. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
24. September 2007, 14:31 Uhr

Das hässliche Gesicht der Kirche

Der jüngste Missbrauchsfall im bayerischen Riekofen bringt ein altes Thema wieder auf die Tagesordnung: pädophile Priester. Papst Johannes Paul II. hatte ganz klar gesagt: keine Toleranz für Sexualstraftäter! Blöd nur, wenn sich keiner dran hält.

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat persönliche Konsequenzen aus den Missbrauchsvorwürfen ausgeschlossen© Oliver Lang/DDP

Es war der alte und kranke Papst Johannes Paul II., der dem Spuk ein Ende bereiten wollte. "Null-Toleranz" lautete im Jahr 2002 sein Rezept gegen Pädophile als Priester. Das Tuschel-Thema des sexuellen Missbrauchs sollte endlich ans Tageslicht, die Schuldigen bestraft, den Opfern geholfen werden. Die "Omertá", das Mafia-Gesetz des Schweigens, wie es ein Vatikanjournalist provozierend nannte, sollte gebrochen werden. Mit aller Kraft setzte sich der greise Pole damals dafür ein - offenbar vergeblich. Wenn sich die deutschen Bischöfe bei ihrer Tagung in Fulda - wieder einmal - mit dem Thema befassen, wird vor allem eines klar: Das Problem ist keinesfalls gänzlich überwunden.

"Das ist eine deutsche Angelegenheit"

Der jüngste Fall im bayerischen Riekofen wirkt wie eine Verhöhnung der harten "römischen Linie": Bisherigen Ermittlungen zufolge soll sich ein 39 jähriger Geistlicher jahrelang an einem Ministranten vergangen haben - obwohl er bereits Jahre zuvor wegen sexuellen Kindesmissbrauchs zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war. Selbst nach der Verhaftung des Priesters findet der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller kein Wort der Selbstkritik oder gar der Reue über seine verheerende Personalentscheidung: "Die Verantwortung der Tat trägt der Täter", sagte er. Zwar äußert sich der Vatikan nicht offiziell zu dem neuen Fall, doch intern schüttelt mancher Theologe in Rom nur mit dem Kopf. "Das ist eine deutsche Angelegenheit", sagt ein Insider von Radio Vatikan. "Der Bischof muss sein Verhalten jetzt vor seinen Mitbischöfen rechtfertigen." Schließlich hätten sich die Deutschen vor einigen Jahren selbst strenge Richtlinien gegen die Übergriffe von pädophilen Priestern gegeben. Nun müsse man sich fragen, warum diese nicht immer greifen. "Manche sind wohl auch überfordert." Bischof Müller hatte sich vor der Presse auf das Gutachten eines Therapeuten berufen, dem zufolge ein Rückfall des Priesters ausgeschlossen sei - die Linie der "Null-Toleranz" ist das nicht.

Das Zölibat lockt Priester mit zweifelhaften Neigungen

Das Unwesen pädophiler Priester - es ist das "hässliche Gesicht" der katholischen Kirche. Ob Mexiko oder Brasilien, Deutschland, Österreich oder Irland, USA oder Japan, immer wieder kommen sexuelle Übergriffe ans Tageslicht. Mal sind es Pfarrer, die sich im Zeltlager an Knaben heranmachen, mal suchen sie ihre Opfer unter Ministranten oder unter Priesterschülern. Eine Welle von Skandalen in den USA hatte die dortige Kirche in eine schwere Krise gestürzt, Entschädigungen in zweistelliger Millionenhöhe brachten einige Diözesen an den Rand des Ruins. "Schlimmer noch ist aber der Imageschaden für die Kirche", meint ein römischer Theologe. Angesichts eines Skandals in Irland im vergangenen Jahr kam eine Studie in Dublin zu dem Schluss, dass drei Prozent der dortigen Priester in den vergangenen Jahrzehnten sexuellen Missbrauch begangen hätten. Schätzungen von Theologen gehen davon aus, dass in Deutschland 200 bis 300 Priester pädophil sind. Bei den Angaben handelt es sich um Hochrechnungen auf der Basis der Missbrauchsfälle in den USA. Psychologen und Kirchenkritiker beharren immer wieder darauf, durch das Sex- und Eheverbot (Zölibat) würden Priester mit "zweifelhaften" sexuellen Neigungen geradezu angezogen. Immer wieder fordern kirchliche Reformkräfte, das seit dem Mittelalter geltende Zölibatsgebot solle aufgehoben werden. Doch dazu sagt die Kirche Nein.

Pädophilie Pädophile sind Erwachsene, die sich sexuell zu Kindern des eigenen oder anderen Geschlechts hingezogen fühlen und sie im Extremfall missbrauchen. Viele Pädophile haben nur an Mädchen Interesse, die so genannten Päderasten nur an Jungen, andere machen keinen Unterschied. Bei Frauen kommt Pädophilie sehr selten vor.

