. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
10. November 2009, 07:05 Uhr

Pogromnacht darf nicht vergessen werden

Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, hat kritisiert, dass das Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November 1938 "von der Freude über 20 Jahre Mauerfall überlagert wird".

Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, hat kritisiert, dass das Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November 1938 "von der Freude über 20 Jahre Mauerfall überlagert wird". In Zukunft müsse beider Ereignisse in angemessener Form gedacht werden, forderte Knobloch am Montag in München.

Wie die jüngsten Parolen an der Dresdner Synagoge zeigten, "sind Antisemitismus und Volksverhetzung in Deutschland nach wie vor ein ernst zu nehmendes Problem", sagte Knobloch. Braunes Gedankengut sei längst in alle Bereiche der Gesellschaft eingesickert. Allein im ersten Halbjahr seien rund 550 antisemitische Straftaten begangen worden.

Es sei in Ordnung, dass die Erinnerungskultur der Bundesrepublik dieser Tage ganz unter dem Eindruck der Wiedervereinigung stehe. Den Ostdeutschen habe der Fall der Mauer die lang ersehnte Freiheit gebracht, dem Land die außenpolitische Souveränität. Aber am 9. November habe sich nicht nur das Tor zur Freiheit geöffnet, sondern vor 71 Jahren habe sich auch das Tor nach Auschwitz abgezeichnet. Deutschland müsse zeigen, "dass es sich nach wie vor den demokratischen Grundwerten verpflichtet fühlt - im Bewusstsein der dunklen Seite seiner Geschichte", mahnte Knobloch.

Bei lokalen Gedenkveranstaltungen in Berlin und vielen Orten wurde an die Reichspogromnacht 1938 erinnert. In München, wo NS-Propagandaminister Joseph Goebbels mit einer Hetzrede den Startschuss für die blutigen Ausschreitungen im ganzen Reich gegeben hatte, nahmen rund 100 Menschen an der Verlesung der Namen der 293 Münchner Juden teil, die sich unter der NS-Diktatur das Leben genommen hatten.

Die Stadt München verbot am Montag einen von Neonazis für kommenden Samstag geplanten "Heldengedenkmarsch 2009 - Ruhm und Ehre den deutschen Soldaten". Zu der Veranstaltung waren 250 Rechtsextremisten, zu Protestkundgebungen rund 1.000 teilweise gewaltbereite Gegendemonstranten erwartet worden.

AP
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
20 Jahre Mauerfall "Dafür hat es sich gelohnt zu kämpfen"

Berlin feiert den 20. Jahrestag des Mauerfalls - mit hohem Besuch und viel Pathos. Ohne den Mut der Menschen in der DDR sei der 9. November nicht möglich gewesen, betonte Kanzlerin Angela Merkel. Am Nachmittag traf sie sich mit Michail Gorbatschow und Lech Walesa an der Bornholmer Brücke - einem historischen Ort. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe