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12. September 2003, 16:26 Uhr

Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen auf dem Oktoberfest

Nach dem vereitelten Neonazi-Attentat in München ist die Angst vor weiteren möglichen Anschlägen groß. Das am 21. September startende Oktoberfest wird nach Auskunft von Bayerns Innenminister Beckstein auf "höchstem Sicherheitsniveau" stattfinden.

Die Video-Überwachung auf der diesjährigen Wies'n soll verschärft werden© AP

Nach dem vereitelten Neonazi-Anschlag in München wird die Video-Überwachung des bevorstehenden Oktoberfestes verschärft. Das kündigte Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) am Freitag in München an. Das Oktoberfest werde "auf höchstem Sicherheitsniveau" stattfinden. 1980 hatte ein Neonazi auf dem Oktoberfest einen Bombenanschlag verübt, bei dem 13 Menschen starben. Die Polizei konnte nicht klären, ob Rechtsextremisten die Hintermänner waren. Die "Wiesn" beginnt am 21. September.

Neonazis hatten möglicherweise weitere Anschläge geplant

Neben einem Bombenanschlag auf die geplante neue Münchner Synagoge haben die festgenommenen Neonazis möglicherweise weitere Anschläge geplant. Das teilte die Bundesanwaltschaft am Freitag in Karlsruhe mit. Es sei noch unklar, ob sich das in München beabsichtigte Attentat gegen das Gelände der neuen Synagoge oder direkt gegen den Festakt zur Grundsteinlegung mit Bundespräsident Johannes Rau gerichtet habe - mit einer dann möglicherweise hohen Zahl von Opfern. Die Anschlagspläne wurden in der Öffentlichkeit mit größtem Entsetzen aufgenommen..

"Ich sehe mich in meiner Einschätzung bestätigt, dass wir die Gefahr aus dem rechtsextremistischen Bereich äußerst ernst nehmen müssen", sagte Bundesinnenminister Otto Schily (SPD). Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber forderte eine harte und abschreckende Bestrafung der Beschuldigten. "Die bayerischen Bürger verabscheuen diese geplante Wahnsinnstat", sagte der CSU-Chef. Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, rief zu anhaltender Wachsamkeit gegenüber Rechtsradikalismus und Antisemitismus auf.

Das Foto zeigt den Ort im Herzen Münchens, an dem die neue Synagoge errichtet werden soll© EPA/dpa/Stephan Jansen

Noch keine Anhaltspunkte für Oktoberfest als Anschlagsziel

Die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke-Katrin Scheuten, sagte: "Es gibt Hinweise, dass die Beschuldigten verschiedene Anschlagsziele im Visier hatten." Für einen möglichen Anschlag auf das diesjährige Münchner Oktoberfest gebe es aber keine Anhaltspunkte.

Insgesamt neun Neonazis stehen nach Angaben der Bundesanwaltschaft in Verdacht, "sich vor dem Hintergrund einer gemeinsamen rechtsradikalen Einstellung zu einer terroristischen Vereinigung zusammengeschlossen zu haben". Ihr Ziel sei die Begehung von Sprengstoffanschlägen und schweren Gewalttaten gewesen. Das Amtsgericht München habe sieben Haftbefehle erlassen, zwei weitere Beschuldigte sollten noch am Freitag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt worden.

Die Präsidentin der Jüdischen Gemeinde in München, Charlotte Knobloch, sagte: "Die Auswirkungen eines Sprengstoff-Anschlages während der Grundsteinlegung am 9. November wären unvorstellbar gewesen." Knobloch zeigte sich tief bestürzt über die "neue Dimension des Terrors". Es sei bitter, dass Juden in Deutschland immer noch nicht frei von Angst leben könnten: "65 Jahre nach der Zerstörung der Hauptsynagoge durch die Nationalsozialisten wollten Neonazis erneut ein Zentrum jüdischen Lebens in München zerstören." Sie habe aber vollstes Vertrauen in die Polizei

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