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Mutmaßlicher Mitgründer der Deutschen Taliban vor Gericht

Brandenburger Tor, Kölner Dom, Oktoberfest: Mitten im Bundestagswahlkampf 2009 sorgte ein Drohvideo mit möglichen Anschlagszielen in Deutschland für Angst. Jetzt steht der mutmaßliche Al-Qaida Terrorist aus dem Video vor Gericht - und schweigt.

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Er soll sich im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet am gewaltsamen Dschihad beteiligt haben - zu allen Vorwürfen schweigt er allerdings bislang© Maurizio Gambarini/DPA

Mit einem Drohvideo mitten im Bundestagswahlkampf 2009 soll ein 26-Jähriger Angst verbreitet haben - seit Mittwoch muss sich das mutmaßliche Mitglied des Terrornetzwerkes al-Qaida nun in Berlin vor dem Kammergericht verantworten. Die Bundesanwaltschaft wirft dem Deutschen mit türkischen Wurzeln und einem mitangeklagten 22 Jahre alten Österreicher vor, sich nach einer Kampfausbildung im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet am Dschihad (Heiliger Krieg) auch gegen Angehörige der Isaf-Schutztruppe beteiligt zu haben. Zum Prozessauftakt verweigerten die beiden Angeklagten die Aussage.

Der 26-Jährige ohne erlernten Beruf soll auch zu den Gründern der terroristischen Vereinigung Deutsche Taliban Mudschaheddin (DTM) gehören. Sein Mandant bestreite dies, sagte Anwalt Michael Murat Sertsöz am Rande der Verhandlung. "Die Beweislage ist sehr, sehr dürftig." Ziel der Organisation ist laut Anklage die Befreiung Afghanistans von westlichem Einfluss sowie die Errichtung eines Staates mit islamischem Recht (Scharia). Auch Selbstmordanschläge würden dabei als legitimes Mittel der Kriegführung angesehen.

Auf der Suche nach Unterstützern in Deutschland

Die Ermittlungsbehörden halten den 26-Jährigen für jenen Vermummten, der 2009 in einem Internet-Video mit dem Titel "Der Ruf der Wahrheit" den sofortigen Abzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan forderte. Er habe als Sprecher unter dem Namen Ayyub A. angedroht, den gewaltsamen Dschihad nach Deutschland zu tragen. Im Hintergrund wurden Bilder unter anderem vom Brandenburger Tor und der Frankfurter Skyline eingeblendet. In Deutschland waren daraufhin die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden.

Nach ihrer Rückkehr nach Europa sollen die beiden Männer versucht haben, Geld für al-Qaida zu sammeln und in Moscheen neue Unterstützer für das Terrornetzwerk zu werben. Von einem al-Qaida-Anführer sollen sie den Auftrag erhalten haben, sich für Anschläge bereitzuhalten. Der 22-Jährige war im Mai 2011 in Berlin festgenommen worden - mit rund 1000 Euro und einem USB-Stick in der Unterhose. Der 26-Jährige wurde in Wien gestellt.

Ankläger Lothar Maur sagte, es sei den Beschuldigten nicht gelungen, Unterstützer in Deutschland zu rekrutieren. "Es gibt keine konkretisierten Tatpläne für Anschläge, es gab aber strategische Überlegungen", sagte der Oberstaatsanwalt.

kgi/DPA
 
 
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