Das deutsche Strafrecht droht Kinderschändern bis zu zehn Jahre Haft an. Im Fall des Todes des Opfers sind zehn Jahre die Mindeststrafe. Die Kriminalstatistik des Jahres 2006 wies mehr als 12.700 Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch aus. Dabei ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Nach Ansicht von Experten geht es pädophilen Tätern in vielen Fällen vor allem um Gefühle von Macht und Überlegenheit. Einige Männer wenden sich ersatzweise Kindern zu, weil sie Frustrationen bei Kontakten zu erwachsenen Partnerinnen scheuen. DPA

Peer Meinert/DPA
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
catchme (26.09.2007, 08:40 Uhr)
sportartmakler (25.9.2007, 15:32 Uhr) ...
... wie steht man eigentlich als tiefgläuiger katholik solchen berichten gegenüber? ... dieser Katholik ist ein Mittäter, weil er seinen Prister und seine Kirche unterstützt - Beihilfe an der Kinderschändung durch Beten !
sportartmakler (25.09.2007, 15:32 Uhr)
ne schönheit isser wirklich net ;-)
im ernst: ne drecksau wie so viele andere priester auch. so ein thema wird 2mal im jahr kurz hochgespielt und mehr nicht.da tummeln sich so einige unter dem deckmäntelchen kirche, von korruption bis kinderschändung,amen. wie steht man eigentlich als tiefgläuiger katholik solchen berichten gegenüber? mit einem gebet? die wege des herrn sind halt unergründlich.
starmax (25.09.2007, 07:58 Uhr)
Entmannung und Steinbruch für alle
Kindreschänder. Und für die die es mit Deckung der Kirche tun, Höchsstrafe auch für die Vorgesetzten!
catchme (25.09.2007, 07:18 Uhr)
Es ist erschreckend ...
... dass diese kriminelle Vereinigung durch eine sehr große Zahl Geldgeber (Kirchensteuer-Zahler) unterstützt wird. Die Dummen und Pädophilen-Freunde sind verbreiteter, als angenommen ...
German_by_nature (24.09.2007, 22:10 Uhr)
Dieser Priester müsste eigntlich im Knast sein
Es widert mich an zusehen, dass solch ein biologischer Abschaum in der Kirche geduldet wird.
Normalerweise müsste dieses Subjekt im Knast schmoren und auf seine Spritze warten.
StefanAugsburg (24.09.2007, 20:19 Uhr)
Dichter ? Hmmm, nicht wirklich .... ;-)
Nun ja, die relativ bescheidene und eher bodenständig gehaltene Dichtkunst meiner Vorgänger ausser Acht gelassen kann man doch feststellen, daß hier bei der katholischen Kirche nach wie vor großer "Aufklärungsbedarf" herrscht. Bis heute verstehe ich nicht, weshalb sie sich so vehement und realitätsfremd an das Zöllibat hängt, als ob der Weltuntergang davon abhinge. Wie macht das nur die evangelische Kirche ? Dort müssten ja nach der Logik der katholischen Kirche nur lauter unfähige und vom "Sex" abgelenkte Priester und Priesterinnen praktizieren. Davon abgesehen ist Bischof Müller in Regensburg bei den dortigen Katholiken nicht unumstritten, da er eine teilweise sehr "eigensinnige" Art hat, sein Amt auszuüben und mit Leuten umzuspringen, die nicht konform mit ihm gehen. Das leidige Problem von eingefleischten Konservativen, die sich und Ihre Meinung immer noch für die einzig wahre Erleuchtung halten. Offensichtlich wundert sich bei der Kirche nach wie vor niemand, wieso immer weniger junge Männer Priester werden wollen .....
Roy05441 (24.09.2007, 18:13 Uhr)
Humboldt hätte nie erkannt....
dass Schwanzenssäger er nicht erkannt!
Ich mach mich auf als Katholiken´Pfleger, im End-Effekt, als Päbstepfleger!
So hast du oh Herr mit all deiner Macht. aus SPD-Politikern Deppe gemacht!
Roy05441 (24.09.2007, 17:32 Uhr)
Es ist immer wieder schön.....
pharisäer beim Untergang der eigenen
Domäne untergehn zu sehn!
Kriegst einen After du nicht mit Macht,!Zum Priester wirst du gebracht!
MEHR ZUM ARTIKEL
Missbrauchsvorwürfe Scharfe Kritik an Bistumsleitung

Im Fall des katholischen Pfarrers, der sich erneut an einem Kind vergangen haben soll, versucht sich das Bistum Regensburg nun in Schadensbegrenzung: Die betroffene Gemeinde bekam einen neuen Pfarrer - und den Rat, "im Glauben nicht irre zu werden". mehr...

Hintergrund Kindesmissbrauch, ein Männerdelikt

Die in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfassten Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern nehmen wieder zu. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe