24. Juni 2008, 16:50 Uhr

138.000 Tote und Vermisste durch "Nargis"

Die Zahl der Toten und Vermissten durch den Zyklon "Nargis" in Myanmar ist auf mehr als 138.000 gestiegen. Das gab die Militärregierung in Rangun bekannt - bislang hatten die Behörden 134.000 Opfer gemeldet. "Nargis" war in der Nacht zum 3. Mai über die Südküste des Landes hinweg gefegt.

Viele Überlebende des Zyklons leben noch in Flüchtlingscamps in Zelten©

Die Militärregierung von Myanmar hat die Opferzahlen durch Zyklon "Nargis" erneut nach oben korrigiert. Nach der neuesten Statistik kamen bei der Naturkatastrophe Anfang Mai 138.000 Menschen ums Leben oder werden noch vermisst. Bislang hatten die Behörden knapp 134.000 Tote und Vermisste gemeldet. Eine große internationale Bestandsaufnahme über Schäden und Hilfsbedarf werde erst im Juli vorliegen, teilte das UN-Büro in Rangun mit.

Insgesamt seien 84.537 Menschen ums Leben gekommen, 53.836 Menschen gelten noch als vermisst, sagte der stellvertretende Außenminister bei einem Treffen der gemeinsamen Arbeitsgruppe zur Abschätzung der Schäden und des Hilfsbedarfs.

Die Arbeitsgruppe will ihren Bericht im Juli in Rangun veröffentlichen. Er soll Grundlage für die Erfüllung der Spendenzusagen der Geberkonferenz Ende Mai in Rangun sein. Nach Angaben des UN-Büros sind 250 Mitarbeiter mit Fragebögen in die 380 Dörfer des Katastrophengebiets unterwegs, um die Schäden zu quantifizieren. Der Bericht werde in Rangun veröffentlicht und am 21. und 22. Juli auf der ASEAN-Außenministerkonferenz in Singapur beraten.

"Nargis" war in der Nacht zum 3. Mai über die Südküste Myanmars hinweg gefegt. Das tiefliegende Irrawaddy-Delta von der Größe Österreichs wurde durch hohe Flutwellen in weiten Teilen zerstört. Die Menschen hatten nach eigenen Angaben kaum Schutzmöglichkeiten. Trotz der großen Not weigerten sich die Generäle drei Wochen lang, ausländische Helfer ins Land zu lassen. Nur Einheimische durften in das Katastrophengebiet. 2,5 Millionen Bedürftige wurden wochenlang nicht versorgt. Seitdem hat sich die Lage gebessert, doch klagen Hilfsorganisationen bis heute über den bürokratischen Aufwand.

DPA
 
 
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