."

Ein Sprecher der Piraten hatte in Nairobi zuvor die Übergabe eines Lösegeldes bestätigt. "Wir haben 2,7 Millionen Dollar (2,1 Millionen Euro) vom Eigentümer erhalten", sagte Muse Guled in einem Telefongespräch aus Haradhere. Das Geld war nach Angaben von "Spiegel Online" am Vormittag von einem kleinen Flugzeug über dem Frachter abgeworfen worden. Die Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg gab zunächst keine Stellungnahme zu der Freilassung ab.

Das Containerschiff war am 4. April rund 400 Seemeilen vor der Küste zwischen Kenia und den Seychellen entführt worden. An Bord der "Hansa Stavanger" befinden sich fünf Deutsche, darunter zwei 19-jährige Auszubildende, ein nautischer Offizier und der Kapitän.

Die Freigabe des Schiffes war bereits Ende vergangener Woche erwartet worden. Angeblich versuchten die Piraten dann noch einmal, das Lösegeld in die Höhe zu treiben. Am Montag wurde dann doch die ursprünglich vereinbarte Summe akzeptiert.

Am Wochenende hatte sich Reeder Frank Leonhardt erstmals über die Zustände an Bord der "Hansa Stavanger" geäußert. "Alle Besatzungsmitglieder an Bord sind in physisch guter Verfassung", sagte Leonhardt der "Bild am Sonntag". Er räumte allerdings ein, dass es in psychischer Hinsicht anders sei. "Selbstverständlich ist die seelische Belastung für die Seeleute wie auch für ihre Angehörigen erheblich."

Der Verband deutscher Kapitäne und Schiffsoffiziere sowie die Ehefrau des Kapitäns hatten die Reederei kritisiert. Die Situation an Bord sei sehr ernst, es herrsche Wassermangel, Besatzungsmitglieder seien erkrankt. Dies sei aus Telefongesprächen und E-Mails mit den Angehörigen hervorgegangen, die die Entführten unter Aufsicht der Piraten verfasst hätten.

Die EU-Operation hatte zuvor bereits die Freilassung eines indonesischen Schiffs bekannt gegeben. Die "Masindra Seven" mit elf indonesischen Besatzungsmitgliedern war im vergangenen Dezember gekapert worden.

DPA
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
Silbador (04.08.2009, 08:03 Uhr)
Water-Sheriffs einsetzen
Schhiffe, die durch gefährdete Regionen müssen, nehmen einen Söldnertrupp an Bord. Zusätzlich kreuzen Militärschiffe in geeignetem Abstand zu sen Schiffen um im Bedarfsfall helfen zu können.
2 Jahre in der Art und der Spuk ist vorbei.
Das hat in der Vergangenheit auch funktioniert.
dutchinmex (03.08.2009, 23:34 Uhr)
@Garnet
"Man sollte vielleicht darueber nachdenken diesen Piraten in Deutschland ein Zuhause zu bieten. Zusammen mit Frauen und Kindern."
Ja doch, selbstverständlich und sofort, aber darf man so wenig Ethik zeigen und sie auffordern, die zig-millionen, die sie als Verbrecher ergattert haben, auch voll zu versteuern? Oder sollte man sie gleich ganz intermenschlich-korrekt in das Flüchtlingshilfeprogramm aufnehmen?
haddock (03.08.2009, 23:28 Uhr)
@Garnet
You must be joking
Sie wollen doch nicht allen Ernstes den Piraten in Deutschland ein Zuhause anbieten?
JuergenDI (03.08.2009, 16:28 Uhr)
Ales andere als Glücklich
Nach mehr als 100 Tagen in Geiselhaft von einem glücklichen Ende zu sprechen ist aus sich der Geiseln und unter Betrachtung der Umstände der letzten Monate wohl schon fast als zynisch zu bezeichnen. Endlich kam die Geiselnahme zu einem Überfälligen Ende, das glücklicherweise unblutig war. Und hier einen Militärischen Einsatz zur Befreiung zu fordern, ohne an die möglichen Konsequenzen für die Besatzung zu denken ist überheblich. Besonders, wenn man an einem Computer sitzt, der in Fernost produziert wird, und von diesen Menschen jetzt unter Risiken hier her transportiert wird.
babylon (03.08.2009, 14:24 Uhr)
@Administrator
Ist OK!
Administrator (03.08.2009, 14:18 Uhr)
@babylon
Ihr Kommentar wurde gelöscht, da er eine persönliche Beleidigung enthielt.
Mit freundlichen grüßen,
Ihre stern.de-Admins
raptor-xl (03.08.2009, 14:09 Uhr)
wer einmal zahlt...
...zahlt immer.
und darin sind wir gut und deshalb auch immer wieder gerne beute für andere.
hätten wir die linie wie damals in mogadishu weitergeführt, würden amn sicher vieles, wo deutsch draufsteht, heute in ruhe lassen.
Garnet (03.08.2009, 13:33 Uhr)
Unter den Umstaenden
eine vernuenftige Loesung. Die deutsche Bevoelkerung steht nicht hinter einer Aktion welche die Geiseln mit Gewalt befreien wuerde. Auch gibt es in Deutschland weder die geeigneten Kraefte(Profis) noch die noetige Ausruestung um so etwas durchzufuehren. Ein Versuch wuerde zweifellos im Desaster enden. Man sollte vielleicht darueber nachdenken diesen Piraten in Deutschland ein Zuhause zu bieten. Zusammen mit Frauen und Kindern.
Countryjoe (03.08.2009, 13:19 Uhr)
Feigheit macht Mut
Die Feigheit oder wie auch immer man das Verhalten einer scheinbar souveränen Regiertung gegenüber skrupelosen Verbrechern bezeichnen soll, macht letzteren Mut mit ihren Verbrechen fortzufahren. Dabei hilft nur einses. Ein kompromissloses Vorgehen! Ein Marineeinsatz wäre besser als Lösegeld.
MEHR ZUM ARTIKEL
Entführte "Hansa Stavanger" "Wir können nicht mehr"

Die Lage auf der "Hansa Stavanger" wird immer dramatischer. Mit einer E-Mail meldete sich der Kapitän des gekaperten Containerschiffs. Bundeskanzlerin Merkel bekräftig ihr Vertrauen in den Krisenstab. Nach mehrwöchiger Pause wird wieder mit den Piraten verhandelt. mehr...

Entführte "Hansa Stavanger" Schäuble stoppt geheime Befreiungsaktion

200 Mann einer GSG-9-Spezialeinheit standen bereit, um die vor Somalia gekaperte deutsche "Hansa Stavanger" zu entern. Doch dann blies Innenminister Wolfgang Schäuble die Aktion laut Medienberichten in letzter Minute ab. Das Risiko sei zu hoch gewesen, heißt es. Zudem habe die US-Regierung ihre Hilfe verweigert. mehr...

Geiseldrama im Golf von Aden Nervenkrieg mit somalischen Piraten

Im Golf von Aden überschlagen sich die Ereignisse: Eine Hilfsaktion für die Kidnapper des US-Kapitäns durch die gekaperte "Hansa Stavanger" ist fehlgeschlagen. Weitere Piraten sollen jedoch auf dem Weg zu den Entführern sein, ebenso mehrere somalische Stammesführer. Sie wollen für ein unblutiges Ende des Geiseldramas sorgen. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe