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25. August 2008, 11:09 Uhr

Freigelassener Deutscher wieder zurück

Der Deutsch-Tibeter Florian Norbu Gyanatshang ist wieder frei, die chinesischen Behörden haben ihn nach Deutschland abgeschoben. Am Morgen ist er auf dem Frankfurter Flughafen angekommen. Er berichtet von nächtelangen Verhören und Misshandlungen.

Florian Norbu Gyanatshang hatte in China für ein freies Tibet protestiert© AP

Unmittelbar nach dem Ende der Olympischen Spiele in Peking ist der Deutsch-Tibeter Florian Norbu Gyanatshang aus chinesischer Haft entlassen und nach Deutschland abgeschoben worden. Der 30-jährige Stuttgarter landete am Montagmorgen auf dem Flughafen Frankfurt. Gyanatshang berichtete nach seiner Ankunft davon, dass er im chinesischen Gefängnis nächtelang verhört worden sei, außerdem wurde ihm Schlaf entzogen. "Mir ist es wichtig, dass unsere Brüder und Schwestern in Tibet wissen, dass wir sie unterstützen, sagte der Deutsch-Tibeter. "Ich bin stolz darauf, dass uns das gelungen ist."

An Bord des Flugzeugs war auch die 41 Jahre alte Britin Mandie McKeown, die gemeinsam mit Gyanatshang und zwei US-Bürgern in der vergangenen Woche nach einer Protestaktion vor dem Pekinger Olympia- Gelände festgenommen worden war. "Wir sind sehr erleichtert", sagte Gyanatshangs Schwester Yuldon.

Zehn Tage Haft

Der ehemalige Bundeswehrsoldat und die Britin gehören zu einer Gruppe von zehn ausländischen Tibet-Aktivisten, gegen die die chinesischen Sicherheitskräfte Haftstrafen von jeweils zehn Tagen verhängt hatten. Die anderen acht stammen aus den USA. Alle zehn wurden abgeschoben, nachdem die USA die chinesische Regierung scharf kritisiert und die sofortige Freilassung verlangt hatten. Von der Bundesregierung war kein Wort der Kritik an China gekommen.

Der 30-Jährige hat eine deutsche Mutter und einen tibetischen Vater und arbeitet als Softwareentwickler in Stuttgart. Er ist Leiter der deutschen Sektion des Vereins Tibeter Jugend. "Das Traumziel, dass Tibet frei wird und die Menschenrechte geachtet werden, haben wir natürlich nicht erreicht", sagte Gyanatshang. "Das realistische Ziel war, dass die Olympischen Spiele nicht von der chinesischen Regierung genutzt werden, ihre ungerechtfertigte Herrschaft über Tibet zu legitimieren. Das ist uns gelungen."

Bei seiner Verhaftung in der Nacht zum Donnerstag sei er fast bis zur Bewusstlosigkeit misshandelt worden, sagte Gyanatshang. In den folgenden Nächten sei er vom Abend bis in den Morgen des folgenden Tages ununterbrochen verhört worden.

Koordiniert hatte die Serie von insgesamt acht aufsehenerregenden Protestaktionen in Peking die Menschenrechtsgruppe "Students for a Free Tibet". Die Geschäftsführerin der Gruppe, Lhadon Tethong, sagte: "Die chinesische Regierung will mit der Freilassung negative Berichterstattung vermeiden, die einen Schatten über die Abschlussfeier geworfen hätte."

