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18. Juni 2008, 17:26 Uhr

Durch SM-Sex zu Tode gefoltert

Anklage Mord: Ein 36-Jähriger soll seine Partnerin mit sado-masochistischen Sexpraktiken zu Tode gequält haben. Wenige Tage danach soll er auch noch versucht haben, ihre Tochter zu vergewaltigen. Nun steht der Mann vor Gericht.

Weil beim Sado-Maso-Sex ein Mensch ums Leben gekommen ist, steht nun ein 36-Jähriger unter Mordanklage© Laif

Beim Sado-Maso-Sex soll ein 36-Jähriger seine Partnerin immer wieder gequält haben - eines Tages bis zum Tod. Deswegen muss sich der Mann vor dem Kieler Landgericht verantworten. Zum Prozessauftakt schwieg der wie ein Hüne wirkende Mann. Die Anklage lautet auf Mord "zur Befriedigung des Geschlechtstriebs", schwere Körperverletzung und sexuelle Nötigung. Der 36-Jährige soll seine Partnerin zunehmend mit sado-masochistischen Sexpraktiken gequält und kurz vor Jahreswechsel in ihrer Wohnung in Neumünster (Schleswig-Holstein) schwer misshandelt und erwürgt haben. Nur wenige Tage später habe er deren erwachsene Tochter in die Wohnung der Toten gelockt, um auch sie zu vergewaltigen und zu töten.

Die junge Frau habe sich in letzter Minute befreien und die Polizei rufen können, schilderte sie als Nebenklägerin. Der einschlägig vorbestrafte Angeklagte habe ihr eine Schlinge um den Hals gezogen und sie missbrauchen wollen, sagte sie. Sie habe bei ihrer Flucht kurzzeitig ihre beiden Kleinkinder in der Wohnung zurück lassen müssen. Ihnen sei aber nichts zugestoßen, weil die Polizei sehr schnell kam. Nach Schilderung der jungen Frau hatte der Angeklagte behauptet, ihre 45 Jahre alte Mutter wolle die Enkel sehen. Die tablettenabhängige Frau habe sich zunehmend von ihrem Partner bedroht gefühlt. Sie habe sogar um ihr Leben gefürchtet, sich aber nicht von ihm trennen wollen, weil sie "so verliebt gewesen" sei.

Gewalt in der Beziehung habe das Leben des Opfers schon in der Ehe mit ihrem Vater geprägt, sagte die Tochter. Sie habe ihn immer wieder gereizt und er sie geschlagen, auch vor ihr und ihren beiden Brüdern. Ihre Mutter habe den Angeklagten nach der Scheidung von ihrem Mann kennengelernt. Ihr Vater und der Angeklagte hätten gemeinsam im Gefängnis gesessen. Nach Angaben der Tochter verbüßte der 36-Jährige eine mehrjährige Haftstrafe wegen schwerer Vergewaltigung. Ihre Mutter habe ihr das Gerichtsurteil gezeigt. Dennoch habe sie bei ihm bleiben wollen, auch noch, nachdem sie der Tochter per Handy eine Nachricht geschickt habe: "Er hat mich gefesselt, geknebelt, vergewaltigt, gewürgt - Ich brauch Hilfe, aber bitte keine Polizei".

Bei Festnahme "fast erleichtert"

Wie eine Kriminalbeamtin zuvor berichtete, gab sich der 36- Jährige bei seiner Festnahme "fast erleichtert". Er habe zugegeben, das Opfer nach einem Streit "mit der rechten Hand erwürgt" und dann einen "Blackout" gehabt zu haben. Nach seiner damaligen Aussage habe er seine Partnerin "mit einer Hand am Hals hochgehoben, so dass sie keinen Kontakt mehr zum Boden hatte". Einen sexuellen Hintergrund als Tatmotiv habe der Mann in Abrede gestellt. Der Prozess ist auf fünf Verhandlungstage anberaumt. Er soll am 27. Juni fortgesetzt werden.

