Die ersten U-Bahnen fahren wieder

1. November 2012, 16:26 Uhr

Nach dem verheerenden Hurrikan hat die Subway in New York ihren Betrieb wieder aufgenommen. Die Gesamtschäden könnten sich auf 50 Milliarden Dollar summieren, doch die Spendenbereitschaft ist groß.

0 Bewertungen
Sandy, Wirbelsturm, Hurrican, USA, New York, Umwelt, Iran, Obama

Proppevoll, aber immerhin ist die Fahrt gratis: Ein F-Train rollt wieder durch New York City.©

Der verheerende Wirbelsturm "Sandy" hat eine weltweite Welle der Hilfsbereitschaft für New York und die US-Ostküste ausgelöst. In Amerika spendeten zahlreiche Bürger, Unternehmen und Prominente. Die wirtschaftlichen Ausfälle kosten allein die Stadt New York jeden Tag Hunderte Millionen Dollar. Die Zahl der Todesopfer in den USA stieg laut dem Nachrichtensender CNN auf 56. Unterdessen normalisiert sich das Leben im "Big Apple" langsam wieder: Die Flughäfen sind geöffnet, die ersten U-Bahnen fahren - aber noch sind Zehntausende ohne Strom und Wasser.

Beileid von Merkel, Angebot aus Teheran

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekundete in einem Schreiben an US-Präsident Barack Obama ihr Beileid. Dieser hatte am Mittwoch den schwer gebeutelten Bundesstaat New Jersey besucht und rasche Hilfe zugesichert. Selbst politische Feinde der USA zeigten sich großmütig: Iran bot die Entsendung von Flutexperten an, Kuba - selbst schwer betroffen - kondolierte.

Allein beim Roten Kreuz kamen in den USA bis Mittwoch mehr als elf Millionen Dollar (etwa 8,5 Millionen Euro) an. Medienmogul Rupert Murdoch spendete ebenso wie die Autobauer Toyota und Ford. Auch der Volkswagen-Konzern stellte eine halbe Million Dollar zur Verfügung. Das Geld soll laut VW zur Finanzierung von Unterkünften, Zelten, Nahrung und Hilfe für notleidende Familien in den betroffenen Gebieten genutzt werden.

Schäden auf bis zu 50 Milliarden Dollar geschätzt

Nach Schätzungen der Bundesbehörden verursachte "Sandy" im Osten der USA einen Gesamtschaden von 20 Milliarden Dollar. Der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister Eqecat ging sogar von einem volkswirtschaftlichen Schaden zwischen 30 und 50 Milliarden Dollar aus.

Der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, bezifferte in einem Brief an Obama die Kosten für die Millionenmetropole am Hudson auf insgesamt sechs Milliarden Dollar (4,6 Milliarden Euro).

Manche Gegenden in New York sähen aus wie London oder Dresden nach den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg, beschrieb Bürgermeister Michael Bloomberg seine Stadt. Besonders schwer traf es Breezy Point, ein nettes Viertel direkt am Atlantik gelegen. Zuerst kamen die Fluten, dann das Feuer, wahrscheinlich ausgelöst durch Kurzschlüsse. Mehr als 80 hölzerne Häuser brannten nieder.

Manhattan zu einem Drittel ohne Strom

Das südliche Drittel von Manhattan ist auch nachts nach wie vor in weiten Teilen wegen der Stromausfälle stockfinster. Die Gegend südlich des Empire State Buildings war am stärksten von den Überflutungen betroffen. In dem Stadtteil liegen auch der Ground Zero mit dem neuen World Trade Center und die Wall Street. Die Börse handelt seit Mittwoch aber wieder.

Allein in der Metropole kamen nach Angaben von CNN 28 Menschen ums Leben. "Leider müssen wir davon ausgehen, dass diese Zahl noch steigt", erklärte Bloomberg. Zusammen mit den Opfern aus der Karibik forderte "Sandy" mehr als 120 Menschenleben.

Busse, Bahnen und Vorortzüge kostenlos

Immerhin fuhren am Donnerstag in New York wieder die ersten U-Bahnen. Zwischen Manhattan auf der einen und Brooklyn und Queens auf der anderen Seite des East Rivers verkehren aber noch keine Züge, weil die Tunnel nach wie vor vollgelaufen sind. Immerhin: Bis einschließlich Freitag fahren alle Busse, Bahnen und auch Vorortzüge kostenlos. Zudem müssen nach Anordnung des Bürgermeisters in allen Autos, die über die Brücken nach Manhattan fahren, mindestens drei Insassen sitzen.

Dass die Stadt schnell zur Normalität zurückkehren will, wird auch daran deutlich, dass am Wochenende wie geplant der Marathon stattfinden soll. Doch es gibt auch Kritiker: "Ich verstehe, dass der Marathon der lokalen Wirtschaft Einnahmen bringt, aber seien wir ehrlich, er bindet erhebliche Kräfte. In keinem der Bezirke läuft es auch nur annähernd normal", sagte die Senatorin des Bundesstaates New York, Liz Krueger, der "New York Times".

Unterdessen normalisierte sich die Lage am Frankfurter Flughafen nach mehreren Flugausfällen wieder. Nur drei Flüge nach New York müssten am Donnerstag annulliert werden, teilte der Flughafenbetreiber Fraport am Donnerstag mit.

fw/DPA
 
 
MEHR ZUM THEMA
stern Investigativ
Anonymer Briefkasten: Haben Sie Informationen für uns? Anonymer Briefkasten Haben Sie Informationen für uns? Hier können Sie uns anonym Mitteilungen und Dateien zukommen lassen. Wir behandeln sie vertraulich.
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von Amos: Habe dry-aged-Rind auf dem Wochenmarkt entdeckt: kann ich das in der Küche zubereiten oder nur auf...

 

  von Amos: Weiß noch jemand, was Palmsonntag bedeutet?

 

  von Gast 92291: Wie kann ich Rückenlage trainieren

 

  von Amos: Parkzeit und Knöllchen: wenn eine Stunde 1,40 Euro kostet. Und ich 2 Std. bezahlt habe, sollte ich...

 

  von Hefe: Kaugummi

 

  von Gast 92241: Romantikkomödie vor 15 Jahren

 

  von Gast 92239: Wie heißt der Film

 

  von Gast 92237: Ist es eigentlich Illegal einen Falschparker zuzuparken?

 

  von Gast 92234: kann mann zwei Pc+s an einen Monitor anschliessen?

 

  von Amos: Auf Deutsche Bundespost folgte auf den Marken "Deutsche Post". Steht nur noch Deutschland...

 

  von Gast 92227: Fassadendämmung: Poroton oder Weichholzplatten, was ist wirtschaftlicher?

 

  von Gast 92225: Kann ich bei Cortisoneinahme in die sonne.

 

  von Gast 92223: Was passiert wenn ein Schiff von einem Blitz getroffen wird ?

 

  von Schuening: parkplätze vorm Geschäft seit 16 Jahren

 

  von Gast 92220: Batteriewasser nachfüllen - Vorher oder Nachher???

 

  von bh_roth: PKW-Maut vs Kfz-Steuer

 

  von Gast 92211: müssen arbeitgeber überstunden versteuern

 

  von Gast 92207: wie reagiert die russische Landbevölkerung auf das momentane politische Geschehnen mit der Ukraine

 

  von Gast 92200: Windows XP support eingestellt und updates gibt es noch!!!

 

  von Amos: Weitere 1,1 MILLIARDEN für den Hauptstadtflughafen: sind Mehdorn und Wowereit noch zu retten?

 

 
 
stern - jetzt im Handel
stern (17/2014)
Der Schicksalsflug