Angeklagte schweigen zu Tatvorwürfen

21. März 2013, 14:47 Uhr

Ein Paradebeispiel für Mord aus Habgier: Eine junge Frau hat eine Lebensversicherung in Millionenhöhe, am Ende ist sie tot. Verdächtigt werden ihr Ex-Freund, seine Mutter - und drei weitere Personen.

Es ging um Millionen aus Lebensversicherungen: Nach zwei fehlgeschlagenen Attacken mit Messer und Gift erdrosselte vermutlich ein Auftragskiller eine Pferdewirtin aus Berlin hinterrücks mit einem Seil. Jetzt beginnt der Prozess.

Das Mordkomplott sollen der Ex-Freund der 21-Jährigen und dessen Mutter geschmiedet haben. Zum Auftakt des Prozesses am Berliner Landgericht gegen fünf Angeklagte verweigerten die beiden Hauptverdächtigen sowie zwei weitere Angeklagte am Donnerstag die Aussage.

Nur eine 27-Jährige, der der Giftanschlag zur Last gelegt wird, kündigte ein Geständnis an. Ihre Aussage wird am 8. April erwartet. Der Mordprozess, zu dem auch die Familie des Opfers als Nebenkläger sowie Freunde kamen, begann genau neun Monate nach dem Tod der Berlinerin.

Erste Attake gelang nicht

Aus Habgier fassten die heute 56-Jährige und ihr Sohn,24, den Mordplan, um an knapp 2,5 Millionen Euro aus acht Lebensversicherungen der Pferdewirtin zu kommen, wie Staatsanwalt Dieter Horstmann sagte. Wahrscheinlich sollten damit Schulden der Mutter für zwei Reiterhöfe bezahlt werden.

Die Policen mit dem Freund als Begünstigtem trugen teilweise gefälschte Unterschriften der jungen Frau. Das Geld wurde aber nie ausgezahlt. Auch der Sohn ist Pferdewirt, über die Arbeit lernte er seine Freundin kennen. Die fünf Angeklagten stammen aus Nordrhein-Westfalen und Friesland.

Fleischverkäuferin sollte Giftanschlag verüben

Bei der ersten Attacke soll die 56-Jährige im April 2012 der Schwiegertochter in spe in der Küche des gepachteten Reiterhofes im brandenburgischen Friesack ein Küchenmesser in den Rücken gerammt haben und mit einem Grillrost auf sie eingeschlagen haben. Das Opfer konnte sich wehren und kam in eine Klinik. Die Angreiferin gab laut Polizei an, sie habe einen Blackout gehabt. Die junge Frau zog zurück zu ihren Eltern nach Berlin.

Wenige Wochen später soll eine gemeinsame Bekannte des Paars aus Nordrhein-Westfalen für den Giftanschlag angeheuert worden sein, sie versprach sich davon laut Anklage eine Liebesbeziehung zu dem Pferdewirt sowie 50.000 Euro Belohnung. Die Fleischverkäuferin habe heimlich Kaliumchlorid in einen Becher mit Sekt gemischt, als sich die Frauen auf einem Parkplatz vor einem Schnellrestaurant trafen. Das von dem 24-Jährigen gekaufte Gift wirkte jedoch nicht.

Auftragskiller weist Schuld von sich

Über den Bruder der 27-Jährigen soll dann der Auftragsmörder gewonnen worden sein. Beiden seien jeweils 500 Euro versprochen worden. In der Nacht zum 21. Juni kam die Pferdewirtin zu einer Verabredung mit der Fleischverkäuferin zu einem Freibad. Da die 21-Jährige eine Bekannte mitbrachte, sei der Mordplan zunächst fallengelassen worden.

Eine Stunde später soll der Pferdewirt seine Freundin erneut zum Freibad bestellt haben. Dieses Mal kam sie allein. Zusammen mit der Verkäuferin hätten sie zu dritt Sekt getrunken, hieß es in der Anklage. Als sich die 21-Jährige in das Auto der Bekannten beugte, sei der Killer mit Sturmhaube und Handschuhen aus dem Gebüsch gesprungen und habe die Frau getötet. Ein 22-Jähriger gab laut Gericht in Vernehmungen zwar zu, dass er für die Tat geworben worden sei. Doch nicht er habe die Frau erdrosselt, sondern ihr Freund sei es gewesen.

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