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20. November 2007, 17:05 Uhr

FDP-Mitglied Graf Dracula ist tot

Er war eine schillernde Persönlichkeit im Leben der Kleinstadt Mittenwalde: Ottomar Kretzulesco verstarb im Alter von 67 Jahren. Der rechtmäßige Nachfahre des legendären Graf Dracula gab in seinem Schloss "Blutparties" und saß im Kreistag für die FDP.

Ein Foto aus besseren Zeiten: "Graf Dracula" vor seinem Schloss© Ralf Hirschberger/DPA

Ottomar Rodolphe Vlad Dracula Prinz Kretzulesco, adoptierter Nachfahr des uralten rumänischen Geschlechts, ist im Alter von 67 Jahren gestorben. Das bestätigte die Stadt Mittenwalde (Brandenburg).

In seinem einstigen Schloss Schenkendorf hatte "Dracula" regelmäßig mit dem Deutschen Roten Kreuz "Blutsauger-Partys" veranstaltet, die sich zu einem Event entwickelten. "Über Jahre hat "Graf Dracula" das Stadtbild Schenkendorfs mitgeprägt", sagte die stellvertretende Bürgermeisterin von Mittenwalde, Hedda Dommisch.

Schloss wird zwangsversteigert

Vor rund einem Jahr sei er aber nach Königs Wusterhausen gezogen - das Schloss rund 30 Kilometer südlich von Berlin werde zwangsversteigert. Die Beerdigung von "Graf Dracula" ist für Samstag in Schenkendorf geplant.

Kretzulesco war ein legitimes Familienmitglied der Dracula, auch ohne blutsverwandt zu sein: Eine waschechte Nachfahrin des 1447 gestorbenen Grafen aus Transsilvanien (Siebenbürgen) hatte ihn 1990 adoptiert. Die alte Dame war kinderlos und fürchtete um das Ende ihrer Familienlinie. "Da ich nach ihrer Meinung typisch rumänisch aussah, entschloss sie sich, mich dem Rest der Familie vorzustellen", hatte sich Kretzulesco einst an die erste eher zufällige Begegnung mit der alten Dame erinnert.

Vom Bäckermeister zum "Pfähler"-Nachkommen

Aus dem gelernten Bäcker Ottomar Berbig wurde dann schon bald Ottomar Rodolphe Vlad Dracula Prinz Kretzulesco, Nachkomme eines Adelsgeschlechts, dessen Wurzeln Historiker bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgt haben. Das bekannteste Familienmitglied wurde 1897 zur Inspiration für Bram Stokers Roman "Dracula": Vlad Tepes - "der Pfähler".

Von seinem Schloss am Borgo-Pass in Transsilvanien aus bekämpfte der Prinz (ca. 1431 bis 1476/1477) die einfallenden Türken und ließ Tausende von ihnen lebendig auf Pfähle spießen. Erst nach Jahren erbitterter Kämpfe holten sich die Ottomanen seinen Kopf und stellten diesen in Konstantinopel zur Schau.

"Ich beiß' mich durch."

"Angesichts solcher Familien-Historie musste nach der Adoption auch für mich als brandenburgischen Nachkommen des "Pfählers" ein angemessenes Schloss her", erzählte einst Kretzulesco. So kaufte er 1995 in Schenkendorf das 46 Zimmer-Anwesen und lockte Besucher mit Vampir-Partys, Besichtigungen und anderen Veranstaltungen. Seit 2003 saß "Graf Dracula" für die FDP im Kreistag von Dahme-Spreewald.

"Wir sprachen ihn immer mit "Herr Kretzulesco" an", erzählte eine Kreissprecherin. Zuletzt war er schwer krank. Nach Zeitungsangaben wird sein kleiner Sohn "Otti" den Fortbestand des Dracula-Geschlechts sichern. Das Motto seines Vaters lautete übrigens voller Selbstironie: "Ich beiß' mich durch."

DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
life_is_good (21.11.2007, 00:27 Uhr)
@km2000
*lach*
km2000 (20.11.2007, 23:42 Uhr)
Würden die Simpsons in Deutschland spielen...
... wäre Mr. Burns auch FDP Mitglied.
Nur so ein spontaner Gedanke.
schlotti (20.11.2007, 22:38 Uhr)
Hö hö...
Der Herr Kretzulesco scheint Humor gehabt zu haben.
Mit dem DRK zusammenzuarbeiten ist schon nicht schlecht, aber als "Blutsauger" bei der FDP mitzumachen, das hat was ;-)
MfG,
Schlotti
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