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1. August 2008, 21:46 Uhr
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Kanada über Horror-Tat entsetzt

Am Tag nach der blutigen Tat in einem Bus ist Kanada geschockt. Ein Mann hatte einen anderen Fahrgast brutal erstochen und geköpft. Das Opfer ist identifiziert, Details der Tat dringen an die Öffentlichkeit. Auch die Identität des mutmaßlichen Täters ist inzwischen bekannt.

Vince Weiguang Li wird in Portage La Prairie dem Haftrichter vorgeführt© James Turner, Winnipeg Free Press/AP

Entsetzen und Fassungslosigkeit hat ein Mord wie in einem Horrorfilm in Kanada ausgelöst: Ein Mann stach in einem Überlandbus auf der Fahrt von Edmonton nach Manitoba ohne Vorwarnung auf seinen Sitznachbarn ein, tötete ihn nach Augenzeugenberichten mit 40 bis 50 Stichen seines großen Jagdmessers und schnitt ihm dann den Kopf ab.

Die Polizei sagte nichts zu der Identität von Opfer und Täter. Verschiedene kanadische Medien allerdings berichten, dass es sich bei dem Geköpften um den 22-jährigen Tim McLean handelt. Er soll auf einer Messe in Edmonton gejobbt haben und auf dem Weg zu seinen Eltern in Winnipeg gewesen sein.

Täter trug Sonnenbrille

Der etwa 40-jährige mutmaßliche Täter Vince Weiguang Li wurde noch am Tatort festgenommen. Er wurde dem Haftrichter in Portage la Prairie vorgeführt. Der Festgenommene sprach nicht. Der Staatsanwalt beantragte ein psychiatrisches Gutachten. Zu einem möglichen Motiv äußerte sich die Polizei nicht.

Augenzeugen - in dem Bus waren 37 Reisende und ein Fahrer - sagten, der Täter habe sein Opfer wohl nicht gekannt. Während des Mordes habe er die ganze Zeit eine Sonnenbrille getragen, obwohl es mitten in der Nacht gewesen sei.

Einer der Fahrgäste, Garnet Caton, sagte, das Opfer habe mit Kopfhörern in seinem Sitz geschlafen, als sein Nachbar auf ihn einzustechen begann. "Wir hörten diesen markerschütternden Schrei und drehten uns um. Da stand dieser Kerl und stach wieder und wieder auf den Burschen ein, 40, 50 Mal", sagte Caton per Telefon aus einem Hotel in Brandon, wo die Fahrgäste nach dem Mord untergebracht wurden. Der Bus habe angehalten, und die Fahrgäste hätten in panischer Angst versucht, das Fahrzeug zu verlassen. In dieser Zeit habe der Mörder die Leiche systematisch aufgeschnitten und den Kopf abgetrennt. Er habe den Kopf dann aus der Bustür gehalten, um ihn den Fahrgästen zu zeigen.

"Er stach wie ein Roboter zu"

"Als er ihn angriff, war er ruhig", sagte Caton. "Da war kein wütendes Rasen, nichts. Er stach wie ein Roboter auf den Kerl ein." Schließlich habe der Mann versucht zu fliehen. Der Busfahrer, er und ein Lkw-Fahrer, der angehalten habe, hätten sich aber gegen die Bustür gestemmt. Der Täter habe dann versucht, den Bus zu starten und wegzufahren. Der Busfahrer sei aber ans Heck des Fahrzeugs gegangen und habe das irgendwie verhindert.

Ein weiterer Passagier, Codie Olmstead, sagte, der Mann habe die Polizisten verhöhnt, die später den Bus umstellt hätten, und ihnen den Kopf seines Opfers vor die Füße geworfen. Das Opfer war in Edmonton eingestiegen, der Täter in Brandon, etwa 130 Kilometer westlich von Portage La Prairie, wo sich das unvorstellbare Verbrechen abspielte.

