Drama in einem Zoo in Neuseeland: Ein weißer Tiger hat dort einen Wärter angegriffen und ihn vor den Augen der Zoobesucher zerfleischt. Der Zoo spricht von einem schrecklichen Unglück - doch offenbar wurden auch Sicherheitsvorkehrungen ignoriert.

Auch eine eilig herbeigerufene Ambulanz konnte den Tierpfleger nicht mehr retten© John Stone/AP
Ein weißer Tiger hat in Neuseeland einen Zoowärter zerfleischt. Das Tier wurde erschossen, teilte der Zion Wildlife Gardens in Whangarei auf der Nordinsel am Mittwoch mit. Das Drama spielte sich vor den Augen acht ausländischer Touristen ab. Der getötete Wärter sei ein erfahrener Mitarbeiter aus Simbabwe gewesen, der erst im Februar einen Kollegen aus den Klauen desselben Tigers befreit hatte, berichtete die Zeitung "New Zealand Herald".
Der Mann war zum Saubermachen in dem Gehege, als einer der beiden dort lebenden weißen Königstiger ihn plötzlich angriff. Ein zweiter Wärter konnte das Tier nicht von seiner Beute abbringen. In den meisten Tierparks ist die Regel, die Tiere während der Reinigung der Gehege wegzusperren. Dieses Verfahren war in dem neuseeländischen Zoo aber offenbar nicht üblich.
Auf dem Gelände lebten insgesamt vier weiße Tiger: Jahdu, Abu, Tygo und das Weibchen Rewa. Bei dem Angreifer soll es sich um Abu gehandelt haben. Rewa hatte im Januar 2005 die ersten beiden je in Neuseeland geborenen weißen Tigerbabys zur Welt gebracht.
"Es ist ein unglaublich trauriger Tag für uns", schrieb der Zoo auf seiner Webseite. "Die Behörden untersuchen diesen schrecklichen Vorfall, und wir stehen dafür in vollem Umfang zur Verfügung." Bis auf weiteres ist der Tierpark für den Publikumsverkehr geschlossen.
In der Natur kommen Tiger mit hellem Fell sehr selten vor. In Parks gibt es dem Zoo zufolge weltweit nur etwa 120 Exemplare. Sie werden meist extra gezüchtet.