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19. Januar 2009, 19:37 Uhr

Politkowskaja-Anwalt erschossen

In Moskau sind der Anwalt Stanislaw Markelow und eine regierungskritische Journalistin auf offener Straße erschossen worden. Der Jurist wurde nur einen Kilometer vom Kreml entfernt mit einem Kopfschuss getötet. Als die Journalistin ihm zu Hilfe eilen wollte, wurde sie ebenfalls getroffen. Markelow hatte unter anderem auch die 2006 ermordete Journalistin Anna Politkowskaja vertreten.

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Mord auf offener Straße: Die Leiche von Stanislaw Markelow liegt in einer Blutlache. Ein Unbekannter hatte ihn mitten in Moskau in den Kopf geschossen© Yury Martyanov/AFP

Ein russischer Menschenrechtsanwalt und eine junge Journalistin sind am Montag auf offener Straße in Moskau erschossen worden. Stanislaw Markelow wurde nach einer Pressekonferenz umgebracht, wie die Behörden mitteilten. Die Reporterin Anastasia Baburowa erlitt bei dem Mordanschlag tödliche Verletzungen. Markelow hatte unter anderem die ermordete regierungskritische Journalistin Anna Politkowskaja vertreten und wollte gegen die vorzeitige Freilassung eines Oberst vorgehen, der wegen Mordes an einer Tschetschenin in Haft saß.

Schüsse aus nächster Nähe in den Hinterkopf

Markelow wurde aus nächster Nähe in den Hinterkopf geschossen, wie die Nachrichtenagentur RIA-Nowosti berichtete. Der vermummte Täter habe einen Schalldämpfer benutzt, ein deutliches Anzeichen dafür, dass die Tat geplant gewesen sei. Der Polizei zufolge beobachteten den Anschlag mehrere Zeugen.

Der Menschenrechtler gab nach Angaben der Staatsanwaltschaft in der Moskauer Innenstadt eine Pressekonferenz, rund einen Kilometer vom Kreml entfernt. Der 34-Jährige kündigte an, gegen die Freilassung von Oberst Juri Budanow vergangene Woche bei einem internationalen Gericht Rechtsmittel einzulegen. Budanow war 2003 zu zehn Jahren Haft verurteilt worden, weil er im Jahr 2000 eine 18-jährige Tschetschenin getötet hatte. Sein Fall gilt bei Menschenrechtlern als Test dafür, wie die russischen Behörden mit dem Vorwurf von Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien umgehen.

Baburowa, eine freie Mitarbeiterin der Zeitung "Nowaja Gaseta", für die auch Politkowskaja gearbeitet hatte, versuchte nach Angaben des Blattes am Montag einzuschreiten, nachdem der Anwalt getroffen worden war. Sie wurde angeschossen und ins Krankenhaus gebracht, wo sie während einer Notoperation starb.

Markelow hatte vergeblich versucht, die russischen Behörden davon zu überzeugen, dass Politkowskaja von einem wegen Verbrechen in Tschetschenien verurteilten Polizisten bedroht worden sei. Er wurde nach eigenen Angaben im April 2004 in der Moskauer U-Bahn von fünf Männern überfallen und bewusstlos geschlagen. Die Angreifer hätten Unterlagen zum Fall Politkowskaja mitgenommen, die Polizei habe ihm jedoch keinen Glauben geschenkt, hatte der Jurist erklärt.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch nannte den Mordanschlag auf Markelow ein schreckliches Verbrechen. Für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien sei der Anwalt "ein Held" gewesen, sagte Sprecherin Tatjana Lokschina. "Wenn jemand einen mutigen Journalisten gebraucht hat, dann hat er Politkowskaja angerufen, und wenn jemand einen mutigen Anwalt gebraucht hat, dann hat er Markelow angerufen", sagte der Kreml-Kritiker Lew Ponomarjow.

Nicola Duckworth von Amnesty International sagte, Markelow sei "mit großer Wahrscheinlich für seine professionelle und mutige Arbeit zur Verteidigung der Menschenrechte" getötet worden. Die prominente Menscherechtsaktivistin Ljudmilla Alexejewa nannte den Anschlag laut Interfax "eine Schande für Russland".

