. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
28. November 2005, 16:56 Uhr

RWE lehnt Schadenersatz ab

25.000 Haushalte werden auch die vierte Nacht in Folge ohne Strom auskommen müssen. Verbraucherschützer fordern den Stromversorger RWE deshalb zur Zahlung von Schadenersatz auf - doch der lehnt ab.

Licht gibt's nur vom Auto: Eine Straße in Ochtrup© Rolf Vennenbernd/DPA

Der Bund der Energieverbraucher forderte, dass der Stromversorger RWE für die Schäden durch die Stromausfälle aufkommen soll. "Wer das Geschäft macht, darf sich bei der Haftung nicht drücken", sagte Verbandschef Aribert Peters.

Auf die Frage, ob ihm mögliche Schadenersatzansprüche Sorgen machten, sagte RWE-Chef Zschiedrich im Westdeutschen Rundfunk: "Uns macht momentan nur eins Sorge, und das ist, dass wir alle unsere Kunden ans Netz bekommen." Es gebe jedoch Regelungen, die besagten, dass bei Naturgewalten keine Schadenersatzansprüche bestünden.

Eine Übersicht über die durch das Schneechaos entstandenen Schäden habe der Energieversorger RWE nach eigenen Angaben nicht. "Es ist noch zu früh, um etwas zu Schadenshöhe und möglichen Einnahmeausfällen zu sagen", sagte der Sprecher der RWE-Vertriebsgesellschaft RWE Energy, Sebastian Ackermann. Derzeit arbeiteten unter anderem rund 400 RWE-Beschäftigte daran, die Stromversorgung wieder herzustellen. Nach Abschluss der aktuellen Arbeiten werde man sich ein Bild machen. "Erst dann können wir etwas zu den Kosten sagen."

Reparaturen dauern noch Monate

Die endgültige Reparatur der beschädigten Masten und Leitungen wird nach Angaben von RWE Westfalen-Weser-Ems noch Wochen und Monate dauern. Die Schadenshöhe gehe in die Millionen, sagte Unternehmenssprecher Klaus Schultebraucks. Er sagte, dass sich die Masten auf dem neuesten technischen Stand befunden hätten. Sie kämen auch in Norwegen, Österreich oder Bayern zum Einsatz. "Dort wäre das Gleiche passiert bei so einer Wetterlage."

Laut Ackermann entsprachen die Leitungen einer DIN-Norm. Die Belastung durch den Schnee sei jedoch sieben bis zehn Mal so hoch gewesen wie es die Norm vorschreibe. "Wir sind auf vieles vorbereitet, aber vor Naturkatastrophen ist keiner gefeit."

Alle Masten in dem Gebiet sollen nun auf bislang unentdeckte Schäden kontrolliert werden. Die Stromleitungen waren nach starken Schneefällen am Freitag unter der Last abgerissen. 50 Hochspannungsmasten im Münsterland waren eingeknickt oder stark beschädigt worden.

RWE ist Deutschlands größter Stromerzeuger und betreibt mit rund 12.000 Kilometern Länge das längste Übertragungsnetz in Deutschland.

"Das war ein Jahrhundertereignis"

Der Verband der Netzbetreiber (VDN) besteht trotz der 50 umgeknickten Stromleitungen darauf, dass die deutschen Stromnetze grundsätzlich sicher seien, so ein Sprecher. "Dies war ein Jahrhundertereignis. Da ist extrem viel zusammengekommen", sagte der Sprecher weiter.

Prinzipiell könnten auch die Leitungen zum Endkunden sicherer gemacht werden. Das koste aber deutlich mehr, sagte der VDN-Sprecher. Bau und Instandhaltung der deutschen Stromnetze tragen rund ein Drittel zur Stromrechnung der Verbraucher bei. Viele Versorger begründen ihre hohen Strompreise unter anderem mit diesen hohen Kosten in die Versorgungssicherheit.

DPA/AP/Reuters
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Schneechaos in Ochtrup Helfer stehen sich die Beine in den Bauch

Die Lage im Münsterland bessert sich, dennoch werden auch in der kommenden Nacht 25.000 Haushalte ohne Strom auskommen müssen - dabei sollen Notstromaggregate ungenutzt herumstehen. mehr...

Klimaforscher "Schneechaos war eine seltene Laune der Natur"

Seit dem Wintersturm im Münsterland sind Zehntausende noch ohne Strom. Der Kilmaexperte Mojib Latif sieht in den verheerenden Schneefällen dennoch keinen Anlaß zur Sorge. mehr...

Schneechaos Stromlos in Ochtrup

In den vom Schneechaos heimgesuchten Gegenden verbessert sich die Lage stetig, zurzeit sind noch 50.000 Menschen ohne Strom. Die Kleinstadt Ochtrup hat es aber so schwer erwischt, dass sie noch einige Tage ohne Strom auskommen muss. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe