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26. November 2008, 11:17 Uhr

Prozess gegen Marco W. auf April vertagt

Endloser Prozess? Marco W. muss weitere Monate auf sein Urteil im Missbrauchsprozess in der Türkei warten. Das Gericht hat die Verhandlung auf April vertagt. Marcos Verteidiger sind optimistisch, dass die Richter den 18-Jährigen dann freisprechen.

Das Warten auf ein Urteil zieht sich für Marco W. noch einige Monate hin© DDP

Licht am Ende eines langen Tunnels für Marco aus Uelzen: Der türkische Missbrauchsprozess gegen den inzwischen 18-jährigen Niedersachsen soll am 10. April auf die Zielgerade kommen, wie die Richter am Mittwoch in Antalya entschieden. "Der Staatsanwaltschaft wurde aufgegeben zu prüfen, ob eine weitere Beweisaufnahme stattfinden soll. Andernfalls sollen am 10. April 2009 die Plädoyers gehalten und das Urteil gesprochen werden", teilten Marcos deutsche Rechtsanwälte Michael Nagel und Matthias Waldraff mit.

Ein schon im September 2007 angefordertes Abschlussgutachten eines Rechtsmedizinischen Instituts in Istanbul zum Zustand des mutmaßlichen Missbrauchsopfers, des britischen Mädchens Charlotte, liegt inzwischen vor. Das Papier wurde bisher als Voraussetzung für eine Entscheidung bezeichnet. Marcos deutsche Anwälte sagen, in dem Papier stehe, dass der bisherige Ermittlungsstand den Vorwurf der Vergewaltigung nicht stütze. Für Ömer Aycan, Charlottes Anwalt, ist alles offen. Mit keiner Zeile werde eine Vergewaltigung ausgeschlossen, sagt er.

Marco war am 12. April 2007 in seinem türkischen Urlaubshotel festgenommen worden. Ihm wurde vorgeworfen, die damals 13-jährige Charlotte sexuell missbraucht zu haben. Marco hat das stets bestritten und sprach von einvernehmlichen Zärtlichkeiten nach einem Kennenlernen in der Disco. Er war kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres aus türkischer Untersuchungshaft entlassen worden. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland war Marco trotz der versäumten Schulzeit der Realschulabschluss zuerkannt worden. Inzwischen besucht er eine zweijährige Fachoberschule für Technik.

Zur Verhandlung, die am Mittwoch nach nur 20 Minuten erneut vertagt wurde, waren weder er noch seine deutschen Anwälte erschienen. Nagel und Waldraff sind aber überzeugt, dass die Richter Marco von den Vorwürfen freisprechen werden. Eine Verurteilung hatte zwischenzeitlich auch Aycan, der türkische Anwalt der Britin, als unwahrscheinlich bezeichnet. "Ich denke, sie werden bei der nächsten Verhandlung entscheiden", sagte Aycan am Mittwoch nach der Verhandlung.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
sinnvoll (27.11.2008, 11:41 Uhr)
wie sinnfrei muss man fragen?
Es soll auch noch so etwas wie ein Un-Rechtsempfinden geben ;) @ Franya (27.11.2008, 9:34 Uhr)
DAS sollte sich, im übrigen, sein inzwischen vom Mandat zurückgetretener, Anwalt auf die Fahne schreiben :) … armseelig. Muss man sich inzwischen wirklich JEDE Meinung in D verbieten, weil sie ja zensiert sein könnte?!
Franya (27.11.2008, 09:34 Uhr)
Wie blöd...
... muss man sein um in einem laufenden Verfahren als Beschuldigter so ein Buch zu veröffentlichen? Das kann man nach Ende des erfahrens machen, aber während des Verfahrens hält man den Mund.
snort (26.11.2008, 15:16 Uhr)
dem schulhansel
kann man nur raten um die türkei einen weiten bogen zu machen.
das bisschen fummeln in D lockt keinen staatsanwalt vor die tür, allein die mutter der frühreifen göre versprach sich wahrscheinlich ein fettes schmerzensgeld.
ich wette jede bank, dass es der kleinen leid tut was ihre alte abgezogen hat.
jung und spitz was ist dagegen zu sagen ???
mutti roch die penunsen und töchterchen hat ein psychisches problem aber nicht wegen der zärtlichkeiten...
Marcos_Freund (26.11.2008, 15:13 Uhr)
Marco erzählt was wirklich war
Leider war von der türkischen Justiz wieder nichts anderes zu erwarten. Marco leidet unter der Verzögerung, denn erst wenn das Urteil gesprochen ist, das nur "Freispruch" lauten kann, sind seine Gedanken wieder frei.
Um sich alles von der Seele zu reden, hat Marco jetzt ein Buch geschrieben, in dem er die ganze Wahrheit über den Flirt, die Nacht mit dem Mädchen, die grauenvolle Zeit im Gefängnis und die immer wieder zerstörten Hoffnungen ehrlich schildert. Es erscheint am 09.12.08 unter dem Titel: Marco W. -Meine 247 Tage im türkischen Knast. Als Freund konnte ich schon mal einen Blick reinwerfen und muss sagen: erschütternd.
Der-nette-Nachbar (26.11.2008, 13:01 Uhr)
Chronik
Es ist und bleibt wirklich eine Posse. Eine schöne Chronik der Ereignisse kann man unter http://www.freemarco.com noch sehen.
.
Mir persönlich ist mittlerweile egal ob sich was ändert oder nicht. Marco ist in Sicherheit, und meine Urlaubspläne werden auf ewig die Türkei ignorieren. Mein Leben ist mir doch zu wichtig.
manesse (26.11.2008, 12:42 Uhr)
Ein Land
mit solch einer ineffizienten Justiz wird nie Mitglied der EU. Das ist doch ein Spott auf alle Gerichtsbarkeit, dass die Richter zu Antalya wenigstens zwei Jahre brauchen werden, um in einer solchen Lappalie zu einem Urteil zu gelangen.
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