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18. Dezember 2007, 09:34 Uhr

Marco soll zum Prozess in Türkei zurück

Marco Weiss wird am 1. April in der Türkei wohl zur Fortführung des Missbrauchsprozesses vor Gericht erscheinen. Das kündigte sein Anwalt Michael Nagel an. Gegen die Freilassung Marcos hat der Anwalt des Mädchens Charlotte nun Beschwerde eingelegt und Strafanzeige gegen Marcos Verteidiger gestellt.

Marco Weiss will am 1. April 2008 vor dem türkischen Gericht erscheinen© RTL Explosiv/AP

Der aus türkischer Untersuchungshaft entlassene Schüler Marco wird zur Fortsetzung seines Prozesses um sexuellen Missbrauch voraussichtlich nach Antalya zurückkehren. "Er soll sich dem Verfahren stellen, damit er freigesprochen wird und kein Rest-Makel bleibt", sagte Michael, der Anwalt des 17-Jährigen. "Nach der jetzigen Beweislage ist der Junge freizusprechen." Zur Teilnahme könnte Marco nicht gezwungen werden. Laut "Süddeutscher Zeitung" strebt die Verteidung von Marco einen Freispruch und die "vollkommene Rehabilitierung" ihres Mandanten an.

Strafanzeige gegen Marcos Verteidiger

Der Anwalt des angeblich von Marco missbrauchten britischen Mädchens Charlotte legte indessen Beschwerde gegen die Freilassung ein und stellte Strafanzeige gegen Marcos Verteidiger. Die deutsche Justiz prüft unterdessen ihr weiteres Vorgehen. Niedersachsen bemüht sich nach einem gescheiterten Anlauf erneut, das Strafverfahren aus der Türkei nach Deutschland zu holen.

Marco aus Uelzen (Niedersachsen) soll während eines Osterurlaubs in der Türkei die 13-jährige Charlotte missbraucht haben. Er bestreitet das. Nach 247 Tagen Haft hatte das Gericht im türkischen Antalya Marco ohne Auflagen auf freien Fuß gesetzt.

Wie das Justizministerium in Hannover mitteilte, hat die Generalstaatsanwaltschaft Celle ein zweites Ersuchen auf Übernahme des Prozesses an die Türkei gerichtet. Einen ersten Antrag hätten die Behörden im Sommer abgelehnt. Bereits nach Bekanntwerden des Falles hatte die Staatsanwaltschaft Lüneburg ein eigenes Verfahren eröffnet, auch um den Prozess gegen Marco nach Deutschland holen zu können. Die Prozess-Akten aus der Türkei seien inzwischen in Lüneburg eingetroffen und würden übersetzt und ausgewertet, sagte Oberstaatsanwalt Manfred Warnecke. Dann werde geschaut, ob es weitere Ermittlungen in Deutschland gibt.

Schuldzuweisungen von Öger

Charlottes Rechtsanwalt Ömer Aycan sagte: "Das Gericht hätte Marco nicht die Ausreise nach Deutschland erlauben dürfen. Sie hätten ihn in der Türkei behalten müssen." Aycan betonte: "Die Beweise zeigen, dass Marco meine Mandantin vergewaltigt hat." Deshalb legte er Beschwerde gegen die Entscheidung der Richter ein. Außerdem warf er Marcos Verteidigern unerlaubte Beeinflussung des Gerichts vor und stellte Strafanzeige gegen die beiden deutschen Juristen Matthias Waldraff und Michael Nagel. Sie hätten Druck auf das Gericht ausgeübt, sagte Aycan. Er verwies zudem auf Berichte, wonach für die Freilassung Marcos Kontakte genutzt worden seien.

Der deutsch-türkische Reiseunternehmer und SPD-Europaabgeordnete Vural Öger gab deutschen Politikern nach der Freilassung Marcos eine Mitschuld an der langen Untersuchungshaft. Türkeifeindliche Politiker hätten den Fall instrumentalisiert, sagte er dem TV-Sender N24. Die Einmischung habe dazu geführt, dass die türkische Justiz ihre Unabhängigkeit in besonderem Maße habe unter Beweis stellen wollen. Entscheidend für die Länge der Untersuchungshaft sei letztendlich aber die Verzögerungstaktik von Charlottes Anwalt gewesen.

