Falscher "Rockefeller" muss mindestens 27 Jahre in Haft

15. August 2013, 20:04 Uhr

Als falscher "Rockefeller" hielt Christian Karl Gerhartsreiter in den USA die Leute zum Narren, ehe er in einem Indizienprozess wegen Mordes verurteilt wurde. Jetzt folgte das Strafmaß für den Bayern.

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Beteuerte auch bei der Verkündung des Strafmaßes seine Unschuld: der gebürtige Bayer Christian Karl Gerhartsreiter©

Der wegen Mordes verurteilte Bayer Christian Karl Gerhartsreiter, der sich als "Rockefeller" ausgab, muss für mindestens 27 Jahre hinter Gitter. Ein Richter in Los Angeles setzte am Donnerstag das Strafmaß fest, berichtete der US-Sender ABC. Es lautet auf 27 Jahre bis lebenslange Haft. Gerhartsreiter war im April schuldig gesprochen worden, vor 28 Jahren den Sohn seiner Vermieterin getötet zu haben.

Bei der Verkündung des Strafmaßes trat Gerhartsreiter als sein eigener Anwalt auf. Seine Verteidiger hatte er nach dem Prozess im April entlassen. Der Deutsche pochte am Donnerstag weiter auf seine Unschuld. "Ich habe das Verbrechen nicht begangen", sagte Gerhartsreiter nach Angaben der "Los Angeles Times" im Gericht. Er glaube fest daran, dass die Ehefrau des Opfers den Mord begangen habe.

Jahrelang hinter verschiedenen Identitäten versteckt

Das Opfer John Sohus, 27, und seine Frau Linda waren 1985 spurlos verschwunden. Von der Frau fehlt weiter jede Spur. Der Deutsche lebte in den 1980er Jahren unter dem Namen Christopher Chichester in Kalifornien. Später nannte er sich auch "Clark Rockefeller" und nahm weitere falsche Identitäten an.

In dem Mordprozess gegen Gerhartsreiter im Frühjahr waren Dutzende Zeugen zu Wort gekommen. Es gab keine direkten Beweise wie Blutspuren oder Augenzeugen, die den Deutschen mit dem Verbrechen in Verbindung brachten. Die Staatsanwaltschaft hatte Gerhartsreiter als kaltblütigen Mörder dargestellt, der jahrzehntelang ein "Meister" im Manipulieren gewesen sei und sich hinter verschiedenen Identitäten versteckt habe.

kng/DPA
 
 
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