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Warum Nina Davuluri in Indien nie gewonnen hätte

Amerika kürt zum ersten Mal eine indisch-stämmige Frau zur Schönsten der Schönen. In Indien hätte Nina Davuluri wohl nie einen Titel gewonnen. Wegen ihres dunklen Teints.

Von Oliver Noffke

  Nina Davuluri ist Miss America 2014

Nina Davuluri ist Miss America 2014

  • Oliver Noffke

Seit dem 15. September ist Nina Davuluri die erste indisch-stämmige Miss America. Im Geburtsland ihrer Eltern wäre sie jedoch nie so weit gekommen, denn Indien hat eine Obsession für helle Haut. Die indisch-amerikanische Journalistin Anna John formuliert es auf Twitter so: "Das wirklich Interessante ist, dass Miss America Nina Davuluri niemals einen Schönheitswettbewerb in Südostasien gewinnen würde. Denn sie wäre viel zu dunkelhäutig, um als schön wahrgenommen zu werden."

Miss-Wahlen sind in Indien eine Art eigener Industriezweig. Wer einen Titel gewinnt, kann Eindruck bei den Produzenten von Bollywood hinterlassen. Es ist ein Ticket aus dem Elend und Dreck der Straßen in eine Art modernen, fröhlich tanzenden Olymp. Aishwarya Rai Bachchan wurde 1994 zur Miss World gewählt, heute ist sie eine der beliebtesten Schauspielerinnen des Landes. Ihre Haut ist hell, ihre Augen sind grün, womit sie kaum dem Typ einer der mehr als 610 Millionen Frauen Indiens entspricht.

Helle Haut bedeutet Schönheit

"Ich zögere, das Schönheitsideal der hellen Haut direkt mit Rassismus in Verbindung zu bringen", sagt der Indiologe Heinz Werner Wessler von der Universität im schwedischen Uppsala stern.de. Dieses Bild sei, ähnlich wie die runden Frauen im europäischen Barock, historisch bedingt. "Sonnengebräunt sind die Arbeiterinnen, die vornehme Dame setzt sich der Sonne möglichst wenig aus." Im speziellen Falle Indiens findet Wessler, das die Gründe für dieses Schönheitsideal weitaus komplizierter zu erklären sind. "Hautfarbe spielt in Indien in Heiratsverhandlungen gewiss eine Rolle, womöglich sogar eine wichtige, wichtiger ist aber ganz bestimmt der Kastenhintergrund."

Die indische Journalistin Medha aus Neu-Delhi sieht ebenfalls das Kastensystem als Hauptursache für die Vorliebe für helle Haut, sagt sie stern.de. Mitglieder höherer Kasten würden ihr zufolge tendenziell hellere Haut aufzeigen. "Das Schlimmste aber ist, das dieser Glaube 'hell ist schön', durch die Medien ständig wiederholt wird", sagt sie. Bollywood-Schauspieler seien demnach überwiegend sehr hellhäutig. Während sich die Rubens-Damen im 18. Jahrhundert mit Puder zufrieden geben mussten, greifen die Frauen der indischen Mittelklasse heute auf Cremes zurück, mit denen die Haut gebleicht werden soll.

Für die Kosmetikindustrie ist das ein lohnendes Geschäft. 432 Millionen Dollar wurden laut einer Marktuntersuchung 2010 in Indien für bleichende Cremes und Duschgels ausgeben. Welche bizarren Züge das angenommen hat, zeigt ein Werbespot, der im Oktober 2012 erstmals zu sehen war. Eine junge, schöne Frau, ihre Haut so zart wie Porzellan, sitzt unglücklich auf einer Couch. Schuldbewusst blickt sie einen Mann an, der sie ignoriert. Erst nachdem sie ein Duschgel benutzt hat, das den weiblichen Intimbereich aufhellen soll, springt sie fröhlich und unbeschwert mit ihrem Liebsten durch die Wohnung.

Dark Is Beautiful für mehr Selbstbewusstsein

Mittlerweile versucht die Kosmetikindustrie, dieses Schönheitsideal auch bei Männern zu etablieren. Mit Superstar Shah Rukh Khan hat die in Kolkatta ansässige Kosmetikfirma Emami ein Testimonial gefunden, mit dem sich viele junge Männer identifizieren können. Seit Jahren laufen die Fernsehspots für die Fair-And-Handsome-Cremes (hell und gutaussehend) immer wieder ähnlich ab. Ein dunkelhäutiger, hübscher Mann bewundert Khan bei einer Filmpremiere. Dieser weis sofort, wo das Problem liegt und wirft ihm eine Tube der Creme zu. Nach mehrwöchiger Anwendung wird der Erbleichte von hübschen Frauen überrannt.

Auch von den Werbetafeln in Hongkong, Bangkok oder Rio de Janeiro lächeln zumeist ebnfalls Menschen, die sich aufgrund ihrer hellen Hautfarbe weit von der Masse der Bevölkerung abheben. In Jamaika, China oder Südafrika sind Bleichcremes gefragte Kosmetika. Dabei ist umstritten welche Folgen das Bleichen für die Haut hat.

Mit Dark Is Beautiful gibt es seit 2009 eine Bewegung in Indien, die versucht, sich gegen diesen Trend zu stemmen. In Workshops und Seminaren an Schulen und Hochschulen wird darüber gesprochen, wie Selbstbewusstsein aufgebaut werden kann oder wie man Karriere macht - trotz dunklem Teint. Eine der Unterstützerinnen der Kampagne ist die Schauspielerin Nandita Das. Dem britischen "Guardian" erzählte sie, wie tief in der Werbe- und Medienindustrie der Glaube ist, weiße Haut sei ein Äquivalent für Schönheit. Über ihr Engagement für Dark Is Beautiful berichtete auch eine indische Zeitung, die ihr Foto direkt neben dem Artikel platzierte. Ihre Haut sei auf dem Bild mit Photoshop von der Redaktion nachträglich aufgehellt worden, so Das.

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