Kein offizieller Empfang in Uelzen

Nach seiner Freilassung war Marco mit einem Privatjet auf dem Nürnberger Flughafen gelandet. Seither hält er sich an einem geheimen Ort auf und wird weitgehend von der Öffentlichkeit abgeschirmt. Die Stadt Uelzen stellte klar, dass es für Marco keinen offiziellen Empfang geben werde. Der Bürgermeister sei allerdings jederzeit zum Gespräch mit Marco und seiner Familie bereit. Die Stadt und die Bevölkerung hätten sich sehr über Marcos Freilassung gefreut.

In einem RTL-Interview sagte Marco am Sonntagabend, er hoffe auf ein möglichst ruhiges, normales Leben. Auf die Frage, ob er glaube, wieder so leben zu können wie vorher, antwortete er: "Ja, das hoffe ich. Das möchte ich auch." Wenn er zurückkehre in seinen Heimatort, wolle er Freunden "Hallo" sagen und "alte Gewohnheiten" wieder pflegen. Marco sagte jedoch nicht, wann er wieder nach Uelzen fahren wolle. In den acht Monaten der Haft habe er viel Zeit zum Nachdenken gehabt. "Ich bin schon noch der Marco" - aber vielleicht ein "bisschen reifer".

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 29)
 
Dirk_37 (20.12.2007, 05:42 Uhr)
@tem29+Rest
Liebe(r) Tem, also ich weiss nicht wie lebensfremd Sie sind oder auch nicht, aber das 13-jährige schon wissen das es Jungen gibt die "da unten" anders aussehen, sollte Ihnen klar sein. Kein normaler Vater / Mutter setzt sein Kind der Gefahr einer Vergewaltigung aus. Aber irgendwann fängt jeder mal an sich intensiver mit dem anderen Geschlecht zu beschäftigen. Bei uns hies das Petting. Gerade Mädchen in dem Alter sind den Jungs meist etwas voraus, nicht nur körperlich! Ich rede mit meinen Kindern über das, was da passiert um eben eine gewisse Kontrolle zu haben. 100% geht sowieso nicht - außer ich sperre die Kids in ein tibetanisches Kloster. Charlottes Mutter jedenfalls erwägt mir den Eindruck einer Peg Bundy, die sich sehr wenig um die Töchter kümmert und nun versucht, das eigene Image aufzupolieren. Das liegt übrigens nicht an ihrer "undeutschen" Herkunft- sie scheint einfach eine schlechte Mutter zu sein, soll´s geben, auch in D! Der Anwalt von Charlotte ist sicherlich keiner, den man gerne zum Essen einlädt aber er macht halt seinen Job. Ich bin kein Jurist und nach meinem Rechtsempfinden war der Prozess bis jetzt eine Posse, zumindest die lange U-Haft. Wenn Marco zurückgeht um am Prozeß teilzunehmen und er unschuldig ist muss ich meinen Hut ziehen vor der Courage des 17-jährigen! Gleichzeitig würde gerade das Rückgrat beweisen, etwas was die Gegenseite bis jetzt schuldig geblieben ist. Und an alle Türken, die an eine gemeine Verschwörung der Deutschen glauben: das türkische Recht lehnt am deutschen stark an, die Umsetzung jedoch scheitert oftmals noch an den "älteren" Richtern die die alte Schule kennen. Und im Fall Mehmet: ich wohne in Bayern, selbst meine türkischen Freunde waren froh wie der Junge abgeschoben wurde weil er polarisierte und der türkischen Gemeinde in D einen Bärendienst erwiesen hatte. Gerade die Türken haben es nicht verstanden als er wieder zurückkommen durfte! Ich übrigens auch nicht. Eigentlich sollte ich den Onkel Ömer engagieren und mit ihm Mehmet verklagen, weil ich so stark traumatisiert bin und den Glauben an unser Rechtssystem verloren habe *heul*. MfG Dirk
manesse (19.12.2007, 19:04 Uhr)
@sachsenwini
Die nächste Variante die dieser außer Rand und Band geratene Anwalt vorlegen könnte, stelle ich mir so vor: Er wird vielleicht sagen, dass Charlotte dem Gericht bislang fernbleiben musste, weil Marco sie bereits im April 2007 umgebracht habe. Der Mann ist in der Tat nicht mehr ernst zu nehmen.
sachsenwini (19.12.2007, 18:23 Uhr)
@ SchobelGrott
Vielleicht hat Dr. Michael Nagel auch einen Trumpf in der Hand, der entweder einen Freispruch oder die Weiterführung vor einem deutschen Gericht sehr wahrscheinlich macht.
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Im Gegensatz zu der Öffentlichkeit kennt er ja inzwischen das Protokoll von Charlottes Aussage. Wenn das Gericht so plötzlich Marco ohne jede Auflage entließ, dann dürfte sich der von Herrn Aycan konstruierte Tatvorwurf wohl erledigt haben. Deshalb schäumt er auch vor Wut.
Er sagte ja schon auf N-TV, dass er über die neuerlichen Aktionen der Nebenklage nur lachen kann. Es zeige nur, wie Hilflos Herr Aycan sei und dass es typisch für diesen Mann ist.
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Sollte tatsächlich die Staatsanwaltschaft Lüneburg den Fall weiter behandeln, dann bin ich auf das Erscheinen Ömer Aycans und die Aussagen von Charlotte und Marco sowie der übrigen Zeugen vor Gericht schon sehr gespannt.
SchobelGrott (19.12.2007, 17:27 Uhr)
Ömer Ayan?
"Wir ordnen und befehlen hiermit allen Ernstes, daß die Advocati wollene schwartze Mäntel, welche bis unter das Knie gehen, unserer Verordnung gemäß zu tragen haben, damit man diese Spitzbuben schon von weitem erkennt".
(König Friedrich Wilhelm I.)
Mehr fällt mir zu diesem Winkeladvokaten nicht mehr ein.
Aber der Anwalt von Marco scheint auch nicht mehr alle Latten am Zaun zu haben. Falls es möglich ist, daß er dann ersatzweise für Marco in den Bau geht, was ich nicht für wirklich möglich halte, kann er ja gerne wieder in die Türkei zurückkehren und sich der unberechenbaren türkischen Justiz stellen. Good Luck!
sachsenwini (19.12.2007, 12:12 Uhr)
Was wäre, wenn Charlotte eine Deutsche und Marco….