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
JanDark (26.08.2008, 17:00 Uhr)
Bessere Behandlung als in Genua?
Wenn man den Ausführungen des Herrn Gyanatshang Glauben schenken darf, dann scheint die kommunistische Dikatatur in China Demonstrante nbesser zu behandeln als westliche Demokratien Demonstranten bei G8-Gipfeln:
jungle-world.com/artikel/2008/30/22296.htm
LaoLu (26.08.2008, 00:29 Uhr)
Reisepass nicht dabei = 2-3 Monate im Knast
Das hatte ich in meinem, jetzt gelöschten, Beitrag agezweifelt.
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Solche Halbsätze sind Stimmungsmache und haben mit der realen Situation in diesem Lande nichts zu tun.
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Wenn ein Ausländer hier bei einer Überprüfung ohne Papiere angetroffen wird, kann er die, wahrscheinlich unter Polizeibegleitung, aus seinem Hotel holen.
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Wenn einer 2-3 Monate im Loch sitzt, war mit Sicherheit mehr nicht in Ordnung als seine Papiere.
blackview (25.08.2008, 21:09 Uhr)
Nun
will der kleine hier im Mittelpunkt sein?Geschichten aus dem Reich der Vorurteile unters Volk bringen?
Ich frage mich, wer hier von wem bezahlt wird.Er hat sich nicht an das Gesetz und die Regeln der Gstgeber gehalten.Ihn jetzt als Helden darzustellen, davon halte ich gar nix. Meinetwegen hätte er auch in das Arbeitslager kommen können.
Das solche Wirrköpfe meistens nur Kosten für die Allgemeiheit verursachen, ist für Gutmenschen Nebensache.Ich halte die Aktion für hirnrissig. Ist euch schon mal aufgefallen, das die sogenannten Proteste immer und ausschlieslich von Ausländern oder im Ausland geborene"Tibeter" veranstaltet wurden?Nicht ein Chinese von 1,3 Mrd ,hat es für nötig gehalten, den Ablauf der Spiele zu stören.
some1 (25.08.2008, 18:06 Uhr)
@stern.de-Admins
Mein Beitrag war weder unsachlich noch beleidigend!!!!
Administrator (25.08.2008, 18:02 Uhr)
@some1
Liebe/r some1,
vielen Dank für Ihren Beitrag. Gern können Sie Ihre Meinung frei äußern. Allerdings sachlich. Unter dem anderen Artikel haben wir die Kommentare gelöscht und abgestellt, da hier in menschenverachtender und unsachlicher Weise kommentiert wurde - Meinungsfreiheit bedeutet nicht, beleidigen zu dürfen.
Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
some1 (25.08.2008, 17:50 Uhr)
...da mein Beitrag...
zum Artikel "Entkommen aus dem China-Knast" wegen Unsachlichkeit (= entspricht nicht der Stern-Meinung)gelöscht wurde, versuche ich es hier.
Lieber Stern, ich finde es äußerst peinlich über Menschenrechte und Meinungsfreiheit in China zu debattieren und gleichzeitig Leserkommentare zu zensieren, nur weil Ihnen die Meinung nicht gefällt.
LaoLu (25.08.2008, 14:01 Uhr)
Doch, das glaub' ich unbesehen!
Nach der Festnahme bis zur Bewußtlosikeit, ne, bis fast zur Bewußtlosigkeit mißhandelt.
Nächtelange Verhöre, Schlafentzug.
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Und das alles für einen kleinen Deutsch-Tibeter, der mal Robin Wood spielen mußte.
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Doch, doch, irgendeinen mußten die ja verhauen, die hatte Entzugserscheinungen nach wochenlangem Wohlverhalten wg. der olympischen Spiele, anwesender freier westlicher Presse etc. etc.
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Und was steht unten drunter?
DPA
ganzbaf (25.08.2008, 13:40 Uhr)
So werden...

"privilegierte" Besucher aus dem Ausland behandelt! Wenn sie ihr Grundrecht auf freie Meinungsäußerung in Anspruch nehmen wollen.
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Man wird sich vorstellen können, wie die Kapitalstalinisten aus dem Politbüro mit ihren Einheimischen umspringen...
provocateur (25.08.2008, 13:40 Uhr)
Ihre Scheinheiligkeit...
Man und frau aus Politik und Prominenz zeigt sich gerne mit dem Dalai Lama in der Öffentlichkeit, um sich als Gutmensch zu vermarkten und evtl. das eigene Kharma zu verbessern. So auch unsere Bundeskanzlerin, woraufhin China dann "herumnölte". Da hat Frau Merkel zwar gesagt, sie empfängt zur Audienz wen sie will, trotzdem scheint sie jetzt "Muffensausen" zu haben. Zitat: "Von der Bundesregierung war kein Wort der Kritik an China gekommen." Das ist scheinheilig und wenig konsequent...
wikinggrunau (25.08.2008, 12:29 Uhr)
schade
ich denke, dass die Beijinger Olympiade den Sportlern der Welt eine Bühne sein sollte, und nicht irgendwelchen hergelaufenen Unwissenden mit ihren Protestaktionen. Wenn dieser Florian effekthaschend in den Medienwald kommen wollte, so ist ihm das wohl einigermaßen gelungen. Eigentlich kann nur das der Grund für seine Aktion sein, denn dass die Demo vergeblich sein würde, konnte er sich vorher natürlich ausmalen. Wenns nach mir ginge, hätte er die vollen zehn Tage im Kittchen zugebracht.
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