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5. November 2009, 13:00 Uhr

Moskauer Polizei nimmt zwei Verdächtige fest

Im Januar wurden in Moskau der Anwalt Stanislaw Markelow und die regierungskritische Journalistin Anastassija Baburowa erschossen. Markelow hatte unter anderem die ermordete Journalistin Anna Politkowskaja vertreten. Jetzt meldet die Polzei zwei Festnahmen. Ein rechtsextremes Paar soll die Morde begangen haben.

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Am Tatort in Moskau hatten Trauernde nach dem Verbrechen im Januar Blumen und Fotos der Ermordeten niedergelegt© Sergei Chirikov/DPA

Zehn Monate nach dem Doppelmord an einem russischen Menschenrechtsanwalt und einer Journalistin auf offener Straße in Moskau hat die Polizei ein rechtsextremes Paar als mutmaßliche Täter festgenommen. Die Ex-Mitglieder einer nationalistischen Gruppierung hätten den Ermittlungen zufolge Stanislaw Markelow und Anastassija Baburowa im Januar wegen deren antifaschistischer Haltung ermordet, sagte ein Justizsprecher am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax.

Nach Justizangaben soll die festgenommene junge Frau unter einem Vorwand Markelow (34) und Baburowa (25) nach einer Pressekonferenz im Zentrum von Moskau in die Nähe einer Metrostation geführt haben. Ihr ebenfalls festgenommener Komplize habe die beiden dort erschossen und sei per U-Bahn geflohen, hieß es.

"Skeptisch und vorsichtig"

Die Leitung der kremlkritischen Zeitung "Nowaja Gaseta", die mit den Opfern zusammengearbeitet hatte, äußerte sich zunächst zurückhaltend. Nach der international verurteilten Bluttat waren Stimmen laut geworden, die Täter könnten aus dem Kaukasus stammen. "Nowaja Gaseta"-Chefredakteur Sergej Sokolow sagte, für Meldungen über eine lückenlose Aufklärung des Doppelmords sei es "zu früh". Tatsächlich könnten die Mörder allerdings statt aus dem Konfliktgebiet Kaukasus, wo die beiden Opfer für eine Stärkung der Menschenrechte eingetreten waren, aus dem neofaschistischen Milieu kommen, sagte Sokolow.

Auch die Helsinki-Gruppe zur Verteidigung der Menschenrechte ist noch nicht von der Aufklärung des Verbrechens überzeugt. Sie sehe die Berichte über die Festnahmen "skeptisch und vorsichtig", sagte die Vorsitzende Ljudmila Alexejewa der Nachrichtenagentur Interfax.

Die als rechtsextrem geltende Organisation "Russische nationale Einheit" (RNE), deren Mitglieder die beiden Festgenommenen gewesen sein sollen, wies jede Beteiligung an der Bluttat zurück.

Verbindung zur ermordeten Anna Politkowskaja

Markelow und Baburowa waren nach einer Pressekonferenz am 19. Januar im Zentrum Moskaus erschossen worden. Markelow hatte unter anderem die ermordete regierungskritische Journalistin Anna Politkowskaja vertreten und wollte gegen die vorzeitige Freilassung eines Oberst vorgehen, der wegen Mordes an einer Tschetschenin in Haft saß. Baburowa war freie Mitarbeiterin der "Nowaja Gaseta", für die auch Politkowskaja gearbeitet hatte.

DPA/AFP
 
 
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