Diesen geistlosen Umkehrvergleich kann ich inzwischen nicht mehr ertragen.
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Wenn Charlotte eine Deutsche wäre………
dann wäre sicherlich erst einmal ermittelt worden, und nach spätestens einer Woche, wenn sich herausgestellt hätte, dass es sich nur um Petting zwischen zwei Jugendlichen handelte, wären beide wieder zu Hause.
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Wahrscheinlich reagiert jeder Mensch anders. Aber ich denke in Deutschland hätten sich die beiden Elterpaaren und ihre beiden Kinder zusammengesetzt und über alles gesprochen. Dann würden die Eltern des Mädchens ihren Töchterchen eingeschärft haben, dass sie sich in dem Alter noch keine Jungen mit ins Bett nehmen soll.
Den Jungen würde man über das Alter des Mädchens aufgeklärt haben, und ihm geraten haben, in Zukunft vorsichtiger zu sein. Damit wäre die Sache sicherlich ausgestanden gewesen.
manesse (19.12.2007, 12:10 Uhr)
@terminal
Die Türkei hat sich in diesem Verfahren aufgrund einer haltlos langen U-Haft für einen unter einem wenig wahrscheinlichen Verdacht stehenden ausländischen Jugendlichen selbst schlecht dargestellt. Und viele türkische und türkischstämmige Diskutanten taten zum schlechten Ansehen der Türkei ein übriges, indem sie den jugendlichen Angeklagten beschimpften und verunglimpften und unkritisch dem türkischen Gericht Applaus spendeten.
terminal (19.12.2007, 10:27 Uhr)
klar das Ihr so denkt !!!
wäre ein Deutsches Mädchen Opfer gewessen das wäre euch jede Strafe für den Englischen Jungen zu Milde. Wie wir sehen warten viele auf eine Möglichkeit Türkei schlecht darzustellen. Diesen Fall mit dem Beitritt der Türkei in die EU zu verbinden ist ja eine gelegenheit, bloss nicht verpassen. Das Gericht wird entscheiden wer Opfer und wer Täter ist nicht Ihr. Selten habe ich so eine Kampange gesehen, der Junge wird bald Heillig gesprochen, vielleicht ist es ja kein zufall das er Weihnachten nach hause darf.
alwo (18.12.2007, 21:32 Uhr)
liebe tem29
Verbote steigern nur das Verlangen den Erwachsenen gegenüber etwas intensiver und trotzdem zu tun.....ich bin jetzt 49....weiss wie ich in meiner Jugend war.....und ziehe "Fummeln" Gewalttaten die ja auch unter Jugendlichen immer mehr aufkommen, vor.
Zu meiner Zeit wurde dies noch Petting genannt....und die Zeitschrift "BRAVO" gab die Anleitungen dazu.....
sachsenwini (18.12.2007, 17:21 Uhr)
Nicht umsonst wurde der nächste Termin erst auf den 1. April gelegt.