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 22)
 
faustjucken_de (20.01.2009, 13:05 Uhr)
bekommt Putin dafür auch einen Orden?
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Administrator (20.01.2009, 12:39 Uhr)
@Helmut.K
Lieber Helmut.K,
vielen Dank für Ihren Beitrag.
Theoretisch ist alles möglich und wir möchten Ihnen hier die größtmögliche Freiheit im Kommentieren geben können. Allerdings haben wir das Thema Gaza-Konflikt in den letzten Wochen sehr bewusst nicht zum Kommentieren freigegeben und dies auch an diversen Stellen begründet: Wir stellen unsere Seiten nicht als Plattform für rassistische und antisemitische Äußerungen zur Verfügung.
Wenn nun in einer Debatte - wie hier geschehen - ein Zusammenhang zwischen dem Thema des Artikels und einem nicht-kommentierbaren Thema auf unseren Seiten konstruiert wird, so sollte das - für uns und die User nachvollziehbar - begründet und dargelegt werden. An dieser Stelle hatte es eher den Anschein, dass das Thema Gaza irgendwie platziert werden sollte - da wir keinen Zusammenhang erkennen konnten, haben wir gelöscht.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihre stern.de-Admins
Helmut.K (20.01.2009, 12:27 Uhr)
@stern-Red
aha.. und weshalb kann ein mord in russland nciht mit dem gaza-konflickt zusammenhängen ??
ihr nennt euch journalisten aber ihr verdreht die wahrheit und die fakten mehr als der letzte hinterhof-rechtsverdreher
wenn ich könnte.. ich würe euren ganzen scheissladen plattmachen.. fuck you
Marty_D (20.01.2009, 11:04 Uhr)
armer russen
die russen sind ethisch morlisch nicht soweit wie wir, unsere sensibilität ist weiter entwickelt. (und nicht nur die) viele Russen sehen ein menschliches leben nicht so wertvoll wie wir. für ein paar dollar bekommt man in russland einen auftragskliller. so ist es.
Die brauchen zeit um sich zu entwickeln.
Administrator (20.01.2009, 09:28 Uhr)
@ukiduki
Wir kommen Ihrem Wunsch natürlich nach - dennoch möchten wir hier noch einmal erläutern, wie wir arbeiten:
Wenn wir einen Beitrag entfernen (müssen), löschen wir auch die entsprechenden Antworten darauf, da ein Zusammenhang sonst nicht mehr zu erkennen ist.
Was Ihren Vorwurf angeht: Sie können gern kritisieren, wen Sie möchten, so lange das sachlich und zum Thema passiert. Der Artikel, den Sie hier kommentieren können, ist die Nachricht über den Tod eines russischen Anwalts und hat nichts mit der Thematik des Gaza-Konflikts zu tun. Und off-topic-Inhalte werden immer gelöscht, da eine strukturierte und nachvollziehbare Debatte sonst nicht mehr möglich ist.
Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
ukiduki (20.01.2009, 09:22 Uhr)
@admins
vielen dank für eure antwort. mein artikel nahm haupsächlich bezug zu einem artikel, der auch schon eurer zensur zum opfer fiel.
es ist schon erstaunlich, wie reflexartig ihr artikel löscht, wenn nur leiseste kritik an israel enthalten ist.
bitte löscht meine nutzerdaten aus eurer datenbank, ich werde den stern auch aus meinen lesezeichen entfernen.
Administrator (20.01.2009, 09:16 Uhr)
@ukiduki
Liebe/r ukiduki,
vielen Dank für Ihren Beitrag. Wir haben Ihr Posting gelöscht, da es eine Antwort auf einen gelöschten Beitrag darstellte. Um den Kontext zu erhalten löschen wir immer auch alle Antworten auf ein solches Posting. Zudem drehten Sie mit Ihrem Beitrag die Debatte noch weiter weg vom Thema des Artikels. Der Konflikt im Gaza-Streifen ist nicht Inhalt des oben stehenden Berichts.
Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
ukiduki (20.01.2009, 08:58 Uhr)
hallo admins
könnt ihr mir schreiben, warum ihr meinen letzten kommentar entfernt habt. er enthielt weder beleidigungen, noch fehlte ihm jeglicher bezug zum artikel. er enthielt nur kritik an merkel, an putin und an israel. mögen dass eure geldgeber nicht?
ukiduki (20.01.2009, 08:29 Uhr)
blockflötenlob
tja, es ist doch schon bezeichnend, dass die blockflöten der ost-cdu einen ex-kgb-offizier noch eine auszeichnung hinterher werfen.
zum glück merkt es der wähler ja nicht (siehe wahl der fdp in hessen. auch diese partei wurde gewählt, obwohl sie mit ihrer idiologie indirekt für die wirschaftskrise mit verantwortlich ist).
Ginnungagap (20.01.2009, 00:36 Uhr)
Energiebedarf decken?!
Alles machbar... wenn man nur wollen würde :)
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