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2. August 2006, 09:42 Uhr

Hitze-Notstand bei fast 40 Grad

Die Thermometer in den USA steigen unaufhörlich. New Yorks Bürgermeister hat den Hitze-Notstand ausgerufen und hält die Temperaturen für "ernsthaft lebensgefährlich". Die Bürger sind angehalten, die Stromnetze zu schonen.

Selbst im Schatten sind die hohen Temperaturen in New York nur schwer zu ertragen© Eric Thayer/Reuters

Die Hitzewelle in den USA hat nun auch die Ostküste erreicht. In New York wurden für die kommenden Tage Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius vorhergesagt. Aus diesem Grund hat die Stadt erstmals in der Geschichte den Notstand wegen einer Hitzewelle ausgerufen. Bürgermeister Michael Bloomberg sagte die hohen Temperaturen seien "ernsthaft lebensgefährlich". In der Stadt wurden nach Angaben der "New York Times" rund 400 "Kühlzentren" eingerichtet, um alten und armen Menschen Möglichkeiten zur Abkühlung zu bieten.

Auch sollen die Öffnungszeiten der Schwimmbäder verlängert werden, um den Bürgern nach Büroschluss die Gelegenheit zu geben, sich zu erfrischen. Sozialarbeiter und Pflegedienste wurden gebeten, sich verstärkt um Menschen zu kümmern, die wegen ihres Alters oder wegen Krankheit in ihren Wohnungen bleiben müssen.

Wer nicht spart, wird angezeigt

In Chicago, Baltimore und Washington näherte sich die Quecksilbersäule bereits der 40 Grad-Marke, 37 Grad wurden allemal erreicht. Nachdem in der vergangenen Woche in Kalifornien bereits 164 Menschen der Hitzewelle zum Opfer gefallen waren, wurden nun auch weiter östlich mehrere Todesfälle registriert. In Conyers im Staat Georgia starb ein 15-jähriger Schüler, der tags zuvor beim Fußballtraining wegen der Hitze zusammengebrochen war. Aus dem Staat Illinois wurden mindestens drei Hitzetote gemeldet. In der dortigen Millionenstadt Chicago wurden etwa 1200 Menschen aus ihren Wohnblocks evakuiert, nachdem die Stromversorgung teilweise zusammengebrochen war. Davon waren insgesamt 20.000 Menschen betroffen.

Die Stromversorger rechneten wegen der Hitze mit einer Rekordnutzung von Klimaanlangen und Ventilatoren. Sie versicherten aber, dass die Versorgung nicht gefährdet sei. Um Energie zu sparen, werde jetzt das Empire State Building nachts nicht mehr beleuchtet. Öffentliche Gebäude nutzten ihre eigenen Notaggregate, um das Stromnetz zu entlasten. Bloomberg und die Elektrizitätsunternehmen appellierten an die großen Firmen, den Stromverbrauch zu drosseln: Sie sollen Klimaanlagen herunterfahren und Fahrstühle abschalten. Missachten die Bürger die Anweisungen, müssten sie mit einer Anzeige rechnen, sagte Bloomberg. Der jüngste 10-tägige Stromausfall im Stadtteil Queens war den Einwohnern ebenso wie den Behörden noch gut in Erinnerung.

AP/DPA/agl
 
 
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