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20. Juli 2009, 19:12 Uhr

Silvio Berlusconi will sein Leben ändern

Luxusvilla verkaufen, Buße tun und eine Wallfahrt machen: Italiens skandalfreudiger Regierungschef Silvio Berlusconi will offenbar sein Leben ändern. Die alten Sünden verfolgen ihn dennoch weiter. Im Internet wurden jetzt pikante Tonbandaufnahmen von Treffen des 72-Jährigen mit einem Callgirl veröffentlicht.

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Geläuterter Sünder? Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi© Maurizio Brambatti/DPA

Nach Monaten endloser Skandalgeschichten über Call-Girls im Bett und Show-Girls in der Politik will Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi einer Zeitung zufolge künftig ein anderes Leben führen. Der Multi-Milliardär und Regierungschef spiele mit dem Gedanken, sein im Nordosten von Sardinien gelegenes Luxusanwesen "Villa Certosa" zu verkaufen und eine Bußwallfahrt zu unternehmen, berichtete die linksliberale römische Tageszeitung "La Repubblica" am Montag. Er habe seinen "Intimfreunden" gegenüber offenbart, "sein Leben verändern zu wollen".

"Ich fühle mich in Villa Certosa einfach nicht mehr zu Hause nach allem, was passiert ist", zitierte das Blatt den Medienmogul. Der Regierungschef bezieht sich dabei wohl vor allem auf die 5000 Paparazzo-Fotos von Festen und Gelagen in der Villa, deren Veröffentlichung Berlusconi nur zum Teil verhindern konnte. Der 72-jährige "Bel-Ami" soll auf dem Anwesen, das auch über einen künstlichen Vulkan verfügt, unter anderem in Begleitung der damals noch minderjährigen, neapolitanischen Schülerin Noemi Letizia abgelichtet worden sein.

Erst kürzlich hatte Italiens Altpräsident Francesco Cossiga (80) Berlusconi in einem offenen Brief an die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" den Rat gegeben, er möge doch seine sardische Villa, dem Staat oder der Region Sardinien schenken und auch aus seiner römischen Villa Grazioli ausziehen, denn beide hätten als Schauplatz ausgelassener Feste mit jungen Damen "einen anrüchigen Ruf".

Nach dem Sommerurlaub, den Berlusconi in der mittelitalienischen Erdbebenregion Abruzzen verbringen will, plane er im September eine Bußwallfahrt nach San Giovanni Rotondo in Apulien, berichtete "La Repubblica" weiter. Der Regierungschef wolle dort die Wirkungsstätte des Padre Pio, eines der beliebtesten Heiligen Italiens, besuchen.

Pikante Tonbandaufnahmen im Netz

Seine Sünden dürfte der Ministerpräsident mit der Schwäche für das weibliche Geschlecht dennoch nicht so schnell loswerden. So veröffentlichte das italienische Espresso-Magazin am Montag in seiner Online-Ausgabe Tonbandaufnahmen von den Liebes-Treffen eines Callgirls mit Berlusconi. Auf www.espresso.repubblica.it kann jeder die Aufnahmen, die die Edel-Hure Patrizia D'Addario von den Begegnungen machte, ab sofort nachlesen und -hören - samt Berlusconis Aufforderung, das Mädchen möge "in Putins großem Bett" auf ihn warten.

D'Addario steht mit zwei Freundinnen seit Mitte Juni im Mittelpunkt einer Ermittlung der Staatsanwaltschaft von Bari gegen einen apulischen Unternehmer wegen Anstiftung zur Prostitution. Sie hatte von Anfang an behauptet, Tonbänder als Beweismittel vorlegen zu können.

DPA
 
 
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