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14. Mai 2008, 10:45 Uhr

Nachbarschaftshilfe nach dem Zyklon

Im Katastrophengebiet in Myanmar warten anderthalb Wochen nach dem Zyklon noch immer Überlebende auf erste Hilfslieferungen. Privatleute aus Rangun sind inzwischen mit eigenen Autos aufgebrochen und verteilen Wasser und Kekse. Von der Armee fehlte noch immer jede Spur in der verwüsteten Region.

Ein Mönch geht durch die zerstörten Straßen von Yangon© EPA

Anderthalb Wochen nach dem verheerenden Zyklon herrscht in Myanmar noch immer das Chaos. Inzwischen versuchen Einheimische den Opfern der Katastrophe zu helfen. Zu ihnen gehört auch ein Geschäftsmann aus Rangun, der mit seinem Auto in das Irrawaddy-Delta gefahren ist. Er sagte der BBC, die einen Reporter mit Kamera in das für Ausländer gesperrte Gebiet geschmuggelt hatte, seine Mitarbeiter hätten aus ihren eigenen bescheidenen Mitteln ein paar hundert Dollar gespendet. Er habe dafür in Rangun Wasser und Kekstüten gekauft und sei in Richtung Süden losgefahren.

Einige private Helfer sollen an Straßensperren zurückgeschickt worden sein, mit dem Hinweis, dass Hilfe nur durch das Militär erfolgen dürfte. Der BBC-Reporter zeigte an anderer Stelle eine lange Reihe blauer Zelte, die die Armee aufgestellt hatte - weit und breit war allerdings kein Mensch zu sehen. Etwa eine Stunde weiter drängten sich dagegen Hunderte Überlebende im Hof eines Klosters. Die Regierung hatte nach Angaben der Mönche einen Sack Reis dorthin geliefert.

"Überwältigende Situation"

Nach tagelangen Verzögerungen haben die Behörden in Myanmar 160 Katastrophenexperten aus den Nachbarländern Bangladesch, China, Indien und Thailand grünes Licht zur Einreise gegeben. Das berichtete das UN-Büro für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) in Bangkok. Gleichzeitig warten hunderte Experten der Vereinten Nationen und privater Hilfsorganisationen aus anderen Ländern seit Tagen vergeblich auf Einreisegenehmigungen, um den mehr als 1,5 Millionen Überlebenden des Zyklons zu helfen.

"Myanmar hat gezielt die Nachbarländer aufgerufen zu helfen", sagte OCHA-Sprecherin Amanda Pitt. Die Länder gehören zu den wichtigsten Handelspartnern Myanmars. Sie haben sich in der Vergangenheit mit Kritik an dem Militärregime zurückgehalten, während europäische Länder und die USA die Menschenrechtslage immer wieder angeprangert und Sanktionen verhängt haben.

Erkundungsteam wird losgeschickt

Die südostasiatische Staatengemeinschaft wollte in den nächsten Tagen ein Erkundungsteam losschicken, teilte die Organisation mit, die Myanmar zu ihren Mitgliedern zählt. Auch in Singapur erhielten sechs Mitarbeiter von zwei Hilfsorganisationen Einreisevisa. Einige wenige Mitarbeiter der Vereinten Nationen und von Hilfsorganisationen durften ins Land, allerdings nicht in das Katastrophengebiet.

Eine der wenigen, die dies schaffte, war die Chefin der Rotkreuz-Delegation in Myanmar, Bridget Gardner. Sie beschrieb die Situation im überschwemmten Delta nach einer zweitägigen Tour in Rangun als "überwältigend". In der verwüsteten Stadt Latputta säßen 10.000 Menschen ohne Dach über dem Kopf im strömenden Regen.

Behandlung dringend nötig

In Myaung Mya wurde mit den ersten Plastikplanen des Roten Kreuzes das Dach des Krankenhauses notdürftig abgedeckt. "Die Menschen haben sich während des Zyklons an Bäume geklammert", berichtete Gardner in einer Erklärung, die in Genf veröffentlicht wurde. "Die peitschenden Winde mit Sand und Schmutzwasser rissen ihre Haut wie mit Schmirgelpapier auf." Die Wunden müssten dringend behandelt werden, damit sie sich nicht entzünden.

Die EU appellierte bei einem Krisentreffen in Brüssel erneut an die Junta, das Land für internationale Helfer zu öffnen. Sie hoffen darauf, dass auch der UN-Sicherheitsrat sich mit Myanmar befasst. "Die UN-Charta eröffnet einige Wege", sagte EU- Chefdiplomat Javier Solana.

DPA, MCP

Ihre Spende hilft Bündnis "Aktion Deutschland Hilft" Spendenkonto: 10 20 30 Bank für Sozialwirtschaft BLZ: 370 205 00 Stichwort: Zyklon Myanmar

 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
albundy69 (14.05.2008, 15:19 Uhr)
Rote Heidi
Frau Ministerin, Sie entäuschen mich. Als Frau von der man regelässig gewohnt ist, dass sie den bösen Amerikanern ans Bein pinkelt ist es im höchsten Masse irritierend, dass Sie nunmehr die Russen und Chinesen anmotzen. Wo bleibt die revolutionäre Gesinnung vergangener Tage als die Amis an Allem Schuld trugen ? Wo die Rhetorik vergangener Jahrzehnte, als man mit polemischem Stakkato die Amis verteufelte. Fehlt Ihnen der Mut hier die Naturkatastrophe als Konsequenz multinationaler kapitalistischer Ausbeutungspolitik umzudeuten ? "Rote Heidi", die Meinungsmacher der "Abteilung Links" warten auf ein paar starke Sprüche !!!!
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