Geschlagen, eingesperrt und in Kot gedrückt: Acht Kinder aus Bayern klagen ihre eigenen Eltern wegen schwerer Misshandlungen an. Das Paar, dem das Sorgerecht entzogen wurde, weist die Vorwürfe zurück. In einem Interview mit stern.de sagen sie: "Wir können uns das nicht erklären."

In diesem Haus in Ihrlerstein (Bayern) wohnte das Paar mit ihren acht Kindern© Oliver Lang/DDP
Nein. Wir haben unsere Kinder nie geschlagen, bis sie bluteten. Sicher, es gab ab und zu mal einen Klaps. Bei acht Kleinen geht's mal strenger und rauer zu. Aber wir haben sie nie mit einem Kochlöffel geschlagen.
Wir sind selbst fassungslos und können uns nicht erklären, woher sie das haben. Man muss dazu sagen, dass nur zwei der Kinder - unser achtjähriger Junge und unser neunjähriges Mädel - die Vorwürfe aufrecht erhalten. Noch was: Wenn wir unsere Kinder tatsächlich grün und blau geschlagen haben, warum hat man an der Schule oder in dem Heim, das der Bub seit Herbst 2006 besucht, nichts von Wunden bemerkt? Auch eine ambulante Hilfe vom Jugendamt ist bei uns eineinhalb Jahre aus- und eingegangen. Sie müsste das doch auch mitbekommen haben.
Zur Einsperrsituation möchten wir folgendes sagen: Wir mussten bei zwei Kindern abends vorübergehend die Türen verschließen, weil sie uns regelmäßig das Haus auf den Kopf gestellt haben. Sobald sie eingeschlafen waren, wurde aber sofort wieder aufgesperrt. Deshalb kann es auch nicht stimmen, dass sie ihre Notdurft auf den Zimmern erledigen mussten.
Wir zweifeln die Glaubwürdigkeit der Aussagen an. Wir wollen das vor Gericht geklärt wissen. Noch einmal: Wie die Kinder auf all das kommen, können wir uns nicht erklären.
Die Kinder können am wenigsten dafür.
Wie fühlt man sich, wenn man Weihnachten ohne seine Kinder verbringt? Wir durften sie erst Tage danach sehen, getrennt voneinander an neutralen Orten. (Mutter weint:) Die Mädels wollen doch nach Hause. Das haben sie mir selbst gesagt.