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12. November 2009, 17:40 Uhr

Alex W. geht in Revision

Lebenslange Freiheitsstrafe: Scheinbar teilnahmslos hat Alex W. im Gericht auf das Urteil im Prozess um den Mord an der Ägypterin Marwa el-Sherbini reagiert. Doch abgefunden hat er sich damit nicht. Der Weißrusse hat seinen Verteidiger beauftragt, Revision einzulegen.

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Provozierte im Gerichtssaal: Alex W. erschien vermummt zu den Verhandlungen© Matthias Rietschel/DPA

Der wegen Mordes an der Ägypterin Marwa el-Sherbini zur Höchststrafe verurteilte Russlanddeutsche Alex W. will das Urteil anfechten. "Ich werde im Auftrag meines Mandanten Revision einlegen", sagte der Potsdamer Rechtsanwalt Veikko Bartel am Donnerstag. Die Frist dafür beträgt eine Woche nach Prozessende. Bartel will dann das schriftliche Urteil, für das die Kammer nach dem Gesetz sieben Wochen Zeit habe, rechtlich prüfen. Danach entscheide er gemeinsam mit dem Mandanten, ob die Revision begründet oder wieder zurückgezogen werde.

Alex W. war am Mittwoch wegen Mordes an der 31-jährigen Ägypterin sowie versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung an deren Ehemann zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer hatte zudem die besondere Schwere der Schuld festgestellt, womit eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren praktisch ausgeschlossen ist. Staatsanwaltschaft und Nebenkläger hatten diese Höchststrafe gefordert. Die Verteidigung wollte eine Verurteilung wegen Totschlags im Affekt erreichen. Der arbeitslose Spätaussiedler hatte die Attacke schriftlich gestanden, vor Gericht aber weder Reue noch Bedauern gezeigt und geschwiegen.

Isolation als Schutz vor Mithäftlingen

Bis zur Rechtskraft des Urteils bleibe Alex W., der nach Angaben des Gutachters seit Jahren latent suizidgefährdet sei, in Untersuchungshaft, sagte Bartel. Zum Schutz vor Mithäftlingen werde er in absoluter Isolation gehalten und rund um die Uhr bewacht, könne aber mehr Besuch als andere Häftlinge erhalten. Alex W., der einen Tag nach der Verurteilung 29 Jahre alt wurde, sei bisher ausschließlich von seiner Mutter besucht worden.

Am Dresdner Landgericht herrschte nach gut zwei Wochen strengster Sicherheitsvorkehrungen wieder Normalität. "Es finden Verhandlungen statt", sagte Gerichtssprecher Peter Kieß. Die nach der Bluttat installierten Sicherheitskontrollen gelten weiter für Besucher, die Absperrungen indes wurden bereits abgebaut. Während der elf Verhandlungstage hatten rund 200 Polizisten, darunter auch Scharfschützen, das Gerichtsgebäude bewacht und täglich nach Sprengstoff durchsucht.

DPA
 
 
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