Marco wird dann mit Sicherheit zu diesem Termin in die Türkei fliegen, und wenn das Gericht dazu auch endlich mal das angebliche Vergewaltigungsopfer vorladen würde, dann könnte es den Fall begraben.
Das hätte es auch schon im April haben können.
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Vielleicht wird das Verfahren aber auch doch noch nach Deutschland abgegeben.
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Möglich wäre allerdings eine Klage der Familie Weiß aus Uelzen gegen Frau Heather Mathers aus Oldham.
magic_whispering (18.12.2007, 14:51 Uhr)
Auch nicht schlecht
diesem Winkeladvokaten Ömer Ayan ist auch nicht zu schmutzig um weiterhin in der Presse zu erscheinen. Humdy Dumdy scheint wirklich von der Mauer gefallen zu sein und seinen Kopf angeschlagen zu haben*grins*
Jetzt will er Marco`s Anwälte anklagen, dass sie das Gericht beeinflusst haben.
Ist schon ein starkes Stück. Wer war es denn, der die ganze Zeit aus Aussagen zitiert, die noch nicht da waren und das Gericht hingehalten hat, dass war doch wohl er.
Irgendwie paßt das aber alles. Charlottes Mutter projeziert ihr Unvermögen auf Marco, und Ömer Ayan sein Unvermögen auf die Anwälte von Marco.
Marco`s Anwälte sollten diese ganze Geschichte wirklich durchziehen und Marco zur Rehabilitation verhelfen.
Sollte sich herausstellen, dass alles von englischer Seite erstunken und erlogen war, dann sollten sie auch die ganzen Kosten tragen müssen.
Mich würde ja interessieren, was jetzt die ganzen Missbrauchsschreier und Vergewaltigungsbeter jetzt zu dem neueren Vorstoss von Ömer Ayan sagen.
Ihnen müsste doch allmählich klar sein, dass dieser Anwalt das in andere projeziert, was er selbst tat.
Sicherlich geht es diesem Rechtsverdreher nur darum, weiterhin Puplicity zu haben und darum ging es ihm wahrscheinlich auch die ganze Zeit, deswegen konnte er auch das Gericht hinhalten.
Als das Gericht nun eine Aussage hatte, musste es wohl zugeben nicht ausreichend Hinweise und Beweise zu haben zu haben, die den Verdacht des Missbrauchs erhärten und mussten somit Marco freilassen.
Das türkische Gericht sollte sich wirklich überlegen darauf zu bestehen, dass Charlotte persönlich vor diesem Gericht erscheint und eine Aussage macht.
Bis jetzt verstecken sich ja nur die Engländer und stehen nicht Rede und Antwort persönlich vor dem Gesetz.
Geschickt sich hinter eine Traumatisierung zu verstecken ist dann ja auch kein Problem. Wenn Marco geschickt wäre, würde er auch einfach behaupten, er wäre traumatisiert.
Ömer Ayan hat Angst nicht mehr an Marco ranzukommen also greift man sich halt jetzt die Anwälte.
Vielleicht hat sich dieser gute Mensch in seinem Wahnsinn auch nur verrannt, wie genauso die Mutter von Charlotte vergallopiert hat.
Frau Heather M. und Herr Ömer Ayan passen in ihrer Verbohrtheit, Unvermögen und Realitätsverlust prima zusammen. Deswegen mussten die beiden sich als Mandant und Rechtsanwalt gerade zu auch begegnen.
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