27. Dezember 2012, 09:25 Uhr

Lokalzeitung veröffentlicht Namen von Waffenbesitzern

In der Diskussion um schärfere Waffengesetze sorgt die Aktion einer US-Lokalzeitung für Aufsehen. Sie hat eine Karte mit dem Namen von tausenden Waffenbesitzern aus der Nachbarschaft veröffentlicht.

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Beratung in einem US-Waffengschäft. Eine Lokalzeitung aus dem Bundesstaat New York hat jetzt eine Liste mit den Namen tausender Waffenbesitzer in der Nachbarschaft veröffentlicht.©

Eine Lokalzeitung im US-Bundesstaat New York hat eine Liste mit tausenden Namen und Adressen von Waffenscheinbesitzern in der Nachbarschaft veröffentlicht und damit eine hitzige Debatte ausgelöst. Die Zeitung "The Journal News" stellte in ihrer Mittwochsausgabe eine interaktive Karte mit Angaben zu mehr als 33.000 Waffenscheinbesitzern in zwei Bezirken im Staat New York neben einen Artikel mit der Überschrift "Der Waffenbesitzer von nebenan". Die Zeitung erhielt die Daten nach einem entsprechenden Antrag bei den Behörden auf der Grundlage eines Gesetzes zum Auskunftsrecht.

"The Journal News" verteidigte die Veröffentlichungen damit, dass die Informationen legal beschafft worden seien und die Leser ein Recht darauf hätten zu wissen, ob ihre Nachbarn Waffen besäßen. "Wir wussten, dass die Veröffentlichung der Daten kontrovers sein würde", sagte die Herausgeberin und Vize-Präsidentin der Zeitung, CynDee Royle. Angesichts des Amoklaufs in einer Grundschule in Newtown im Bundesstaat Connecticut Mitte Dezember mit 26 Todesopfern sei es für die Menschen außerdem wichtig zu wissen, wer in der Nachbarschaft Waffen besitzen könnte.

Die Zeitung erhielt indes hunderte Anrufe besorgter Bürger mit Waffenschein, die die Veröffentlichung als Eingriff in ihre Privatsphäre empfanden und nun ihrerseits um ihre Sicherheit fürchten. Auf der Facebook-Seite der Zeitung entwickelte sich eine hitzige Diskussion, einige Nutzer veröffentlichten im Gegenzug Namen und Adressen der Zeitungsredakteure. Eine Nutzerin kritisierte, dass die Zeitung mit ihrer Aktion Kriminellen nun auch mitgeteilt habe, in welchen Häusern sie keine Waffen befürchten müssten.

kng/AFP
 
 
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