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13. März 2010, 15:30 Uhr

Verdächtiger wieder auf freiem Fuß

Der Fahndungserfolg war nur von kurzer Dauer: Der am Freitag festgenommene Poker-Räuber ist wieder freigelassen. Damit tappt die Polizei eine Woche nach dem Überfall auf ein Pokerturnier weiter im Dunkeln.

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Der Überfall auf das Berliner Pokerturnier war spektakulär, der Fahnungserfolg bislang nicht© Tim Brakemeier/DPA

Eine Woche nach dem spektakulären Überfall auf ein Poker-Turnier in Berlin hat die Polizei einen ersten Verdächtigen festgenommen - und nach wenigen Stunden wieder freigelassen. Es bestehe kein dringender Tatverdacht mehr.

Spezialeinsatzkräfte haben laut einem Polizeisprecher den Mann am Freitag gegen 21 Uhr in einer Berliner Wohnung festgenommen. Er soll nach Angaben der "Berliner Morgenpost" (Sonntag) arabischer Herkunft sein, die Tat bestreiten und für einen Überfall auf ein Berliner Spielcasino 2004 zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Erst vor wenigen Wochen soll er entlassen worden sein. Die Informationen der Zeitungen wollte die Polizei nicht bestätigen.

Parallelen zu einem früheren Casino-Überfall

Das Raubkommissariat vom Landeskriminalamt (LKA) hatte Mitte vergangener Woche den Fall mit früheren Überfällen verglichen, um aus Parallelen Rückschlüsse auf die Täter ziehen zu können. Nach dem Raubüberfall auf das Casino im Hotel "Park Inn" im Jahr 2004 wurden vier Männer aus einer arabischen Großfamilie gefasst und verurteilt.

Ein Amtsrichter hatte vor dem Einsatz einen Haftbefehl erlassen. Der Vorwurf lautet auf gemeinschaftlichen schweren Raub. Nach der Festnahme durchsuchte die Polizei zwei Wohnungen, um weiteren mutmaßlichen Tätern auf die Spur zu kommen.

Am vergangenen Samstag waren vier bewaffnete Männer in das Grand Hyatt Hotel am Potsdamer Platz in Berlin-Mitte gestürmt und hatten während eines dort ausgetragenen internationalen Poker-Turniers rund 242.000 Euro erbeutet. Dabei hatten sie unter den rund 400 anwesenden Teilnehmern eine Massenpanik ausgelöst, bei der sieben Menschen leicht verletzt wurden. Die Täter waren mit Schusswaffen und Macheten zur Registratur gestürmt, wo die Spieler ihr Startgeld entrichteten und Geld in Pokerchips umtauschten.

Bei der Flucht war es einem Wachmann kurzzeitig gelungen, einen der Täter zu überwältigen, und ihm einen Großteil der Beute abzunehmen. Ein Komplize befreite den Mann aber. Die Räuber flohen über den Potsdamer Platz. Wegen zahlreicher Filmaufnahmen von dem Überfall, Zeugenaussagen, DNA-Spuren und Fingerabdrücken hatte sich Polizeipräsident Dieter Glietsch zu Wochenbeginn optimistisch geäußert, dass die Bande schnell gefasst werden könnte.

Turnier rechtlicht nicht einwandfrei

Laut Nachrichtenmagazin "Spiegel" war die Ausrichtung des Turniers rechtlich nicht einwandfrei, da es nicht mit dem Glücksspielstaatsvertrag vereinbar ist. Andere Bundesländer wie Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen hätten das Spiel deshalb verhindert. Grundsätzlich sei Pokerspiel mit hohen Einsätzen nur in zugelassenen Spielbanken mit entsprechenden Sicherheitseinrichtungen erlaubt. Um das Turnier dennoch ausrichten zu können, sei die Spielbank Berlin zum alleinigen Veranstalter und das Grand Hyatt zum "zeitweiligen Spielbankstandort" erklärt worden.

Nach dem Überfall war scharfe Kritik an den mangelnden Sicherheitsvorkehrungen laut geworden. Der Chef der Polizeigewerkschaft im Beamtenbund, Rainer Wendt, hatte dem Turnierveranstalter European Poker Tour (EPT) vorgeworfen, wer mit solchen Geldsummen in bar hantiere und sie offen herumliegen lasse, müsse dafür sorgen, dass genügend Sicherheitspersonal da ist.

DPA
 
 
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