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11. September 2008, 14:34 Uhr

Neue Spur der "Phantom-Frau"

Im Fall der in Heilbronn getöteten Polizistin gibt es möglicherweise einen Zusammenhang mit einem Mord in Frankreich. Dort war Ende Juli ein Junge grausam erstochen worden. Die DNA-Spuren der festgenommenen Verdächtigen könnten Hinweise auf die "Phantom-Frau" geben - und sogar bei einem weiteren Mordfall vor acht Jahren weiterhelfen.

Die 22-jährige Polizistin war im April 2007 in Heilbronn getötet worden© Bernd Weißbrod/DPA

Eine Spur im Fall des Polizistinnenmordes in Heilbronn führt möglicherweise nach Frankreich. Die Polizei in Heilbronn schließe einen Zusammenhang zwischen der kaltblütigen Tat im April 2007 und einem grausamen Mord an einem Elfjährigen Ende Juli in der Nähe von Lyon nicht aus, teilte ein Sprecher am Donnerstag mit und bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Als mutmaßlichen Täter hatte die Polizei in Frankreich im August einen 39 Jahre alten Obdachlosen und dessen Lebensgefährtin festgenommen. Der Mann wird verdächtigt, den Jungen mit 44 Messerstichen getötet zu haben. Nun solle die DNA der unbekannten Verdächtigen im Heilbronner Fall mit dem genetischen Material der Lebensgefährtin des 39-Jährigen abgeglichen werden.

Der Franzose selbst kommt möglicherweise auch als Täter im Fall des erstochenen elfjährigen Tobias aus dem Kreis Böblingen infrage. Der Junge war im Oktober 2000 mit 37 Hieben ermordet worden; der Täter wurde bisher nicht gefasst, die Tatwaffe nie gefunden. Von Verbindungen ins Ausland war nie die Rede. Nun sprechen die Beamten von einer "interessanten Spur".

Die Heilbronner Ermittler sind zurückhaltender, was die Verbindung nach Frankreich angeht. Es handele sich um eine "routinemäßige Überprüfung wie bei hunderten von anderen Fällen auch", sagte ein Sprecher der Polizeidirektion. Es sei auch noch unsicher, ob der DNA- Abgleich zwischen dem Heilbronner "Phantom" und der Französin rechtlich überhaupt möglich sei. Der Polizeisprecher bestätigte aber am Donnerstag: "Die Kollegen hier werden sich mit den Kollegen in Lyon in Verbindung setzen."

Polizistenmörderin tötet seit 15 Jahren

Die Identität der als gefährlich und aggressiv eingestuften Polizistinnenmörderin liegt völlig im Dunkeln: Klar ist nur, dass sie seit 15 Jahren eine Spur des Verbrechen in Deutschland, Österreich und Frankreich hinterlässt. Ihre DNA wurde bisher an 33 Tatorten entdeckt, darunter auch bei zwei Morden an Rentnern in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) und Freiburg (Baden-Württemberg). Die Spur der "Frau ohne Gesicht" war auch im Zusammenhang mit dem Mord an drei Georgiern im Januar dieses Jahres bei Heppenheim (Hessen) aufgetaucht.

In mehreren Fällen war zudem von einer männlichen Begleitung die Rede. Die mysteriöse Unbekannte soll aus dem Obdachlosenmilieu stammen - genauso wie die Begleiterin des mutmaßlichen Mörders des getöteten Jungen in Frankreich.

Die Ermittler im Fall "Tobias" baten die französische Polizei um Amtshilfe. Dabei soll die DNA des Inhaftierten mit einer Spur des Mörders an der Kleidung des getöteten Jungen beim Landeskriminalamt in Stuttgart abgeglichen werden. "Wir wären froh, wenn das endlich geklärt wäre", sagte ein Beamter aus Böblingen. Wann Ergebnisse vorliegen, ist noch nicht bekannt.

DPA
 
 
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