Polizei lobt Fahrgäste

Polizeisprecher Colwell lobte die Reisenden für ihr Verhalten. "Das kommt ja nicht dauernd in einem Bus vor", sagte er. "Man sitzt im Bus, genießt die Fahrt, und plötzlich wird einer erstochen. Ich stelle mir das ziemlich traumatisch vor. Wie sie darauf reagierten, ist außergewöhnlich." Weil die Reisenden schnell und ruhig agiert hätten, habe es keine weiteren Opfer gegeben. Der kanadische Minister für Öffentliche Sicherheit, Stockwell Day, sprach von einem schrecklichen Verbrechen. Zu Details wollte er sich zunächst nicht äußern. "Die entsetzliche Art dieses Verbrechens ist wahrscheinlich ein einmaliges Ereignis in der kanadischen Geschichte."

ukl/AP
KOMMENTARE (10 von 26)
 
MartyK (02.08.2008, 14:34 Uhr)
@bernhardberger:
Diejenigen, die hier oder woanders Witze darüber machen, sind im realen Leben wohl ganz arme Schlucker und wollen sich auf diese Weise wohl hervortun. Die sollen sich mal vorstellen, wie witzig es ist, wenn das Gleiche mit einem ihrer engsten Angehörigen passiert...
MartyK (02.08.2008, 14:32 Uhr)
@grossbuerger
Wie lustig...
Eisenbaer (02.08.2008, 12:58 Uhr)
@bernhardberger
Es gefällt mir, dass Sie so nachsichtig sind, mit den ganzen kindischen Kommentaren hier. Sie scheinen zu verstehen, dass für die meisten von uns, eine "solche Sache" sich als scheinbar völlig surreal darstellt und von diesen Leuten in ihrer ganzen Tragweite überhaupt nicht begriffen wird.

Das man in einer solchen Situation, eine fehlende Nahkampf-Ausbildung und keine Todessehnsucht vorausgesetzt, genauso reagieren würde, wie es die Passagiere im Bus taten, nämlich indem sie geschockt nichts taten, dass das Interesse des Täters auf sie lenken würde, müssen viele von uns verdrängen. Und mit nichts verdrängt es sich besser, als mit Schuldzuweisungen an andere.

Als Trotzreaktion auf die Erkenntnis der eigenen Inkompetenz kommen dann so großmäulige Kommentare herüber. Das sind dann die Leute, auf denen im Krisenfall kein Verlass ist. Früher auch "Maulhelden" genannt. Die typischen Gaffer und Kommentatoren an einer Unfallstelle, nichts tun, aber immer die "besten" Vorschläge lauthals von sich geben.

