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6. Juni 2008, 10:41 Uhr

Militärjunta kritisiert westliche Medien

Die Militärregierung in Myanmar hat ausländischen Medien eine verzerrte Berichterstattung über die Lage im verwüsteten Irrawaddy-Delta vorgeworfen. "Skrupellose Elemente" würden Videos zu aufgebauschten Geschichten aus dem Zyklon-Gebiet verbreiteten, um dem Ansehen Myanmars zu schaden.

Ausländische Medien verbreiten ein verzerrtes Bild von der Lage im Land, behauptet die Militärjunta in Myanmar© David Longstreath/AP

Die Junta in Myanmar hat scharfe Kritik an der ausländischen Berichterstattung geübt. Es werde ein verzerrtes Bild über die Situation im vom Zyklon "Nargis" zerstörten Irrawaddy-Delta in der Welt verbreitet. Die Medienschelte kam nach der Festnahme eines populären Komikers, der gerade von einer privaten Hilfsaktion aus dem Katastrophengebiet zurückgekehrt war und erklärt hatte, die von den Behörden verteilte Hilfe erreiche nicht alle Opfer.

In Rangun kursierten Berichte, wonach mehr mehrere Personen festgenommen worden seien, die im Irrawaddy-Delta Filmaufnahmen gemacht hatten. Die staatliche Zeitung "New Light of Myanmar", das Sprachrohr der Junta, schrieb von "skrupellosen Elementen", die Videos zu aufgebauschten Geschichten aus dem Zyklon-Gebiet verbreiteten. "Jene ausländischen Agenturen veröffentlichen gegenstandslose Nachrichten in der Absicht, dem Ansehen Myanmars zu schaden und der internationalen Gemeinschaft den Eindruck zu vermitteln, die Zyklon-Opfer erhielten keinerlei Unterstützung", hieß es in dem Artikel.

Der 46-jährige Komiker Maung Thura - bekannt unter seinem Künstlernamen Zarganar - war nach Angaben seiner Familie am Mittwochabend nach einer Hausdurchsuchung in Rangun abgeführt worden. Der auch als Schriftsteller und Schauspieler tätige Künstler war demnach gerade aus dem Katastrophengebiet im Irrawaddy-Delta zurückgekehrt, wo er sich als Freiwilliger an Hilfsaktionen für die Opfer des Wirbelsturms beteiligt hatte. Zarganar war seit 1988 wiederholt inhaftiert, zuletzt drei Wochen lang nach den Demonstrationen buddhistischer Mönche im September vergangenen Jahres.

Internationale Hilfsorganisationen haben der Junta wiederholt vorgeworfen, ausländische Helfer und Hilfsgüter nicht ins Land zu lassen. Bei dem Zyklon, der am 2. und 3. Mai weite Teile des südostasiatischen Landes verwüstet hatte, kamen mindestens 78.000 Menschen ums Leben, 56.000 werden noch immer vermisst. Mehr als eine Million Menschen brauchen dringend Lebensmittel, Obdach und medizinische Versorgung.

AP
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
heartlander98 (06.06.2008, 11:57 Uhr)
Zynisch
Tausende Menschen sterben, weil sich die Machthaber gegen ausländische Hilfe sträuben. Es ist zynisch, diejenigen zu verfolgen, die über das unnötige Elend berichten. Die UN müsste mit allen Möglichkeiten gegen diese Junta vorgehen.
kasa55 (06.06.2008, 11:36 Uhr)
Ich glaube..
die Militärjunta schaut sich die Auswirkungen gar nicht selber an, da sie zu grausam sind als das man sich in ihren Kreisen damit befassen möchte. Man lebt ja selber im eigens gemachten goldnen Käfig fernab von den Problemen der eigenen Bevölkerung.
Solche Regime dürfen nicht länger existieren, da sie die Welt schlechter machen als sie ist und damit noch einmal weg mit dieser Regierung. Keine Hilfe für sie, alle Schulden von Krediten sofort zurückverlangen, nur der bedürftigen Bevölkerung helfen und die Machthaber nach und nach einfangen und nach Den Haag bringen und danach dorthin schicken wo für eine restlose Beseitigung gesort ist.
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