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3. September 2008, 10:54 Uhr

Polizei erwägt Massen-Gentest

Der Druck auf die Ermittler im Mordfall Michelle wächst. Inzwischen schließen sie auch einen Massen-Gentest nicht mehr aus, um dem Mörder der Grundschülerin aus Leipzig auf die Spur zu kommen. Da zudem immer wieder Ermittlungsdetails in die Öffentlichkeit gelangt sind, sucht die Staatsanwaltschaft jetzt nach einem "Maulwurf" in der 177-köpfigen Sonderkommission.

Sachsens Polizeipräsident Bernd Merbitz (l) und der Leipziger Polizeipräsident Horst Wawrzynski sind bestürzt darüber, dass immer wieder Ermittlungsdetails im Mordfall Michelle in die Öffentlichkeit gelangen© Jan Woitas/DPA

Im Mordfall Michelle schließen die Ermittler inzwischen auch einen Massen-Gentest nicht mehr aus. Ein Polizeisprecher sagte, sollten alle anderen Instrumente keinen Erfolg bringen, sei dies eine letzte Möglichkeit.

Derzeit suchen die Beamten aber vor allem nach einem "Maulwurf" in den eigenen Reihen. Wegen detailreicher Berichte über die Ermittlungen und das Obduktionsergebnis bestehe der dringende Verdacht der Verletzung von Dienstgeheimnissen, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Ricardo Schulz. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Verfahren wegen Geheimnisverrats ein. Geklärt werden soll damit, wer vertrauliche Informationen an zwei Boulevardblätter weitergegeben hat.

Schulz sagte, "mit der Weitergabe möglicher interner Details aus der Sonderkommission ist der Erfolg der Ermittlungen gefährdet worden." Es werde nun geprüft, wo die undichte Stelle sei.

Geklärt werden soll ferner, ob auch ein Ermittlungsverfahren gegen Journalisten wegen Anstiftung oder Beihilfe zum Geheimnisverrat eingeleitet wird. Die "Bild"-Zeitung hatte am Dienstag unter Berufung auf das Obduktionsergebnis unter anderem berichtet, Michelle sei sexuell missbraucht und anschließend erstickt worden. Auch die "Morgenpost Sachsen" berichtete in ihrer Mittwochausgabe ausführlich über angebliche Ermittlungsergebnisse.

Leipzigs Polizeipräsident Horst Wawrzynski forderte die Ermittler der 177-köpfigen Sonderkommission strikt zur Wahrung der Nachrichtensperre auf. "Jeder sollte sich daran halten, ohne jede Ausnahme", sagte der Polizeipräsident der "Leipziger Volkszeitung"

Dessen ungeachtet tauchten am Mittwoch weitere Ermittlungsdetails in der Presse auf. Die "Bild"-Zeitung berichtete von einem Zeugen, der Michelle am Tag ihres Verschwindens auf einem Fahrrad gesehen haben will. Die Grundschülerin war am 18. August auf dem Weg vom Schulhort nach Hause verschwunden. Drei Tage später wurde ihre Leiche in einem Teich entdeckt.

