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14. Juli 2011, 09:11 Uhr

Indiens Behörden fahnden intensiv nach Drahtziehern

Einen Tag nach den verheerenden Anschlägen in der indischen Finanzmetropole Mumbai haben die Behörden noch keine Spur von den Attentätern. Bei den Explosionen kamen am Mittwoch 18 Menschen ums Leben.

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Polizisten stehen am Anschlagsort in der Nähe des Opernhauses: Keine Spur der Attentäter© Indranil Mukherjee/AFP

Nach der Anschlagsserie in der indischen Metropole Mumbai verfolgen die Behörden auf der Suche nach den Drahtziehern einen umfassenden Ermittlungsansatz. "Alle Gruppen, die Indien feindlich gesonnen sind, sind auf dem Radar", sagte Innenminister P. Chidambaram am Donnerstag in Mumbai. Derzeit werde nichts ausgeschlossen. Einen Tag nach den Anschlägen sei es aber noch zu früh, "mit dem Finger auf eine bestimmte Gruppe zu deuten". Bislang habe sich niemand zu den Bombenanschlägen bekannt, sagte der Minister. Klar sei nur, dass die Täter "sehr gefühllos" gehandelt hätten, vielleicht sei es eine sehr kleine, geheim operierende Gruppe.

Nach Einschätzung der Regierung galten die Bombenanschläge nicht den in der Stadt angesiedelten Finanzmärkten. Die Anschläge "können nicht als Angriffe auf Indiens Wirtschaftshauptstadt oder auf unsere Märkte angesehen werden", sagte Innenminister Palaniappan Chidambaram am Donnerstag vor Journalisten.

Zahl der Toten nach unten korrigiert

Am Mittwochabend waren binnen einer Viertelstunde in mehreren belebten Vierteln Mumbais drei Sprengsätze explodiert. Die Behörden korrigierten am Donnerstag die Zahl der Todesopfer nach unten. Wie Innenminister Chidambaram mitteilte, kamen nach jüngsten Erkenntnissen 18 Menschen ums Leben. 131 weitere seien bei den Anschlägen in drei belebten Wohn- und Geschäftsvierteln der Stadt verletzt worden, 23 davon schwer. Zunächst hatte die Regierung von mindestens 21 Toten und mehr als 140 Verletzten gesprochen.

Der Taten verdächtigt wurden zunächst zwei islamistische Gruppen, die in der Vergangenheit Angriffe in Indien verübt hatten: die im Inland gegründeten Indischen Mudschahedin und die pakistanische Lashkar-e-Taiba. Das indische Innenministerium hatte von einem "Terrorangriff" gesprochen.

Chidambaram nahm am Donnerstag die Geheimdienste in Schutz; die Taten könnten nicht auf ein Versagen ihrerseits zurückgeführt werden. Nach den islamistischen Terrorangriffen im November 2008 in Mumbai, bei denen insgesamt 166 Menschen getötet wurden, seien die Sicherheitsmaßnahmen verschärft worden. Die Geheimdienste hätten seitdem eine Reihe geplanter Attentate verhindert. Die Inder lebten allerdings in der "problematischsten Nachbarschaft der Welt", fügte der Innenminister hinzu. Pakistan und Afghanistan seien "das Epizentrum des Terrorismus". Daher seien alle indischen Städte "anfällig" für Anschläge.

fro/AFP/DPA
 
 
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