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25. September 2006, 12:16 Uhr

"Ungarische Natascha" befreit

In Ungarn ist eine Frau 13 Jahre lang von ihrem Vater eingesperrt und vergewaltigt worden. Erst nach dem Tod des Vaters und dank engagierter Sozialarbeiter wurden die Qualen der 27-Jährigen beendet.

Die Ungarin lebte 13 Jahre ohne Sonnenlicht - gefangen in der Wohnung der Eltern© Sven Karsten/DDP

Eine 27jährige Ungarin ist 13 Jahre lang von ihrem eigenen Vater, einem Gefängniswärter, in der gemeinsamen Wohnung gefangen gehalten und sexuell missbraucht worden. Nachbarn haben offenbar nichts bemerkt, berichteten ungarische Tageszeitungen unter Berufung auf Sozialarbeiter. Diese hatten den Fall entdeckt, nachdem der Vater gestorben war.

Die Frau habe seit ihrem 14. Lebensjahr die Wohnung nicht mehr verlassen dürfen. Vor den Augen ihrer schwerkranken Mutter habe der Vater sie regelmäßig vergewaltigt. Wegen des ausgebliebenen Kontakts mit dem Sonnenlicht habe sie schneeweiße Haut und wirke "wie ein 12jähriges Kind mit grauen Haaren", hieß es. Sie sei schwer traumatisiert, habe vor allen Menschen Angst und spreche nur fragmentarisch. Ungarische Medien bezeichnen sie nun als "ungarische Natascha", in Anspielung auf die Österreicherin Natascha Kampusch, die acht Jahre lang Gefangene eines Kidnappers war und sich vor kurzem befreit hatte.

Die Sozialarbeiter waren auf den Fall aufmerksam geworden, als die schwerkranke Mutter der Frau nach dem Tod des Vaters um Hilfe bat. Der Vater habe sowohl seine Ehefrau als auch die Tochter oft brutal geschlagen, hieß es. Inzwischen sei auch die Mutter gestorben. Nun wollen Sozialarbeiter versuchen, der jungen Frau zu einem normalen Leben zu verhelfen. Im Interesse des Opfers wollen die Behörden keine weiteren Einzelheiten bekannt geben.

DPA
 
 
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