22. Juli 2010, 08:01 Uhr

Währungsfonds erlässt Haiti alle Schulden

Haiti ist seine Schulden los. Dem Karibikstaat, der unter den Folgen des verheerenden Erdbebens im Januar leidet, hat der Internationale Währungsfonds alle Verbindlichkeiten erlassen. Im Land herrscht Frust, dass der Wiederaufbau weiter stockt. Gegner des Präsidenten haben zum Generalstreik aufgerufen.

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Seit dem Erdbeben Alltag in Haiti: Menschen im Flüchtlingscamp Bas Delmas in Port-au-Prince©

Ein halbes Jahr nach dem schweren Erdbeben in Haiti hat der Internationale Währungsfonds (IWF) dem Karibikstaat alle Schulden erlassen. Vollständig gestrichen wurden ausstehende Verbindlichkeiten in Höhe von 268 Millionen Dollar (209 Millionen Euro), wie die in Washington ansässige Organisation mitteilte. Der IWF beschloss gleichzeitig ein auf drei Jahre angelegtes Programm für den Wiederaufbau des Landes. Unterdessen haben Gegner des Präsidenten René Préval für heute zu einem Generalstreik aufgerufen.

Haiti war am 12. Januar von einem verheerenden Erdbeben erschüttert worden, bei dem mehr als 250.000 Menschen ums Leben kamen. Die Hauptstadt Port-au-Prince wurde schwer zerstört; insgesamt verloren 1,5 Millionen Haitianer ihr Obdach.

Streikorganisatoren wollen Wahl verschieben

Auf einer Geberkonferenz im März hatte die internationale Gemeinschaft Haiti 9,9 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau zugesagt. IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn rief die beteiligten Staaten nun auf, "schnell" ihre gemachten Hilfsversprechen einzulösen, damit "der Wiederaufbau beschleunigt, der Lebensstandard rasch erhöht und soziale Spannungen gemildert" werden könnten. Die Zentralbank Haitis wird zudem einen Drei-Jahres-Kredit über 60 Milliarden Dollar gewähren. Damit soll das Land exzessiven Währungsschwankungen begegnen können. Bis Ende 2011 fallen für diesen Kredit keine Zinsen an.

Mit dem für diesen Donnerstag angesetzten Generalstreik wollen die Gegner der derzeitigen Regierung eine Verschiebung der für den 28. November angesetzten Präsidentenwahl erreichen. Außerdem fordern sie die Einrichtung eines neuen Wahlrats, da der Bestehende korrupt sei. Bewohner deckten sich angesichts des erwarteten Streiks am Mittwoch mit Benzin und Wasser ein. Der schleppende Verlauf des Wiederaufbaus nach dem verheerenden Erdbeben vom Januar hat in dem Karibikstaat Frustration und Verärgerung hervorgerufen.

dho/AFP/APN/DPA
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
Wiebitte20081 (22.07.2010, 12:01 Uhr)
???
Ist viel. mal jemanden aufgefallen das auf den Bildern u. in den Berichten eigentlich nie jemand beim Arbeiten zu sehen ist?Arbeit gibts doch da grad genug oder? Warum wird das nicht organisiert.Die einzigen erkennbaren Baumassnahmen scheinen nur auf Privat anmutenden Baustellen zu laufen.Während sich Helfer aller Nationen im Schweisse ihres Angesichts halb Tot malochen sitzt der ,Native" apathisch im Schatten.und lässt sich Wadenwickel und Frischwaser reichen.Da soll der sich noch bewegen.?Hat er vorher auch nicht gemacht ausser grad mal eben soviel wie er zum Leben brauchte.Das war schon immer so und ist bezeichnend für alle Elendsgebiete der Welt.Egal wer grad mal für die Krise verantwortlich ist,Hilfe naht,Kräfte kommen zurück,Geburtenrate steigt und die Hilfsorganisationen verdienen sich Dumm und Dämlich.Es will doch wohl keiner bezweifeln das wenn man jedem arbeitsfähigen Mann da unten ne Schaufel,10 Palletten Steine und 50 Sack Zement stellen würde das da noch einer Obdachlos wäre.Die kamen doch vorher mit viel weniger aus.Scheint aber so das auf die Idee noch keiner gekomen ist.Wenn da unten mal genug Ausgeholfen ist zieht die Karawane weiter ,der Präsidentenpalste steht wieder und der Rest der Leute haut sich wieder die Köppe ein wenn Mehl teurer wird.Die lernen es nie.Da unten herrschen doch im Gegensatz zur Sahelzone doch paradisische Züstände da allein die Wasserversorgung schon nicht so schwierig ist und man die Insel mit allen Hilfsgütern aus der Luft und per Schiff zu ereichen ist.
XenaWilloughby (22.07.2010, 11:09 Uhr)
IWF plötzlich selbstlos?
die erlassen doch nur "Schulden", die sowieso nie zurückgezahlt werden können.
x-cube (22.07.2010, 09:58 Uhr)
Zu welchen Bedingungen
wurden die Schulden erlassen?
Hallo Journalisten??
Der IWF ist selten bis nie so selbstlos. Etwas mehr kritisches hinterfragen sollte schon drin sein. Weiterhin ist die Wahl durch das Verbot von verschiedenen Parteien stark vom Westen beeinflusst.
Hallo Journalisten?
LaTriviala (22.07.2010, 09:50 Uhr)
Naja
Die Gläubiger hatten das Geld doch auch nie wirklich.

Ich werde nie verstehen, wie man sich ständig neues Geld leihen kann oder Schulden erlassen, die real nicht wirklich existieren!
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