Die Sonderkommission werte inzwischen mehr als 1100 Hinweise aus, zu denen täglich neue hinzukämen, sagte Polizeisprecher Daniel Kapferer. Neben der Überprüfung der Tipps würden nach wie vor mehrere sichergestellte Gegenstände kriminaltechnisch untersucht. Dazu zählte auch ein blaurotes Kinderrad, das vorige Woche gefunden wurde.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
paulali (03.09.2008, 20:59 Uhr)
Schreiberlinge
kann man denn diesen Schreiberlingen, die mit ihren Detailbeschreibungen (stimmen die überhaupt oder saugen die sich die "Fakten" aus ihren kranken Hirnen ?)nicht zur Verantwortung ziehen ? Es interessiert doch keinen Menschen, ausser er ist auch krank, wie genau die Tatumstände waren. Es ist doch fürchterlich genug, muss denn da noch in der letzten Intimsspähre von Opfer und deren Angehörigen rumgestochert werden ?
Wie abgestumpft muss man denn sein ?
Wenn Nachrichtensperre verhängt ist, und dann noch in solch einem bitteren Fall, warum berichtet die Presse denn bitteschön darüber ? Pfuideibel
Wiebitte20081 (03.09.2008, 18:40 Uhr)
Irrtum
Irrtum.Den kriegen sie.100%.Wen die Ermittler zum Gentest laden ist der Täter wie oft aus dem Umfeld.Der ist jetzt schn Nervös.Bei Gelegenheit steigt die Belohnung und dann kommt auch einer aus dem Gebüsch und Meldet ihn.Wir sollten Dankbar sein das da die Polizei Überstunden schiebt und im Dreck stochert nach dem einen Detail um ihn zu kriegen.Und zur Belohnung dürfen sie sich in der Presse als Versager hinstellen lassen und dann live miterleben wie ihre sinnvolle Arbeit v. ein paar Gutachtern,Anwälten u zum Schluss einem Richter die Bestie zum Reh gemacht wird.So wie der Killer der den kleinen v. Metzeler? abgeschlachtet hat.Der will wieder zum Eu Gerichtshof.Warum gibt eigentlich keiner mal 1000,- Eu aus damit der im Knast zum Schweigen gebracht wird?Das wäre mal Sinnvoll Geld ausgegeben.An die Gutmenschen da draussen die meinen das man mit dem Messer im Schwein noch lange nicht der Täter sein muss....ihr könnt mich Alle.
Spocks_Kommentar (03.09.2008, 18:34 Uhr)
Ach ja,
der Mörder läuft frei rum, aber wir suchen jetzt erst mal den, der sich nicht an die Anweisung hält....
Lieber Polizei, habt Ihr keine anderen Sorgen, den Mörder fangen z.B.
Na dann kann man sich ja so richtig sicher fühlen in Deutschland........
leboz (03.09.2008, 18:29 Uhr)
Es ist traurige Wahrheit
...aber die Polizei ist hilflos und begibt sich auf Nebenfelder. Sie hat mit Hundertschaften und Hunden die Leiche nicht gefunden und sie wird auch den Täter nicht finden.
Wiebitte20081 (03.09.2008, 18:24 Uhr)
Anstandslos
Wie Wiederlich die Blöd gegen Hartz- Empfänger,Ausländer u.Aussenseiter der Gesellschaft Hetzt grenzt schon oft an Volksverhetzung.Ermittlungsergebnisse trotz Nachrichtensperre ,Journalistisch"zu Erkaufen u. zu Veröffentlichen ist eine Vorsätzliche bodenlose Schweinerei auf dem Rücken der Opfer.Warum zeigt die eigentlich keiner an wegen Verleumdung,Beleidigung oder Verrat.Die hauen mit ihrer dreckigen Meinungsmache,Panikmache und notorischem Schmuddeljournalismus d. jeweiligen Betroffenen in die Pfanne.Beispiele gibts genug.Berichte über die Bundeswehreinsätze bei denen Gesichter,Fahrzeuge oder Ortsbeschreibungen gezeigt werden könne die Jungs da unten den kopf kosten,Ermittlungslagen,Aufenthalte irgendwelcher armen Schlucker in Spanien d. m. 62 in der Sonne liegen.Fragt da keiner ob die vieleicht 35 Jahre eingezahlt haben und eh keinen Job mehr in Deutschland kriegen?Dann kriegen so Gestalten wie,,ich Zock den Staat ab"Typen als Hartzempfänger getarnt die ihre Fresse f. 200,- Eu in jede Kamera halten eine Plattform.Was soll das?.Von 82 Millionen Bürgern arbeiten ca 23 Mio. noch Sozialversicherungspflichtig,die schleppen den ganzen Kropf danach mit durch.Und es werden weniger denn viele müssen schon in Vollzeit v. Staat bezuschusst qwerden weil sie sondt sofort KO gehen.Danke Regierung an dieser Stelle.Wer lönnt ihr selber Raten.Ja,ich lese jeden Tag Blöd-online,damit ich mitkriege wie wiederlich diese Art v. Journalismus sich Entwickelt.Ist es wirklich zur Darstellung v. ,,Fakten",Opfer,Körperteile oder die Beschreibung v. Tathergängen in´s Detail zu veröffentlichen?Reisst wer in Deutschland besoffen den Arm hoch steht gleich Staatsanwalt auf der Matte.Wer steht eigentlich hinter oder vor diesen Medienkonzernen die mit dem Verkauf v. Leichenbildern,Titten oder Opfern Milliarden machen.Die Frage sei Erlaubt oder?Ach so,der Stern ist mittlerweile auch nicht ganz ohne wenns in der Saure Gurkenzeit mal was Fleisch oder Blut aufs Tablett muss.
pirata_loco (03.09.2008, 17:10 Uhr)
arme menschen
Die Personen die einfach immer wieder Details etc an die Öffentlichkeit bringen (Autoren und Ermittler) ist einfach nur traurig. Was bringt es, alles zu wissen,das Mädchen ist einen grausamen Tod gestorben, der Täter muss gefasst werden, mehr sollte uns doch eingeltich nicht interessieren?!
Vincent_Vega (03.09.2008, 11:45 Uhr)
Am Ende entkommt der Täter dank der Medien
wenn er merkt, dass ihm die Polizei auf der Spur ist.
Widerlich; die Auflagenhöhe höher einzuschätzen als die Fahnung nach dem Täter.
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