Schön, dass Sie denen gegenüber die Ruhe bewahren. Mein herzliches Beileid an die Betroffenen und sehen Sie es den Maulhelden bitte nach, wenn diese die eigenen Schwächen verbal zu übertönen glauben müssen. Sie würden sich meinen Beileidsbekundungen wahrscheinlich anschließen, wenn Sie nur ein wenig ehrlicher sich selbst gegenüber verhalten würden. - Nicht wahr, Leute? Seid Ihr Erwachsene oder noch Kinder??
seelenflieger (02.08.2008, 11:59 Uhr)
Nachtrag
Ich noch einmal etwas recherchiert. Der Film, auf den ich mich bezogen hatte, hieß in Deutschland "Falling down - ein ganz normaler Tag".
Gruß
Ginnungagap (02.08.2008, 11:44 Uhr)
Ich habe auch für mich überlegt, was der Auslöser für diese nicht in Worte zu fassende Tat sein koennte.
Am Nächsten kam mir die Vorstellung, das dass Opfer vielleicht während dieser Pause über den Täter geschmunzelt hat, weil dieser ja am Abend eine Sonnenbrille trug. Aber das ist nur Spekulation.
Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass der Täter eine reine Weste hat und das nicht seine erste Gewalttat war. Der Tatbeschreibung und dem Verhalten während der Tat zufolge muesste er schon etliche Leute verletzt oder angegriffen haben.
Ich mag garnicht wissen, was der Junge noch alles für Pläne hatte.
Den Bildern auf der Facebook Seite nach war er ein aufgeweckter lebenslustiger junger Mann.
Man kann nur hoffen, dass die das Motiv aus dem Kerl herausprügeln. Mit Peitschen, Knüppeln, Wasserschläuchen und Brandeisen.
Und nein... man wäre dann nicht auf gleichem Level mit so einem Subjekt. Bei weitem nicht.
seelenflieger (02.08.2008, 10:07 Uhr)
Ursachenforschung
Das ist ja lustig. Als ich spekuliert hatte, dass der Angriff vielleicht vom zu lauten Musikhören des Täters ausgelöst wurde, wollte ich eigentlich nur Ursachenforschung betreiben. Als ich den Artikel nämlich las, musste ich unweigerlich an den Film "Falling Down" (deutscher Titel ist mir nicht bekannt) mit Michael Douglas denken, der seinerzeit hoch gelobt wurde (soweit ich mich daran erinnern kann, brachte da ein Verkehrsstau das Fass zum Überlaufen und ein ganz normaler Bürger flippte komplett aus). Das mir jetzt unterstellt wird, dass ich den Täter in Schutz nehmen wolle (getreu dem Motto: laute Musik rechtfertigt den Einsatz von Gewalt), zeigt doch sehr deutlich, in welche Bahnen die Gedanken von einigen Mitkommentatoren hier laufen. Nichts für ungut...
@Ginnungagap: Danke für die weiteren Infos zum Tathergang (Zigarettenpause und erst danach Sitzplatzwechsel des Täters).
bernhardberger (02.08.2008, 09:12 Uhr)
@Ginnungagap
Leider haben sie da ganz recht, besonders mit
wenn Kinder eine waffe finden und dann die das
letzte Spielzeug wird. Im gegenteil zu was einem
Irren so spontan einfallen kann was er mit
einem hunting knife in einem bus macht sollte
das vorherige besser unter unserer Kontrolle sein.
Wenn einen Irren die mordlust packt existieren
in diesem Zeitpunk ueberhaupt keine Gesetze,
jedenfalls nicht bis die Polizei ankommt.
Ist mir also bis dann auch egal was da verboten
oder erlaubt ist. Wenn es wieder zu sowas kommt
mache ich das wieder genau so und stelle mich
spaeter (lebendig) vor einem Gericht zur
Verantwortung. Wenn ich dann ins Gefaengnis muss
ist das auf jeden Fall besser als machtlos
zuschauen zu muessen wie so ein Irrer meine
Frau oder Kinder ermordet. Mit dem "Spielzeug"
dings da finde ich es unverantwortlich wenn
Verkaufshaeuser (Like Walamrt) Plastik Spielzeug
Pistolen verkaufen. Als die so Schokolade Zigarretten
verkauft haben, war da (wenigstens hier) ein
Oeffentlicher Aufschrei und die haben sofort
damit aufgehoert. Wir haben also manchmal seltsame
Prioritaeten. Kann mir nicht vorstellen wie eine
einzige Zigarette jemand ums Leben bringen kann
waehrend niemand bezweifeln wuerde dass ein einzelner
Schuss nicht toedlich sein kann
Ginnungagap (02.08.2008, 06:59 Uhr)
@ bernhardberger
In Gedanken an "Virginia Tech" ist das mit den Waffengesetzen eine zwiespaltige Sache.
Also ich selbst fände so ein Gesetz für Europa nicht verkehrt, denn auch ohne Waffenerlaubnis schaffen Irre solche Taten (Erfurt).
Jedoch hoert man aber auch oft genug von Kindern die Papas Pistole im Kleiderschrank finden und das diese dann ihr letztes Spielzeug gewesen ist...
bernhardberger (02.08.2008, 06:48 Uhr)
Lichtig lustig!
Meine Frau und ihre Bekanntschaft, die Mutter des Opfers sind
beide American Native Indians. Gott sei Dank verstehen beide
nicht die Deutsche Sprache oder lesen keine Deutsche Zeitung.
Kann sich hier jemand vorstellen dass sich die trauernde Mc.Lean
family sich besser fuehlen wuerde wenn sie da die witze die
hier gemacht werden lesen koennten. Obwohl "Indians" es ja schon
gewohnt sind, dass ihr Leben weniger wert ist als das von einem
"moonia"....Scheint, dass (nicht alle, aber schon so manche)
Deutsche denken das is schon Ok. solche witze da so machen, sind
aber empoert falls sich Obama am Brandenburger Tor fotografieren
lassen moechte. Wie ich die kommentare da vorher gelesen hab' hat
mir meine Frau ueber die Schulter geschaut und mich gefragt was
da so gesagt wird...ich denke da, wass sie nicht weiss, kann ihr
nicht weh tun. Wie sie da hier auf diesem Kontinent vorher
alleine waren haben sie ja auch nicht gewusst wer da von woher
kommt und sie umbringt und dann Witze drueber macht.
Ich wundere mich ob das da so bunter zugehen wuerde falls
das in Israel anstatt Portage La Prairie Manitoba waere.
Wuerden dann Deutsche sich wagen aehnliche Witze zu machen?
Anee eshe ayine Deutschland....?
grossbuerger (02.08.2008, 04:21 Uhr)
Unheimlich viele Detektive hier ...
Weiguang Li gehört den Triaden an und dieser Auftragsmord sollte ein Zeichen setzen, niemals die Triaden zu hintergehen, der Vater des Opfers hatte 3 Kilo Koks unterschlagen und sich eine goldene Nase verdient !
 
 
 
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