"Herr-der-Ringe"-Vulkan lähmt Neuseelands Flugverkehr

7. August 2012, 16:50 Uhr

Der neuseeländische Mount Tongariro hat eine 6000 Meter hohe Aschewolke ausgespuckt. Piloten flogen stundenlang Umwege. Der Vulkan wurde als "Schicksalsberg" in der Filmreihe "Herr der Ringe" berühmt.

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Erstmals seit 1897 ist auf Neuseelands Nordinsel der durch die Kinofilmreihe "Herr der Ringe" bekannt gewordene Vulkan Mount Tongariro wieder aktiv geworden. In der Nacht zu Dienstag spuckte der Berg nach Behördenberichten eine über 6000 Meter hohe Aschewolke in die Luft, der Flugverkehr in Neuseeland wurde stundenlang behindert. Selbst die Vulkanwarte GNS wurde nach eigenen Angaben von dem Ausbruch überrascht.

Wegen der Aschewolke forderten die Behörden die Anwohner auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Mehrere Straßen mussten wegen schlechter Sicht gesperrt werden. Die Fluggesellschaft Air New Zealand leitete mehrere Inlandsflüge um, am späten Dienstag herrschte aber wieder normaler Flugbetrieb. Internationale Flüge waren von dem Ausbruch nicht betroffen.

Viele Erdbeben und Vulkanausbrüche

Nach Angaben des Zivilschutzes floss bei der Eruption des Mount Tongariro keine Lava. Ein Anwohner berichtete, der Vulkan habe Steine gespuckt. "Es war wie Gewitter und Feuerwerk zugleich", sagte David Bennet dem Mediennetzwerk Fairfax Media. Das Gebiet um Mount Tongariro diente im Finale der Filmreihe "Herr der Ringe" als Kulisse für den Schicksalsberg.

Die Behörden wiesen darauf hin, dass der Mount Tongariro jederzeit ohne Vorwarnung ausbrechen könne. Rund um den Berg im Zentrum der Nordinsel befinden sich mehrere Vulkane. Neuseeland liegt auf dem so genannten Pazifischen Feuerring - an ihm stoßen gleich mehrere Kontinentalplatten aneinander, deshalb kommt es dort besonders häufig zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen.

Weitere Aschewolke

In Mexiko brach unterdessen der Popocatépetl aus. Nach Behördenangaben spuckte der etwa 70 Kilometer von Mexiko-Stadt entfernte Vulkan am Montag eine rund 4500 Meter hohe Gas- und Aschewolke in die Luft. Für das Gebiet rund um den Vulkan wurde bereits im April die Alarmstufe drei ausgegeben, sie liegt knapp unter der Einleitung einer Evakuierung der umliegenden Dörfer. Die Behörden forderten die Anwohner auf, sich über die Medien stets über die weitere Entwicklung zu informieren.

lin/AFP
 
 
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