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4. Mai 2011, 13:45 Uhr

Martin N. erschlich sich Job mit falschem Zeugnis

Knapp drei Wochen nach seinem Geständnis kommen immer Details über den mutmaßlichen Kindermörder Martin N. heraus. Wie stern.de erfuhr, erschlich er sich den Job bei einer Hamburger Jugendeinrichtung mit gefälschten Dokumenten.

Dennis, Martin N., Pädophile

Hochstapler: Martin N. ergaunerte sich seinen Job bei der Jugendhilfe

Der mutmaßliche Kindermörder Martin N. ist offenbar auch ein Hochstapler. Wie stern.de aus Ermittlerkreisen erfuhr, hat der heute 40-jährige sich als Sozialpädagoge ausgegeben und auch gearbeitet, obwohl er keine entsprechende Ausbildung hatte. Martin N. hatte gestanden, drei Jungen ermordet zu haben, unter anderen Dennis Klein aus Bremen.

So bewarb er sich 2000 in Hamburg als Sozialpädagoge bei einer Stiftung der evangelischen Jugendhilfe. Er legte dort eine staatliche Anerkennung und ein Hochschulzeugnis vor, die ihn als Diplom-Sozialpädagogen auswiesen. Beide Dokumente waren jedoch gefälscht. Martin N. arbeitete acht Jahre in der Einrichtung und betreute Jugendliche aus Problemfamilien. 2008 wurde er fristlos gekündigt, nachdem bekannt geworden war, dass gegen ihn wegen Besitzes von Kinderpornographie ermittelt worden war. Die Jugendhilfe-Stiftung hatte sich offenbar keine beglaubigten Abschriften vorlegen lassen. Gegenüber stern.de war sie nicht zu einer Stellungnahme bereit. Die ermittelnde Soko Dennis und die Bildungsbehörde in Bremen wollten die stern.de-Informationen weder bestätigen noch dementieren.

Keine Hinweise auf Sozialpädagogik-Studium

Mitte der 90er Jahre hatte Martin N. an der Universität Bremen Mathematik auf Lehramt studiert, jedoch kein zweites Staatsexamen abgelegt. Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass er überhaupt jemals ein Studium der Sozialpädagogik aufgenommen hat.

Knapp 20 Jahre hatte Martin N. in Norddeutschland Jungen missbraucht. Mitte April wurde er festgenommen. Inzwischen hat er den Mord an Stefan Jahr, Dennis Rostel und Dennis Klein gestanden. Darüber hinaus räumte N. ein, rund 40 Jungen missbraucht zu haben.

Von Kerstin Herrnkind, Werner Mathes und Frank Gerstenberg
 
 
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