DPA
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
Toreador (19.06.2008, 12:57 Uhr)
lieber Georges13437
Ihre Meinung sei Ihnen unbenommen. Mir ist sehr wohl bewußt, daß SM noch immer als pervers, brutal und abartig gilt.
Trotzdem halte ich die Berichterstattung des STERN in diesem Fall weiterhin für reißerisch und extrem einseitig, um eben diese Sichtweise zu stärken.
Aus meinem Leben, das seit einigen Jahren SM beinhaltet, kann ich nur sagen, daß ich noch nie Gewalt, Vergewaltigung, Mord und Ähnliches in meinem Umfeld erlebt habe, sondern immer nur Achtung, Respekt, Kommunikation und gegenseitige Wunscherfüllung.
Aber wie gesagt, jeder hat seine eigene Meinung und ich sehe keinen Anlaß, mich hier zu verteidigen oder mehr als meine Meinung mitzuteilen. Für eine fundierte Diskussion über das Thema SM sind weder diese Plattform noch Ihre offensichtlich doch sehr gefestigte Meinung dazu geeignet.
Mit freundlichem Gruß, trotz gegenteiliger Ansichten.
Georges13437 (19.06.2008, 08:57 Uhr)
@Toreador
Was versuchen sie denn hier zu erklären? Sado-Masochismus ist Gewalt, ist menschenünwürdig und hat nichts mit Liebe und deren Sexualität zu tun. Diese Perversion ist viel zu sehr veröffentlicht worden, die Gesellschaft hat zugelassen, was sie hätte niemals zulassen dürfen. Diese Tat als Ausrutscher zu bezeichnen ist schon sehr merkwürdig und wie sie es ausdrücken, sind wieder mal Nachbarn und Bekannte schuldig, meinen sie die waren im Keller anwesend. Vielleicht sollten sie mal nachlesen wieviel Menschen durch sexuelle Folter geschädigt, oder ums Leben gekommen sind. Ist es ein Wunder wenn Jugendliche oftmals das tun , was ihnen Erwachsene ihnen vorgaukeln. Und wäre ich der einzige Mensch auf Erden der diese sogenannte Machart der Sexualität, brabdmarken würde und als Außenseiter abgestempelt würde, ich würde mich niemals in meiner Meinung beirren lassen. Ansonsten fand ich den Kommentar vom werten KNOW, sehr treffend, aber auch ernst satirisch. Viel Spass all denen, die die Peitsche brauchen, um zum Höhepunkt zu kommen.
MfG Georges 13437
Known (19.06.2008, 08:17 Uhr)
@gmathol
Drehen Sie jetzt total ab, oder was?
gmathol (19.06.2008, 00:35 Uhr)
US Marines in Haditha...
...haette dieser Mensch dieses Verbrechen in der Uniform der USA begangen waere er nicht nur freigesprochen, sondern auch noch mit einer Helden-Medaille geehrt worden.
An alle Moerder, Kinderschaender, Diebe und Betrueger: "Die US Wehrmacht sucht noch faehige Soldaten"! Klingende Muenze und nie gekannte Ehrungen koennen auch euch zuteil werden.
Known (18.06.2008, 23:25 Uhr)
Krank...
Kranker Scheiß. Mama latscht gerade mit Peitsche und Lederdress durch die Wohnung und Papa hängt an Ketten vor der Decke mit einem Knebel im Mund und Klein-Jürgen guckt mal rein: Hey, keine Sorge, das ist natürliche menschliche Sexualität...ganz natürlich.
Toreador (18.06.2008, 23:12 Uhr)
Mal wieder nur reißerisch...
SM hat nichts mit Gewalt zu tun, sondern sehr viel mit Vertrauen, Offenheit und Kommunikation. Daß hier ein offenbar psychisch gestörter Mann eine emotional gestörte Frau bis zu ihrem Tod mißbrauchen konnte, ist traurig und beschämend für alle, die von dieser zerstörerischen Beziehung wußten und nichts taten, um der Frau zu helfen. Aber Vergewaltigung und Mord haben nichts mit Sex, Erotik und eben auch nichts mit SM zu tun!
Georges13437 (18.06.2008, 21:52 Uhr)
Nur noch widerlich
Die Perversion kennt keine Grenzen mehr. Wie erklärt das einer den Kindern, wird man sagen: Das ist Liebe.
Erst tun alle so, als wäre es ja nur ein Spiel und ehe man sich versieht, totgefoltert, herrliche Liebe.
MfG Georges13437
Klaus_P (18.06.2008, 18:40 Uhr)
Kann man nicht helfen
"...Sie habe sogar um ihr Leben gefürchtet, sich aber nicht von ihm trennen wollen, weil sie "so verliebt gewesen" sei..."
Solchen Menschen ist nicht zu helfen.
 
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