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Starkes Erdbeben erschüttert erneut Nepal

Die Menschen in Nepal kommen nicht zur Ruhe: Gerade einmal 17 Tage ist es her, dass das Land von einem verheerenden Erdbeben erschüttert wurde, da wackelt erneut die Erde.

  Ein Bild aus Kathmandu von Montag: Das erste Beben am 25. April hatte weite Teile der Stadt in Trümmern gelegt. Nach dem neuen Beben werden weitere Gebäudeeinstürze gemeldet.

Ein Bild aus Kathmandu von Montag: Das erste Beben am 25. April hatte weite Teile der Stadt in Trümmern gelegt. Nach dem neuen Beben werden weitere Gebäudeeinstürze gemeldet.

Gut zwei Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal hat ein weiteres gewaltiges Beben den Himalaya-Staat und das benachbarte Indien erschüttert und viele neue Todesopfer gefordert. In Nepal starben nach offiziellen Angaben mindestens 40 Menschen, in Indien 17 und in China eine Frau. Allein in Nepal gab es offiziellen Zahlen zufolge weit über 1000 Verletzte. Zahlreiche Gebäude - durch das verheerende Beben vor 17 Tagen schon instabil geworden - stürzten ein. Das indische Militär veröffentlichte Bilder, auf denen mehrere Erdrutsche an Berghängen zu sehen sind.

"In einigen Dörfern in diesen Gegenden erwarten wir völlige Zerstörung", sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Kathmandu. Das ganze Ausmaß der neuen Katastrophe ist noch nicht klar: "Wir bekommen noch immer viele Berichte über Opfer und Schäden herein", hieß es von der Katastrophenhilfe Nepals. Die Erdrutsche hätten ganze Siedlungen unter sich begraben.

Nach Angaben des Deutschen Geoforschungszentrums in Potsdam hatten die Erschütterungen die Stärke 7,2. Das Epizentrum habe nur zehn Kilometer unter der Erdoberfläche und nur wenige Dutzend Kilometer östlich der Hauptstadt Kathmandu gelegen. Erschütterungen waren selbst noch in der rund tausend Kilometer entfernten indischen Hauptstadt Neu-Delhi zu spüren.

Laut dem US-Institut USGS hatte das Beben sogar eine Stärke von 7,3. Im Abstand von wenigen Minuten folgten weitere, schwächere Beben. Eines sei stärker als 6 gewesen und drei stärker als 5, sagte der Sprecher des nepalesischen Innenministeriums. "Wir sind alle aus unseren Büros gerannt. Manche Menschen haben geweint. Das Nachbargebäude hat frische Risse."

"Nepal wieder am Anfang: große Angst und mehr zerstört", schilderte die Mitarbeiterin der SOS-Kinderdörfer, Elitsa Dincheva, kurz nach dem erneuten Beben die Lage im Katastrophengebiet. Korrespondenten der Deutschen Presse-Agentur berichteten, dass in Kathmandu die Menschen in Panik auf die Straße rannten. Überall heulten die Sirenen, der Flughafen von Kathmandu wurde geschlossen.

"Die Menschen waren alle total verängstigt und schrien", berichtete eine Mitarbeiterin der Hilfsorganisation World Vision aus Kathmandu. "Sie versammelten sich in der Mitte der Straßen, möglichst weit weg von den Wänden, aus Angst, diese würden einstürzen."

Die Telefonverbindungen in Kathmandu funktionierten zunächst nicht, weil sie völlig überlastet waren. Der Verkehr kam zum Erliegen. Die Menschen begannen erneut damit, Zelte auf öffentlichen Plätzen und in ihren Gärten aufzubauen - dabei hatten sie diese oft erst vor wenigen Tagen abgebaut und waren in ihre Häuser zurückgekehrt. "Es sieht so aus, als solle Nepal diesmal komplett zerstört werden", sagte ein Bewohner.

Bei dem Beben der Stärke 7,8 vom 25. April waren allein in Nepal mindestens 8100 Menschen ums Leben gekommen und fast eine halbe Million Häuser zerstört oder schwer beschädigt worden. Mindestens 100 Menschen starben im benachbarten China und Indien.

Millionen Nepalesen leben derzeit in Zelten und sind auf Nahrungsmittellieferungen angewiesen. Nach UN-Angaben ist etwa ein Viertel der Bevölkerung des armen südasiatischen Landes betroffen.

Das Epizentrum des Bebens im April lag westlich von Kathmandu. Nepal liegt auf der Stelle, wo sich die Indische in die Eurasische Platte schiebt. Deswegen kommt es immer wieder zu schweren Erdbeben.

mad/DPA/Reuters/AFP/DPA/Reuters
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